Katrin Schindele will bei der Landtagswahl am 8. März ihr Direktmandat verteidigen. Mit unserer Redaktion spricht sie über ihre Ziele.
Katrin Schindele muss man im Kreis Freudenstadt wohl kaum noch vorstellen. Sie vertritt den Wahlkreis seit 2021 im Landtag, sitzt im Kreistag, ist Präsidentin des Blasmusikkreisverbands und Mitglied in diversen Ausschüssen. Sie ist mit dabei, wenn Veranstaltungen eröffnet, Bauprojekte abgeschlossen und Förderbescheide verteilt werden.
Was die Wähler noch nicht über sie wissen? Sie habe drei Katzen, daneben Hühner und Gänse, antwortet Schindele. Eine der Katzen – Nala – ist sogar auf ihrem Auto und den Wahlflyern abgebildet. Auch in den sozialen Medien zeigt sich Schindele gerne als Tier- und vor allem Katzenfreundin. Ein gut gehütetes Geheimnis sieht anders aus.
Auch politisch dürfte Schindele nicht als Wundertüte gelten. Sie will ihre Arbeit im Landtag fortsetzen – und dabei ihre Erfahrung nutzen, um den Kreis Freudenstadt „auf die Karte zu bringen“: „Wenn man fünf Jahre im Landtag war, weiß man, wo die Stellschrauben sind“, sagt Schindele.
„Ganz anderer Wahlkampf“
Und doch ist bei ihrer zweiten Kandidatur einiges anders als 2021, als sich das Land mitten in der Corona-Pandemie befand. „Es ist ein ganz anderer Wahlkampf“, betont Schindele.
Und die Welt ist eine andere. Aus Gesprächen mit Bürgern, von denen es im Vergleich zur Pandemie nun deutlich mehr gibt, weiß Schindele: „Die verschiedenen Krisen auf der Welt treiben die Menschen um.“ Das Leben sei teurer geworden, der Wettbewerb in der Wirtschaft härter – sei es durch China, Indien oder die USA.
Überstunden sollen sich mehr lohnen
Schindele scheut daher nicht davor zurück, sich an der Arbeitszeit-Debatte zu beteiligen, denn um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, müsse der Einzelne eben ein bisschen mehr tun. Gleichzeitig findet sie es schade, dass sich in dieser Debatte genau die als Erstes angesprochen fühlen, die bereits viel arbeiten.
Ihr Ansatz: Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, dass wieder mehr geleistet wird – in dem Arbeit und auch Überstunden sich mehr lohnen und Kinderbetreuung und Pflege gewährleistet werden.
Streichen, wovon der Bürger nichts hat
Mehr Netto vom Brutto bleibt aber nur, wenn die Abgaben sinken. Schindele will vor allem durch Bürokratieabbau sparen. Aufgaben, die nicht beim Bürger ankommen, müsse man „radikal streichen“. Nicht jede Kommune sollte ihrer Ansicht nach eine eigene Digitalstrategie verfolgen – es brauche einen einheitlichen Weg.
Nicht sparen will Schindele hingegen bei der Bildung, die bereits in der Kita anfange. Sie fordert ein verpflichtendes letztes Kindergartenjahr und eine verpflichtende Grundschulempfehlung für alle weiterführenden Schulen.
KI und Robotik fördern
Nach der Schule sollte für Ausbildung und Studium als „gleichwertige Möglichkeiten“ geworben werden. Wenn es nach Schindele geht, soll es hier viele Angebote in KI und Robotik geben – zwei Bereiche, die das Land unterstützen müsse. Dass Deutschland hier abgehängt ist, befürchtet sie nicht: „Wir brauchen uns da nicht zu verstecken.“
Raumfahrt als Zukunftsbranche
Hoch hinaus will Schindele auch in der Luft- und Raumfahrt. Seit 2023 ist sie Sprecherin ihrer Fraktion für dieses Thema, das anfangs noch belächelt worden sei, wie sie erzählt. Dabei verberge sich dahinter ein Wachstumsmarkt, von dem nicht nur die Unternehmen im Land, sondern auch die Gesellschaft profitieren könne – zum Beispiel durch Satelliten, die Daten für den Katastrophenschutz oder zu Klimaveränderungen liefern.
Und Schindele geht noch weiter: „Vom Ländle bis zum Mond muss unser Ziel sein“, träumte sie erst kürzlich bei einer Rede von einem ersten baden-württembergischen Mondfahrer. Sie selbst bleibt am Boden. Ihr nächstes Ziel heißt nämlich: zurück nach Stuttgart in den Landtag.
Kandidatenporträts
Zur Person
Katrin Schindele ist 38 Jahre alt und wohnt in Baiersbronn. Sie hat Maschinenbau an der DHBW Stuttgart studiert und als Entwicklungsingenieurin und Projektleiterin bei einem Automobilzulieferer gearbeitet. Seit 2021 vertritt sie den Wahlkreis Freudenstadt im Landtag.
Serie
In einer Serie stellt unsere Redaktion bis zur Landtagswahl am 8. März Kandidaten für den Wahlkreis Freudenstadt im Rahmen von Porträts vor.