Die langjährige Haslacher Kindergartenleiterin Sonja Nitz (vorne, rechts) wurde von Pfarrer Michael Lienhard (von links), Geschäftsführer Günter Moser und Bürgermeister Armin Hansmann verabschiedet. Neue Leiterin ist Marita Rapp (vorne, links). Foto: Aberle

Die langjährige Haslacher Kindergartenleiterin Sonja Nitz ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

Ein emotionales Abschiedsfest hat es im Pfarrheim St. Sebastian in Haslach gegeben. Anlass war der Ruhestand der Kindergartenleiterin des katholischen Stadtkindergartens Sonja Nitz zum 1. März.

 

Der Tag begann mit der Abschiedsrunde in den Kindergärten, ging weiter mit einem Abschiedsgottesdienst und mündete in einen Stehempfang mit anschließenden Dankesworten im Pfarrheim. Durch den Abend führte Günter Moser, Geschäftsführer der Kindertageseinrichtungen. Zu Beginn wurde zusammen das Kinderlied „Wie schön, dass du geboren bist“ gesungen, leicht umgedichtet „In die Rente geht man nur einmal, darum lasst uns feiern, dass die Schwarte kracht“. Den Anfang der Grußworte machte Pfarrer Michael Lienhard. Er hatte die Bewerbung von Sonja Nitz von 2005 im Archiv herausgesucht und berichtete, dass die Bewerberin auf den ersten Blick dick aufgetragen hätte. Denn dort hieß es, sie hätte umfangreiches Wissen über Leitungsaufgaben, hätte einen guten Umgang mit Menschen, sei verantwortungsbewusst und vieles mehr. Sein Fazit: „Nicht dick aufgetragen. Sie waren dieser Aufgabe sehr gewachsen und haben die Stelle sehr gut ausgefüllt. Sie haben ein großes Herz für Kinder und ihre Bedürfnisse“, lobte er.

Großes Herz für Kinder und ihre Bedürfnisse

Leben hieße, auch Veränderungen zuzulassen. Nitz habe vor 20 Jahren in Haslach mit 17 Mitarbeitern angefangen, heute seien es 51. In Sachen Kindergärten hätte es in diesen Jahren sehr viele Veränderungen gegeben. Nitz hätte sich immer nach guten Lösungen ausgestreckt und das habe ihr Respekt, Anerkennung und Wertschätzung gebracht. „Es war klasse mit Ihnen“, war sein Schlusswort.

Bürgermeister Armin Hansmann hatte in der Stadtverwaltung verschiedene Stimmen zu Sonja Nitz eingefangen. Heraus kamen Eigenschaften wie Ruhe ausstrahlen in brenzligen Situationen, Einfühlsamkeit, Kommunikation auf Augenhöhe, Lösungsorientierung, badisch pragmatisch, flexibel und offen. Für den Bürgermeister ist es eine unglaubliche Leistung, dass Nitz alle 228 Kinder mit Namen kennt. „Chapeau“ – dieses Wort fiel mehrmals in seiner Rede und verdeutlichte den Respekt, den sich Nitz erarbeitet hat.

Anja Mellert aus der Mitarbeitervertretung gestand: „Dieser Abschied fällt schwer.“ Die Leiterin habe Spuren hinterlassen, die noch lange nachwirken werden. Da Ruhestand aber kein Stehenbleiben, sondern ruhiges Weitergehen bedeute, erhielt Nitz ein besonderes Buch. Darin seien Glücksorte in der Region aufgelistet, für deren Erkundung die Neu-Ruheständlerin nun vielleicht Zeit finde. Der Elternbeirat berichtete von Professionalität und purer Lebensfreude. Nitz hätte sich nicht im Büro versteckt, sondern wäre bei allem ganz vorn mit dabei. Sie sei sich nicht zu schade gewesen, mit anzupacken.

Für die Leitungsrunde aus den Kindergärten von Welschensteinach, Mühlenbach, Steinach und Bollenbach sprach Elisabeth Schäfer: „Wir hatten viele humorvolle Runden, konnten Probleme besprechen und unser Leitungsherz bei dir ausschütten“, bedankte sie sich.

Kleine Geschichten mit besonderen Songs

Anschließend wurde die Bühne voll, denn die Kollegen aus dem Stadtkindergarten hielten besondere kleine Geschichten mit bekannten Songs parat. Auf eine sehr humorvolle Art plauderten sie kleine Geheimnisse aus und zauberten Sonja Nitz neben einem Lächeln auch die eine oder andere Träne in die Augen. „Was für ein grandioser Abend“, bedankte sie sich mit einer Kapitänsmütze auf dem Kopf. Schon der Morgen im Kindergarten sei unfassbar schön gewesen. Nun sei es an der Zeit, dass der Kapitän das Schiff verlasse.

Symbolische Übergabe

Symbolisch gab sie die Kapitänsmütze und den Schlüssel weiter an ihre Nachfolgerin Marita Rapp. „Schiff ahoi und gute Weiterfahrt“, wünschte Nitz der neuen Leiterin und dem ganzen Kindergarten.