Straße, Bus, Bahn: Wie soll Mobilität im ländlichen Raum künftig funktionieren? Im Wahl-Check zeigen die Kandidaten aus dem Wahlkreis Freudenstadt, welche Schwerpunkte sie setzen.
ÖPNV, Auto, Schiene – die Verkehrspolitik gehört zu den Themen, die viele Menschen im ländlich geprägten Raum besonders betreffen. In unserem Wahl-Check beantworten die Kandidaten im Wahlkreis Freudenstadt der sechs aussichtsreichsten Parteien der Landtagswahl die Frage: „ÖPNV, Auto, Schiene: Welche verkehrspolitischen Prioritäten wollen Sie setzen?“
Deutlich wird: Einig sind sich die Bewerber darin, dass Mobilität im ländlichen Raum funktionieren muss und Investitionen in Infrastruktur nötig sind. Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Schwerpunkten. Während einige das Auto weiterhin als unverzichtbar betonen, legen andere den Fokus stärker auf den Ausbau von Bus und Bahn oder auf neue Angebote im öffentlichen Nahverkehr.
Die Reihenfolge der Kandidaten richtet sich nach dem Ergebnis der Landtagswahl 2021 im Wahlkreis Freudenstadt.
Investitionen in Straßen, ÖPNV und Schiene
Katrin Schindele (CDU) sagt: „Wir wollen auch zukünftig die Investitionen in Verkehrsinfrastruktur unterstützen. Gute Straßen, gleichzeitig verlässlichen ÖPNV und bessere Schienenanbindungen der Region.“ Zudem betont sie: „Entscheidend sind pragmatische Lösungen, schnellere Umsetzungen der Bauvorhaben und bezahlbare Konzepte.“
Daniel Belling (Grüne) erklärt: „Straßen, Brücken und Schienen müssen weiter saniert und die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden.“ Gleichzeitig verweist er auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs: „Das ÖPNV-Angebot wurde in den letzten Jahren mit neuen Fahrzeugen, dichteren Takten und den Regiobussen erweitert. Ich will diesen Weg weitergehen.“ Bus und Bahn sicherten „soziale Teilhabe“. Außerdem stellt er klar: „Eine Kappung der Gäubahn lehne ich ab.“
Auto im ländlichen Raum – aber auch stärkere Alternativen
Veit Grünberg (FDP) sagt: „Wir brauchen gut ausgebaute und instand gehaltene Straßen, denn das Auto bleibt im ländlichen Raum unverzichtbar.“ Gleichzeitig fordert er Verbesserungen im öffentlichen Verkehr: „Gleichzeitig müssen wir unseren ÖPNV attraktiver, digitaler und flexibler machen und die Schiene stärken, damit Verbindungen zuverlässig funktionieren.“ Sein Fazit: „Mobilität darf nicht ideologisch gedacht werden.“
Andreas Grammel (AfD) formuliert: „Mobilität ohne Verbote: Im ländlichen Raum bleibt das Auto unverzichtbar.“ Dafür brauche es „Investitionen in gute Straßen und Technologieoffenheit“. Zugleich müsse es Alternativen geben: „Parallel müssen ÖPNV und Bahn zu verlässlichen Alternativen ausgebaut werden.“ Ziel seien „intelligente Vernetzung und echte Wahlfreiheit statt Zwang“.
Mehr ÖPNV-Angebote – besonders im ländlichen Raum
Bettina Ahrens-Diez (SPD) betont: „Mobilität ist Freiheit und Teilhabe. Sie muss bezahlbar und klimafreundlich sein.“ Ihre Ziele beschreibt sie so: „ÖPNV ausbauen, Gäubahn-Kappung verhindern.“ Gerade auf dem Land setzt sie auf zusätzliche Angebote: „Im ländlichen Raum Bürgerbusse + On-demand-Verkehre (ÖPNV-Taxi!) fördern.“ Zugleich hebt sie die Bedeutung der Straßen hervor: „Regionale Wirtschaft braucht gute Straßen: Wir setzen auf Sanierung vor Ausbau und Erhalt vor Neubau.“
Yannic Walheim (Linke) setzt einen klaren Schwerpunkt: „Die Priorität muss klar bei Bus und Bahn liegen.“ Gerade im ländlichen Raum müssten diese Angebote zuverlässiger werden: „Diese müssen vor allem auf dem Land verlässlich genug fahren, um eine Option zu sein.“ Zudem fordert er: „Außerdem sollte ÖPNV für alle Menschen kostenfrei zur Verfügung stehen.“