Wird das letzte Kindergartenjahr verpflichtend? (Symbolbild) Foto: oksix - stock.adobe.com

Wie sichert man künftig Qualität und Verlässlichkeit in Kitas und Schulen? Im Wahl-Check erklären Kandidaten aus dem Wahlkreis Freudenstadt ihre bildungspolitischen Schwerpunkte.

Sechs Kandidaten aus dem Wahlkreis Freudenstadt beantworten im Wahl-Check zentrale Fragen zur Landtagswahl. Diesmal geht es um Bildung: Wie Qualität und Verlässlichkeit in Kitas und Schulen gesichert werden sollen.

 

Nicht alle antretenden Parteien haben realistische Chancen auf den Einzug in den Landtag. Im Wahlkreis Freudenstadt konzentriert sich der Blick deshalb auf jene sechs Kandidaten, deren Parteien der Sprung ins Parlament zugetraut wird. In unserem Wahl-Check in fünf Teilen beantworten sie zentrale Fragen – diesmal lautet die Frage: „Wie wollen Sie die Qualität und Verlässlichkeit von Bildung und Betreuung in Kitas und Schulen sichern?“

Deutlich wird: Viele Bewerber sehen die frühkindliche Förderung als wichtigen Schlüssel und sprechen sich für ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr aus. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Ausgestaltung des Schulsystems, bei der Frage nach kostenfreier Bildung und bei den konkreten Maßnahmen zur Verbesserung von Unterrichtsqualität und Arbeitsbedingungen.

Die Reihenfolge der Kandidaten richtet sich nach dem Ergebnis der Landtagswahl 2021 im Wahlkreis Freudenstadt.

Frühkindliche Förderung und klare Strukturen

Katrin Schindele (CDU) sagt: „Lesen, Schreiben und Rechnen sind wichtig für Ausbildung, Studium und beruflichen Erfolg.“ Gleichzeitig betont sie: „Familien brauchen verlässliche, bezahlbare Bildungseinrichtungen.“ Schindele ergänzt: „Wir setzen uns für ein kostenfreies, verpflichtendes letztes Kitajahr ein, die Mehrgliedrigkeit der Schulen und eine verbindliche Grundschulempfehlung (alle Schularten).“

Daniel Belling (Grüne) erklärt: „Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden.“ Für ihn bedeutet Schulqualität „gute Unterrichtsversorgung, qualifizierte Lehrkräfte und gezielte Unterstützung“. Ein Schwerpunkt sei die frühe Förderung: „Ich setze auf frühe Sprachförderung als Schlüssel zum Schulerfolg.“ Außerdem sagt er: „Ein verpflichtendes, gebührenfreies letztes Kita-Jahr schafft dabei faire Startbedingungen für alle.“

Fachkräfte stärken und Schulen entlasten

Veit Grünberg (FDP) sagt: „Wir sichern Qualität und Verlässlichkeit in Kitas und Schulen durch klare pädagogische Standards, starke Fachkräfte vor Ort und entlastete Leitungsteams.“ Wichtig sei außerdem mehr Spielraum vor Ort: „Schulen und Kitas sollen mehr Eigenverantwortung erhalten, Verwaltungsaufwand muss reduziert und flexible Ganztagsangebote müssen ausgebaut werden.“

Andreas Grammel (AfD) formuliert: „Beste Bildung statt Experimente.“ Sein Ansatz sei eine „Bildungswende mit Fokus auf Leistung und die deutsche Sprache als Fundament“. Zudem nennt er weitere Punkte: „moderne Ausstattung in Schulen und Kitas sowie Befreiung der Lehrkräfte von unnötiger Verwaltung“. Sein Fazit: „Qualität muss für unsere Kinder endlich wieder zum Alltag werden.“

„Verpflichtendes Kita-Jahr“ und „kostenfreie Bildung“

Bettina Ahrens-Diez (SPD) betont: „Kluge Köpfe sind die wichtigste Ressource.“ Ihr Ziel sei: „Bildung kostenfrei – von der Kita bis zum Meister/Master.“ Außerdem erklärt sie: „Mindestens das letzte Kita-Jahr machen wir verpflichtend.“ Um die Qualität zu sichern, wolle man Fachkräfte gewinnen: „Wir gewinnen Fachkräfte durch gute Arbeitsbedingungen.“ Weitere Punkte seien: „Wir verbessern unser Schulsystem, verankern eine Unterrichtsgarantie und stärken die berufliche Bildung.“

Yannic Walheim (Linke) sagt: „Bildung ist ein Recht, das nicht vom Geldbeutel abhängen darf.“ Deshalb wolle seine Partei „kostenlose Bildung – Kita bis zur Uni – einsetzen, Bildungsmittel und Fahrt eingeschlossen“. Gleichzeitig sieht er Verbesserungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen: „Zudem müssen Arbeitsbedingungen von Lehrkräften und Schulsozialarbeit verbessert werden und entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stehen.“