Er ist ein junger Fotograf mit hohem Qualitätsanspruch: Steve Luxembourg aus Kandern. Der 33-jährige freischaffende Künstler stellt derzeit im Markgräfler Museum in Müllheim aus.
Steve Luxembourg ist in Kandern aufgewachsen. Nach seinem Studium in Braunschweig und Paris, das er mit dem Diplom und dem Meisterschülertitel an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig erfolgreich abschloss, und nach Jahren des künstlerischen Wirkens in Niedersachsen ist er vor drei Jahren aus der Großstadt in sein beschauliches Heimatstädtchen zurückgekehrt.
Auch wenn die Fotografie der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens ist, hat der ambitionierte Fotograf, der auch als Grafikdesigner arbeitet, noch weitere Talente. Dazu gehören das Zeichnen und die Musik. Als Liedermacher, Sänger und Gitarrist hat Steve Luxembourg schon mehrere Alben veröffentlicht, außerdem hat er Kurzfilme und Videoinstallationen konzipiert und gefertigt.
Schon in jungen Jahren hat den Kanderner die Fotografie in den Bann gezogen. Im Alter von fünf Jahren hatte er von seiner Großmutter eine einfache Kamera geschenkt bekommen. Nach und nach verstärkte sich in ihm der Drang, damit die Umgebung festzuhalten. Schon als junger Mensch wie auch heute fasziniert ihn vor allem die Natur, wie seine Ruhe ausstrahlenden Fotos, die sich auch mit existenziellen Fragen des Daseins auseinandersetzen, in der neuen Ausstellung im Markgräfler Museum belegen. Neben Fotografien zeigt der Künstler dabei Objekte, Kohlezeichnungen und Notizen.
Lieber analog fotografieren
Auch in der heutigen digitalen Welt bevorzugt Luxembourg die Analogfotografie, auch wenn er die Digitalfotografie wertschätzt und sie ebenso anwendet. „Das Fotografieren mit Filmen ist für mich unverzichtbar und passt zu dem, was ich mit meinen Arbeiten ausdrücken will“, sagt der Fotograf, der seine Filme in der eigenen Dunkelkammer entwickelt und auf Fotopapier belichtet. Die „Langsamkeit der Analogfotografie und das Nachdenken über ein Motiv vor der Entstehung des Bildes“ faszinieren ihn.
Steve Luxembourg ist ein Spurensucher, der in der Natur und an ausgefallenen Orten, sei es ein Hügel am Roten Rain in Kandern, der ihn schon als Kind angezogen hat, oder in der Rheinebene, im Schwarzwald und in den Vogesen Fundstücke wie Steine, Laub oder ein verlassenes Vogelnest sammelt und mit ausdrucksstarken Bildern einen Bezug dazu herstellt. Es entsteht sozusagen ein Dialog. Auch hat er sich schon in einer Ausstellung im Kanderner Heimat- und Keramikmuseum mit einem Teil der Kanderner Industriegeschichte, den abgerissenen Tonwerken sowie dem stillgelegten Schamottewerk, unter dem Titel „Tonspuren“ auseinandergesetzt.
Ausstellung in Müllheim ist bis zum 10. Mai zu sehen
Innehalten, intensives Wahrnehmen und das Nachspüren von Geheimnissen und Veränderungen der Natur und von besonderen Orten in seiner Heimat prägen seine Arbeiten. Den Besuchern eröffne die aktuelle und bis 10. Mai dauernde Ausstellung unter dem Titel „Von der Wiederkehr“ im Markgräfler Museum in Müllheim die Möglichkeit, wie Museumsleiter Andreas Weiß gegenüber unserer Zeitung sagt, die bekannte, eigene Umgebung neu zu entdecken und auch mit anderen Augen wahrzunehmen.
Es war und ist auch Steve Luxembourgs Anliegen, in seinen drei neuen fotografischen Serien „Passage“, „Aus der Herde“ und „Val“ sowie mit den Fotos zum Thema „Berg“ auch metaphorische, spirituelle und religiöse Zusammenhänge auszudrücken.
Er hat eine Lieblingskamera
Der 33-Jährige verfügt zwar über eine Sammlung an Kameras, da die Wahl des Fotoapparats vom fotografischen Genre und den spezifischen Anforderungen abhängen. Doch seine Lieblingskamera ist eine Mittelformatkamera von 1958, die er vor allem in der von ihm bevorzugten Landschaftsfotografie einsetzt.
Er will dabei mit seinem akribischen Blick Schnittstellen zwischen Zivilisation und Natur dokumentieren, Räume und Orte erkunden, die sich im Übergang oder jahreszeitlichen Wandel befinden, und deren Stimmung einfangen sowie „symbolbeladene Themen“ aufarbeiten. „Mit meinem Blick auf die Landschaft nähere ich mich Themen, die sich mit Grundfragen des Daseins beschäftigen“, sagt er.
Schwarzweiß bevorzugt
Dabei bevorzugt der Fotokünstler kontrastreiche Schwarzweiß-Fotos. „Schwarzweiß fordert einen stärker heraus, um entsprechende Lichtstimmungen einzufangen“, sagt er und fügt hinzu: „Wichtig ist, dass der Blick nicht müde wird.“
Steve Luxembourg, der schon zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen deutschlandweit und international bestritten sowie sich an Filmfestivals beteiligt hat, will sich nicht auf eine Richtung festlegen lassen, sondern stets offen für Neues sein.
Für sein kreatives künstlerisches Schaffen hat er schon mehrfach Preise erhalten, unter anderem den Nachwuchspreis „gute aussichten – junge deutsche fotografie“.