Die Versicherungslobby begrüßt die geplante Reform der Altersvorsorge. Einige Punkte gefallen ihr aber nicht – dazu zählt nicht nur die Förderung von Einzelaktien.
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will die private Altersvorsorge reformieren – unter anderem mit Anreizen zum Aktiensparen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht jedoch kritisch, dass bei Lindners geplantem Altersvorsorgedepot nicht nur breiter gestreute Fondsanlagen, sondern auch der Kauf von Einzelaktien mit Staatsgeld unterstützt werden solle.
Zockerei mit Steuergeldern?
„Hohe Verluste drohen, wenn Anleger auf die falschen Aktien setzen”, warnte Moritz Schumann,stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV, bei einem Online-Pressegespräch. Das passe einfach nicht zur staatlich geförderten Altersvorsorge. Man müsse aufpassen, dass mit Steuergeldern keine Zockerei finanziert werde.
Insgesamt begrüßte der Lobbyverband der Versicherer die von Lindner geplante Altersvorsorgereform aber. „Damit werden Renten möglich, die durchschnittlich 40 Prozent höher sind als bei Riester“, erklärte Schumann auf Basis von Modellberechnungen des GDV. Eine Überarbeitung der bisherigen Förderung bezeichnete er als überfällig – „es muss einfach was passieren“. Das neue System, das stärker am Kapitalmarkt ausgerichtet werden soll, lobte er als einfacher, verständlicher und weniger aufwendig.
Nachteile für Familien und Alleinerziehende
Einige Punkte sollten jedoch vor Inkrafttreten 2026 noch angepasst werden, so Schumann. „Insbesondere für Familien und Alleinerziehende fällt die neue Förderung teilweise deutlich niedriger aus.” Die Differenz gegenüber dem bisherigen Fördersystem könne hier mehrere hunderte Euro betragen.