Maxim Decker (links) präsentiert stolz seine Auszeichnung zum deutschen Vizejugendmeister 2025. Rolf-Ludwig Decker (rechts) und Jürgen Decker zeigen drei Kaninchen der Zuchtanlage. Foto: Stahl

Jürgen Decker, dessen Sohn Rolf-Ludwig Decker und Enkel Maxim Decker teilen dieselbe Leidenschaft: Kaninchenzucht. Zusammen sind sie im Kleintierzuchtverein Haslach aktiv.

„Wir haben ursprünglich auf einem Hausacher Hof Kaninchen gezüchtet“, berichtet Jürgen Decker im Gespräch mit unserer Redaktion. Als dort Wohneinheiten entstanden sind, habe sich der 53-Jährige entschlossen, 2021 zum Kleintierzuchtverein Haslach zu wechseln. Er ist mit seiner Leidenschaft für die Kaninchenzucht indes nicht allein: Sein Sohn Rolf-Ludwig Decker (26) und Enkel Maxim Decker (7) sind in seine Fußstapfen getreten.

 

„Tiere haben ihn schon immer interessiert“, sagt Rolf-Ludwig Decker über Sohn Maxim. An den Wochenenden, die er bei seinem Opa verbringen durfte, habe er auch viel Zeit mit Kaninchen verbracht. Wann ist sein Interesse entfacht? „Ich glaube, da war ich drei Jahre alt“, überlegt Maxim. Seitdem sei er in die Welt der Kaninchenzucht eingetaucht – und nehme dies durchaus ernst: „Er füttert nicht nur seine eigenen Tiere, sondern hilft auch bei anderen aus“, lobt ihn Jürgen Decker.

Mit drei Jahren zeigte Maxim schon Interesse

Bei Rolf-Ludwig Decker sei das Hobbyzüchten wegen seines Vaters immer präsent gewesen, aber es war zunächst nicht wichtig für ihn. „Erst als ich mit 13 zu ihm gezogen bin, habe ich mich aktiv für die Kaninchen interessiert“, erinnert sich der 26-Jährige. Jürgen Decker habe hingegen sehr früh eine Bindung zu Kleintieren aufgebaut, da sein Nachbar Kaninchen hatte und er sehr oft bei ihm zu Besuch war. Dadurch sei eine ungebrochene Leidenschaft entstanden.

Das Engagement der Hobbyzüchter zahlte sich aus: Bei der Bundeskaninchenschau im Dezember vergangenen Jahres ist Maxim Decker mit seinem Zwergwiddern Deutscher Vizejugendmeister geworden und stellte sogar den Bundessieger seiner Farbe und Rasse (wir berichteten). Das sei ein „tolles Gefühl“ gewesen, beschreibt Maxim Decker. Er habe auch schöne Geschenke bekommen, aber „am besten war es, gemeinsam mit Opa in der Zeitung zu sein“. Der wurde sogar Deutscher Meister und stellte ebenso den Bundessieger. Rolf-Ludwig Decker durfte sich 2015 Deutscher Meister in der Jugend nennen. „Ich glaube, das liegt in den Genen“, vermutet er.

Ausstellung gibt es von Mitte September bis Mitte Januar

Doch um solche Erfolge zu feiern, gehört viel mehr dazu: „Es ist ein Hobby, das man täglich ausüben muss“, weiß Jürgen Decker. Denn die Tiere müssen mit Essen und Wasser versorgt, der Stall müsse regelmäßig gepflegt werden. Die optimale Haltung der Kaninchen spiele eine wichtige Rolle, damit sie auch dem Ideal bei einer Ausstellung entsprechen. Die werden immer von Mitte September bis Mitte Januar veranstaltet.

Man müsse bereits im August damit beginnen, diejenigen Tiere auszusortieren, die „Schwächen“ aufweisen. Die Preisrichter urteilen nämlich nach strengen Kriterien, dazu zählt das Gehör, die Farbe oder auch die Fellstruktur, erklärt der 53-Jährige, der selbst Preisrichter ist. Die Vorauswahl beginne bei den Elterntieren, wobei die Verpaarung von gut bewerteten Kaninchen nicht unbedingt erfolgversprechend sei: „Die Genetik spielt genauso rein wie die Haltungsbedingungen und die Umwelteinflüsse.“ So könne ein Kaninchen, das vermeintlich perfekt aussehe, durch eine Fehlstellung der Zähne nicht bei einer Ausstellung mitmachen.

Die Arbeit mit Kaninchen geht nur im Kollektiv

Warum betreibt man dieses zeitintensives Hobby? „Wenn man etwas gerne macht, dann ist es keine Arbeit“, antwortet Jürgen Decker. Es sei unglaublich schön, nach einem langen Arbeitstag in den Stall zu gehen, „dann hört der Kopf auf, zu rattern“. Die abendliche Verpflegungsrunde könne da statt einer auch mal zwei oder drei Stunden lang dauern.

Rolf-Ludwig Decker ergänzte, dass er mit seinem Vater vor einer Ausstellung sogar bis in die Nacht bei den Kaninchen geblieben sei. Dies funktioniere nur im Kollektiv. „Im Verein und in der Familie können wir uns aufeinander verlassen“, bekräftigt Jürgen Decker. Rolf-Ludwig und Maxim Decker können dem nur zustimmen.

Der Kleintierzuchtverein

Das Vereinsheim mit den Tierhaltungsanlagen befindet sich am Strickerweg 20 in Haslach. Dem Kleintierzuchtverein gehören mehr als 130 Mitglieder an, davon sind 30 aktive Züchter. Zudem veranstaltet der Verein immer am dritten Sonntag im Monat eine Kleintierbörse in der Haslacher Markthalle.Dabei werden Tiere getauscht oder verkauft.