Das Interesse an der Bundestagswahl war sehr groß. Foto:  

Die Wahlergebnisse im Kandertal bringen Bewegungen nach links und rechts.

Die großen Bundestrends haben sich auch in Kandern und dem Kandertal bestätigt. Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete Binzen mit satten 88,7 Prozent – im Schnitt gingen zwischen fünf und zehn Prozent mehr Bürger zur Wahl als 2021.

 

Bei den Zweitstimmen holte die CDU die besten Ergebnisse in Binzen (37,6), Wittlingen (36,0) und Schallbach (33,6). Für die SPD war es kein schöner Abend, denn auch im Kandertal wurde die Partei von Kanzler Olaf Scholz abgestraft. Fast überall lag sie bei etwa 13 bis 17 Prozent – das hatten sich die Genossen bei Verlusten von bis zu zehn Prozent und mehr anders vorgestellt. Die Grünen lagen etwa gleich auf mit der SPD, hatten Verluste im einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen.

Ganz schlimm traf es die FDP, die in ihren Hochburgen um mehr als zehn Prozent abstürzte und in Schallbach (8,0) noch ihr bestes Ergebnis holte. Die AfD legte deutlich zu und war überall zweistellig. Binzen (13,4), Rümmingen (19,2), Schallbach (18,1), Wittlingen (14,3), Malsburg-Marzell (19,2) und Kandern (17,1) machen alle keine Ausnahme, dass die Wähler den etablierten Parteien tendenziell eher den Rücken kehrten. Daran änderten auch kämpferische Plakate – wie in Rümmingen in einem Garten zur „Verteidigung der Demokratie“ nichts.

Die Linke tat sich bislang immer schwer im ländlichen Bereich des nördlichen Landkreises Lörrach. Binzen (6,7), Rümmingen (6,8), Wittlingen (6,4) und Malsburg-Marzell (6,3) lagen über der Sperrklausel. Nur in Schallbach (2,7) und Kandern (3,3) blieb die Linke mit ihren sozialen Themen weniger erfolgreich. Das BSW landete bis auf Malsburg-Marzell (7,6) deutlich unter fünf Prozent.

Die Teams in den Wahllokalen waren meistens guter Stimmung und fix beim Zählen. Schallbach war als Erstes fertig (19.35 Uhr) gefolgt von Malsburg-Marzell (20.10 Uhr), Rümmingen (20.12 Uhr) und Wittlingen (20.14 Uhr). Binzen folgte gegen 20.31 Uhr, und Kandern hatte nur wenig später bei „Komm.One“ seine Daten beisammen.

Die Mischung aus erfahrenen Wahlvorständen und motivierten Neulingen – wie zum Beispiel in Binzen – sorgte für harmonisches Arbeiten in professioneller Atmosphäre. Die Helfer blieben ruhig und geduldig und zählten solange nach, bis der Fehler gefunden wurde.