Karin Stuber wird künftig den „Schwestern der Heiligen Klara“ in Schruns angehören. Foto: Bohnert-Seidel

Die Katholische Kirchengemeinde Friesenheim verabschiedet Mezzosopranistin Karin Stuber aus dem Kantoren- und Lektorendienst. Künftig wird sie den „Schwestern der Heiligen Klara“ in Schruns angehören.

Für Friesenheim und die Katholische Kirchengemeinde wird ihr Weggang einen großen Verlust darstellen. Im Gottesdienst in Schuttern hat die beliebte Kantorin und Lektorin von Oberweier zum letzten Mal von der Empore gesungen. Ab dem 1. März wird sie offiziell den „Schwestern der Heiligen Klara“ in Schruns in Österreich angehören. Ihren Besitz und ihre Wohnung hat sie bereits aufgelöst. Für einige Mitglieder der Kirchengemeinde kommt diese Entscheidung plötzlich. Stuber selbst spricht von einem langjährigen Prozess. „Ich freue mich einfach nur riesig“, erklärt sie im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

 

„Wenn ich in der Kirche singe, bin ich ganz bei mir. Mein Gesang kommt aus tiefem Herzen und ich darf andere beschenken“, sagte Mezzosopranistin Stuber im Jahr 2017 in einem Interview mit unserer Redaktion. Viele Jahre hat Stuber in Friesenheim die Menschen bei den Gottesdiensten und zu Konzerten mit ihrer Stimme beschenkt. Am vergangenen Sonntag war sie zum letzten Mal in der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim zu hören. Künftig wird sie den Gesang der „Schwestern der Heiligen Klara“ in Schruns im Montafon, Vorarlberg erfreuen. Dort tritt sie dem Kloster bei und hat sich aus Friesenheim mit einem letzten Gesang zur Liturgiefeier verabschiedet.

Während viele Friesenheimer, Verwandte und Freunde Tränen des Abschieds in den Augen hatten, zeigte sich Stuber mit einem erfüllten und beseelten Lächeln. Gegenüber der Lahrer Zeitung betonte die 48-Jährige: „Ich habe meinen Sehnsuchtsort gefunden.“ Dass es keine schnelle Entscheidung war, sondern den Zeitraum eines jahrelangen Prozesses bedurfte, ließ sie durchblicken. Jetzt sei sie erfüllt von dem Glück, ihren erfüllten und erfüllenden Lebensweg gefunden zu haben.

Von Verabschiedung wussten nur wenige Bescheid

Viele Jahre hat sie den Kantorendienst in der Kirche bereichert, in Oberweier war sie zudem Lektorin und hatte auch einige Jahre im Gemeindeteam mitgewirkt.

In der Kirche hat Pater Yesudas die Verabschiedung im Namen der Kirchengemeinde Stuber mit ihrem herzergreifenden Gesang bei den Gästen für Gänsehautstimmung gesorgt. Von der Verabschiedung wussten nur wenige Bescheid, umso erstaunter waren die Gottesdienstbesucher als es zum Schluss Pater Yesudas bat: „Bitte nehmen Sie nochmal Platz. Es gibt eine Überraschung.“ Dank galt Stuber, die mit ihrem letzten Gastauftritt in der Mariä Himmelfahrtkirche verabschiedet worden ist. „Die Stimme, der Gesang und das Mitwirken von Karin Stuber war für unsere Kirchengemeinde ein großes Geschenk“, so Pater Yesudas. Als Lektorin habe sie das Wort Gottes lebendig gemacht und ihm mit ihrer einfühlsamen Stimme Ausdruck geschenkt. Ihre Stimme habe den Glauben greifbar und lebendig gemacht. Stuber war ein sichtbares Bild der Gemeinde und strahlte ihre Verbundenheit zu den Menschen und ihren Glauben mit großer Würde und Hingabe aus, so Pater Yesudas. Ihr Gesang sei eine Sprache des Herzens und Glaubens. Als Kantorin habe sie die Liturgie bereichert und die Seelen der Menschen berührt. „Ihr Dienst war ein Segen für uns alle“, sagte Yesudas. In ihrem neuen Lebensabschnitt, bei den Schwestern der Heiligen Klara, wird sie weiterhin auch mit ihrem Gesang wirken.

Die Schwesternschaft

Die „Schwestern der Heiligen Klara“ haben ihren Hauptsitz in Bregenz. Weitere Häuser gibt es in Schruns und in Isny im Allgäu. . Die Schwestern der Heiligen Klara wurden 1983 in der Diözese Feldkirch in Vorarlberg gegründet und gehören zur Familie der franziskanischen Gemeinschaft als Zweig des zweiten Ordens der Klarissen. Die Schwestern leben als kontemplative Gemeinschaft in kleinen Gruppen mit den Gelübden der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit. Neben Arbeiten in Haus und Garten nehmen die Schwestern seelsorgerliche und manuelle Tätigkeit wahr, die mit der Lebensweise vereinbar sind. Unter anderem stellen die Schwestern Produkte wie Öle, Salze, Balsame und Tees sowie Kerzen her.