In Nusplingen sollen die dringlichsten Kanäle in den kommenden zwei Jahren saniert werden – und zwar ohne Bagger (Symbolfoto). Foto: Uwe Anspach/dpa

Einige Kanäle in Nusplingen weisen komplexe Risse auf und müssen saniert werden. Wie das vonstatten gehen soll, würde jüngst im Gemeinderat vorgestellt.

Im Zuge der Eigenkontrollverordnung werden in Nusplingen Kanalsanierungsarbeiten notwendig. Diese sollen im kommenden Jahr sowie 2027 im Abwasserkanalsystem erfolgen.

 

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Diplomingenieur Andreas Stauß vom Planungsbüro Kovacic den Sanierungsbereich, die Sanierungsmethode und die Kosten vor.

Für die Nusplinger Kanäle wurde ein großes Sanierungspaket geschnürt

Um es vorweg zu nehmen: Gerechnet wird mit Baukosten in Höhe von rund 500 000 Euro. „Wir haben uns die vordringlichsten Sachen angeschaut und ein großes Sanierungskonzept geschnürt“, erklärte Stauß.

Dies mache mehr Sinn, als kleinteilige Sanierungsarbeiten, da dann nicht mehrfach für die Einrichtung der Baustelle gezahlt werde müsse. Es handle sich bei allen Maßnahmen um ein so genanntes grabloses Verfahren in geschlossener Bauweise. „Wenn ein Bagger anrückt, haben wir was falsch gemacht“, so Stauß augenzwinkernd.

Die zu sanierenden Kanäle werden komplett mit einem in Kunstharz getränkten Schlauch ausgekleidet. Dieser härtet aus und funktioniert dann wie ein ganz normales Rohr. „Wir haben damit bereits bei der Sanierung der Bergstraße gute Erfahrungen gemacht“, bestätigte Bürgermeister Jörg Alisch.

Die vordringlichsten Kanäle werden an einem Stück geflickt

Schon allein was die Haltbarkeit angehe, mache es Sinn, die gesamten Kanäle auszukleiden, anstatt nur einzelne Risse zu flicken. Der so genannte Schlauch-Liner besitze eine Haltbarkeit von etwa 50 Jahren, versprach Stauß.

Er präsentierte dem Gremium die Straßen und Schäden, die gerichtet werden sollen. Betroffen sind unter anderem die Bereiche am Marktplatz, die Freudenweiler Straße und die Kanalstraße.

In den Abwasserkanälen wurden zum Teil komplexe Rissbildungen festgestellt, an manchen Stellen seien Stücke herausgebrochen, Scherben im Rohr oder Wurzeln eingewachsen. Alles, was in den Kanal hineinrage, wird mit einem Roboter weggefräst.

Nach einer Befahrung mit der Kamera wird dann der Schlauch-Liner gelegt, erklärte der Diplomingenieur. „Die vordringlichsten Kanäle sind dann am Stück gerichtet“, fasste er zusammen.

Gebaut wird voraussichtlich von Mai 2026 bis August 2027

Die Ausschreibung der Arbeiten soll nun schnellstmöglich erfolgen, damit die Vergabe zum Jahresbeginn 2026 durch den Gemeinderat erfolgen kann. Stauß rechnete mit einer Bauzeit von etwa Mai 2026 bis August 2027.

Die Baukosten in Höhe von rund 500 000 Euro könnten somit auch auf zwei Haushaltsjahre verteilt werden. Die Nusplinger Gemeinderäte stimmten dem Vorschlag einhellig zu.