Der Lahrer Gemeinderat hat am Montag über die Besetzung entschieden. Dabei wich das Gremium vom üblichen Verfahren ab.
Beim E-Werk Mittelbaden gibt es zwei Aufsichtsgremien: Den Aufsichtsrat der Elektrizitätswerk Mittelbaden AG & Co. KG und den Aufsichtsrat der Verwaltungsaktiengesellschaft. Für ersteres Gremium entsendet die Stadt Lahr, die größter Anteilseigner des Energieunternehmens ist, neben Oberbürgermeister Markus Ibert drei weitere Mitglieder. Am Montagabend stand die Wahl auf der Tagesordnung des Gemeinderats.
Das übliche Vorgehen: Nach der Kommunalwahl hatte sich der Gemeinderat auf eine Mandatsbesetzung in solchen Gremien nach den Mehrheitsverhältnissen geeinigt. Das hätte bedeutet: je ein Vertreter der Freien Wähler, AfD und CDU. Entsprechend schlugen die jeweiligen Fraktionen Eberhard Roth, Sven Haller und Ilona Rompel vor. Doch es gab noch einen vierten Vorschlag: Die SPD brachte Roland Hirsch ins Rennen und wich damit von der informellen Einigung ab.
Geheime Wahl wurde organisiert
Der zusätzliche Vorschlag bedeutete, dass die Verwaltung kurzfristig eine geheime Wahl organisieren musste. Es galt das Verhältniswahlrecht, das heißt, die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen werden für den Aufsichtsrat vorgeschlagen. In der Pause, in der die Wahlzettel vorbereitet wurden, berieten sich die Stadträte – auch fraktionsübergreifend – über ihr Vorgehen.
Schließlich erhielten Eberhard Roth und Roland Hirsch sieben Stimmen, Ilona Rompel sechs und Sven Haller fünf. Erstere drei werden nun in den Aufsichtsrat, die Zustimmung der Hauptversammlung des E-Werks kommende Woche vorausgesetzt, entsandt.
Als Vertreter der Stadt Lahr im Aufsichtsrat der Verwaltungsgesellschaft wurden Ibert und Roth gewählt.