Bettina Ahrens-Diez ist die Direktkandidatin der SPD im Landkreis Freudenstadt. Foto: Jürgen Lück

Selbstbewusst und eloquent: Mit Bettina Ahrens-Diez will die SPD bei der Landtagswahl punkten. Die Rottenburger Stadträtin erzählt: „Ich wohne im ehemaligen Kreis Horb.“

Sie ist als politische Referentin schon im Landtag – und will mit der SPD wieder rein: Bettina Ahrens-Diez. Die Direktkandidatin der SPD im Landkreis Freudenstadt.

 

Ahrens-Diez. Sie kommt von daher, wo noch Dudendeutsch gesprochen wird: Aus Springe am Deister. Bei Hannover. Sie schmunzelt: „Vor genau zwanzig Jahren bin ich hier runter – zum Studium nach Tübingen. Damals wollte ich nicht zwingend hier bleiben. Aber es lebt sich gut hier.“

Ungewöhnlich – Ahrens-Diez ist Stadträtin in Rottenburg. Sie ist Kreisvorsitzende der SPD im Kreis Tübingen. Was macht sie dann im Landkreis Freudenstadt? Frau Doktor (Dissertation: „AmbigEUity – Die EU und die Solidarisierung der internationalen Gesellschaft“) schmunzelt: „Ich wohne in Bieringen. Das liegt im ehemaligen Landkreis Horb.“

Wahlkampf als Horizont-Erweiterung

Wie wird man Direktkandidatin? Was treibt sie an? Ahrens-Diez erzählt: „Die Kollegen hier aus Freudenstadt sind auf mich zugekommen. Jetzt mache ich Wahlkampf – das ist zwar manchmal auch anstrengend. Aber das sehe ich auch als Horizont-Erweiterung. Als Rottenburger Stadträtin kenne ich die Probleme der Kommunen und Landkreise hautnah.“

Was sagt sie zur Gäubahn-Kappung? „Ich nutze die Gäubahn – die hat in den letzten Jahren an Verlässlichkeit verloren. Die Aussicht, dass sie auf Jahre gekappt wird, ist ein Schlag ins Gesicht dieser Region. Also wenn eine Unterbrechung unvermeidbar ist, dann muss sie wirklich ganz, ganz eng zeitlich befristet sein- da müssen wir auch der Bahn auf die Füße treten.“

Bezahlbarer Wohnraum auch Thema auf dem Land

Für die SPD-Direktkandidatin wichtig: „Städte und Gemeinden müssten besser ausgestattet werden, um in Infrastruktur investieren zu können – etwa in Breitband, öffentlichen Nahverkehr oder Kliniken. Das haben beide Landkreis gemeinsam.“

Was Ahrens-Diez auch während des bisherigen Wahlkampfs aufgefallen ist: „Man denkt immer, bezahlbarer Wohnraum ist nur ein Thema der Städte. Doch man sieht vor Ort – das ist auch im ländlichen Raum unheimlich wichtig.“

Einen klaren Unterschied gibt es zwischen „ihren“ beiden Landkreisen. Ahrens-Diez: „In Freudenstadt spielt der Tourismus eine viel größere Rolle. Nach der Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie, für die sich die SPD Baden-Württemberg bei unserem Finanzminister stark gemacht hat, muss jetzt hier auch der Bürokratieabbau kommen und mehr Nachhaltigkeit.“

Seit vier Jahren in der Landtagsverwaltung

Sieben Jahre war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für Internationale Politik in Tübingen, dann als Forschungsreferentin tätig, seit vier Jahren arbeitet sie in der Landtagsverwaltung. War persönliche Referentin des Landtags-Vizepräsidenten. Ahrens-Diez: „Derzeit bin ich in mehreren Bereichen der Landtagsverwaltung eingesetzt – unter anderem Europareferat und in der Presse. Nach der Wahl wird sich zeigen, wo ich eingesetzt werde.“

Dann ist sie also schon drin im Landtag in Stuttgart. Was will sie als Direktkandidatin im Landkreis Freudenstadt erreichen? Sie sagt: „Mein Ziel ist es, ein überzeugendes politisches Angebot zu machen und für ein starkes SPD-Ergebnis zu kämpfen. Ausgezählt wird am Wahltag. Bis dahin will ich vor allem zuhören – und Politik nahe am Menschen machen.“

Und privat? Ahrens-Diez: „Ich bin verheiratet, habe einen erwachsenen Stiefsohn. Ich hätte gerne eine Katze, wenn die Zeit dafür reichen würde. Natürlich lese ich viel – abends Romane, wenn ich weit weg von der Politik bin. Im Sommer spiele ich ein bisschen Tennis beim TC Bieringen.“ Ehrenamtlich engagiert sie sich als Mitglied des Sprecherkreises „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“, im Beirat des TV Rottenburg . Dazu ist Ahrens-Diez zweite Vorsitzende des Trägervereins Theater am Torbogen Rottenburg.

Kandidatenporträts

Zur Person
Bettina Ahrens-Diez, Jahrgang 1985, ist als politische Referentin im Landtag tätig und wohnt in Rottenburg-Bieringen. Sie hat Politikwissenschaft und Germanistik studiert und über europäische Außenpolitik promoviert. Ahrens-Diez ist Stadträtin in Rottenburg und Kreisvorsitzende der SPD im Kreis Tübingen.

Serie
In einer Serie stellt unsere Redaktion bis zur Landtagswahl am 8. März Kandidaten für den Wahlkreis Freudenstadt im Rahmen von Porträts vor.