Die bei der Europameisterschaft durchgezogene Kapitänsregel gilt künftig auch im Amateurbereich. Wir haben uns bei zwei Zollern-Referees dazu umgehört.
Es waren ungewohnte aber durchaus angenehme Bilder: Während der Fußball-Europameisterschaft gab es im Vergleich zu den vorherigen Großturnieren und dem Spielbetrieb in der Bundesliga erstaunlich wenige Diskussionen der Akteure mit dem Schiedsrichter.
Grund dafür war die eingeführte Kapitänsregel, wonach nur der Spielführer jeder Mannschaft mit dem Unparteiischen in die Diskussion kommen darf. Beschwert sich ein anderer Akteur, wurde dies konsequent und schnell mit einer gelben Karte geahndet. Wie der DFB am Dienstag bekannt gab, wird die Regel ab sofort flächendeckend in Deutschland umgesetzt.
Konsequente Umsetzung wichtig
Wir haben bei Jonas Toranzo, Obmann der Schiedsrichtergruppe Zollern-Balingen, nachgefragt. Er sagt: „Es hat schon relativ gut funktioniert. Ich finde die Regel sehr gut und es führt auch leider kein Weg mehr dran vorbei.“ Er ergänzte: „Es ist auch ein gesellschaftliches Problem. Fehler werden nicht mehr akzeptiert und immer ein Schuldiger gesucht. Wichtig wird sein, dass man die Regel nicht nur zu Beginn, sondern auch auf Dauer konsequent umsetzt.“
Sein Schiedsrichter-Kollege Achim Mauz meint: „Es ist sicherlich eine Erleichterung und auch eine sinnvolle Regel. Die Frage für uns wird sein, wo in der Umsetzung die Grenze liegt und wo es vielleicht Ermessensspielraum gibt.“