Veit Grünberg aus Pfalzgrafenweiler ist mit seinen 31 Jahren der jüngste Direktkandidat im Landkreis Freudenstadt für die Landtagswahl. Er tritt für die FDP an. Foto: Jürgen Lück

Der 31-jährige Veit Grünberg (FDP) ist der jüngste Direktkandidat für die Landtagswahl 2026. Warum der gelernte Schreiner jetzt Wahlkampf macht.

Er ist schon direkt und ein bisschen frech: Veit Grünberg, der FDP-Direktkandidat. Doch es steckt was dahinter: internationale Erfahrung und Bodenständigkeit.

 

Grünberg. Gelernter Schreiner. Inzwischen verkauft er Sägewerke in der ganzen Welt. Und mit seinen 31 Jahren lockert er den Wahlkampf auch mit lockeren Sprüchen auf. Beispiel? Beim politischen Aschermittwoch in Horb-Nordstetten ätzt er nicht nur über die CDU-Wahlplakate mit dem Spruch: „Die Brillen von Manuel Hagel und Katrin Schindele sind im Wahlkreis inzwischen bekannter als Sarah Wagenknecht.“

Grünberg hat sich vom Hauptschulabschluss hoch gearbeitet

Sondern nimmt auch Daniel Belling (Grüne) aufs Korn: „Wir hatten eine Podiumsdiskussion in Alpirsbach. Belling kam außer Atem dort an – weil der Akku seines E-Autos alle war. Die Ladestation war im Tal, er musste zur Gesamtschule bergauf. Ich glaube, ich kauf mir auch ein E-Auto – für meine körperliche Fitness.“

Mit seinen 31 Jahren ist Grünberg schon weit gekommen: Nach Hauptschulabschluss und seiner Schreinerlehre ist er jetzt Projektplaner bei der Michael Weinig AG und weltweit unterwegs — von den USA bis China und Australien. Grünberg: „Ich habe gesehen, wie sich Demokratien verändern — deshalb wollte ich mich selbst politisch engagieren.“

Bürokratie hat er am eigenen Leib erlebt

Die Bürokratie hat er als Häuslebauer am eigenen Leib erlebt. Grünberg: „Ich habe ein ökologisches Mehrfamilienhaus gebaut. Leider musste ich mich an den Bebauungsplan von 1964 halten – sonst hätte ich viel mehr rausholen können. Nicht nur Raum, sondern dadurch auch niedrigere Mieten.“

Wie kommt er zur FDP? Grünberg: „Methodisch. Ich habe den Wahl-O-Mat gemacht. Bei der FDP waren die meisten Übereinstimmungen. Das war genau richtig: Bei uns gibt es keine Hierarchie. Mit 90 Prozent aller auch auf Landesebene bin ich per Du – egal, wie hoch ihre Stellung ist. Wichtig ist uns: Jeder Mensch soll sich entfalten können. Politiker können und dürfen nicht sagen, wie – sie sind nicht der bessere Unternehmer. Die Politik sollte nur Leitplanken einziehen. Und diese sollten möglichst breit sein.“

Veit Grünberg packt auch pragmatisch an

Was begeistert ihn an der FDP? Grünberg erzählt wieder eine Anekdote. Ulli Schmelzle bekam die Reinhold-Maier-Medaille in Baiersbronn verliehen.

Der Direktkandidat: „Die Statuten der Stiftung erlauben dabei nur den Ausschank von Wein und Softdrinks. Die meisten wollten aber lieber Bier. Wir sind einfach in die Nachbarwirtschaft gelaufen und haben zwei Kästen gekauft. Das zeigt: Wir haben die Kompetenz, Probleme schnell und pragmatisch zu lösen.“

Nach der Wahl ist vor der Hochzeit

Der FDP-Direktkandidat. An seinem rechten Handgelenk grün-gelbe Gummiarmbänder, links ein edles aus Leder und Silber.

Ist er Brasilien-Fan? Grünberg: „Nein. Die beiden Gummibänder sind von meiner Firma. Das Leder-Armband hat mir meine Verlobte geschenkt. Die heißt Maccarena und ist aus Uruguay.“

Wie sind seine Erwartungen für die Landtagswahl? Grünberg: „Sieben bis acht Prozent wären gut. Mir ist wichtig, dass man mich wegen der Persönlichkeit wählt. Ich habe den Eindruck, das ist bisher gut gelungen im Wahlkampf.“

Und nach der Wahl? Grünberg: „Eigentlich wollte ich erst im nächsten Jahr heiraten – wegen der ganzen Projekte und dem Hausbau. Doch meine Verlobte hat auf den Sommer bestanden. So gilt für mich: Nach der Wahl ist vor der Hochzeit.“

Kandidatenporträts

Zur Person
 Veit Artin Grünberg, 31 Jahre alt, wurde in Freudenstadt geboren und wuchs in Pfalzgrafenweiler in einer traditionsreichen Schreinerfamilie auf. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Schreinerlehre und arbeitete sich anschließend beruflich weiter nach oben. Heute ist er internationaler Vertriebsleiter bei einem großen Maschinenbauunternehmen und weltweit im Einsatz.

Serie
 In einer Serie stellt unsere Redaktion bis zur Landtagswahl am 8. März Kandidaten für den Wahlkreis Freudenstadt im Rahmen von Porträts vor.