Im Bereich "Hochberg" im Ortsteil Locherhof müssen Kanäle mittels Inlinerverfahren saniert werden. Die Arbeiten wurden schon begonnen, sind aber witterungsbedingt noch nicht abgeschlossen. Foto: Herzog

Die Gemeinde wird künftig mehr Geld für die Untersuchung und Sanierung des Kanalnetzes in die Hand nehmen müssen. Zunächst werden für Befahrung 13 800 Euro ausgegeben.

. In der Sitzung des Gemeinderats berichtete Bürgermeister Franz Moser über die Zusammenarbeit mit der Nachbarkommune Dunningen bei der Auftragsvergabe von Kanalbefahrungen im Rahmen der gesetzlichen Eigenkontrollverordnung (EKVO). Inzwischen sei die Befahrung des Kanalnetzes im Ortsteil Locherhof erfolgt. Die Auswertung mit Klassifizierung der Schäden nach Dringlichkeit und ein darauf abgestimmtes Sanierungskonzept fehlten aber noch.

Für diese Leistungen liege der Gemeinde ein Angebot der Büros BIT-Ingenieure in Höhe von rund 13 800 Euro vor. Nach einer ersten Analyse stünde jetzt schon fest, dass Kanäle im Bereich "Hochberg" in hohem Maße schadhaft und undicht seien. Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, die in Dunningen tätige Rohrsanierungsfirma Diringer und Scheidel mit der Sanierung der Kanalstrecke am Hochberg zu beauftragen. Dies geschähe mittels Inlinerverfahren und koste knapp 20 000 Euro. Mit der Sanierung sei zwar schon begonnen worden, sie könne jedoch erst nach der Winterpause fertiggestellt werden, schilderte der Bürgermeister.

Gesetzliche Vorgaben

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben müssten im kommenden Jahr die restlichen Kanäle in Locherhof abgefahren und auch in Mariazell damit begonnen werden. Das dortige Kanalnetz sei circa achteinhalb Kilometer lang, wodurch für eine Befahrung mit Reinigung und Dokumentation mit Ausgaben von etwa 25 000 Euro zu rechnen sei. Hinzu käme dann noch die Aufstellung eines Maßnahmenkonzeptes für die Sanierung, für die rund 15 000 Euro fällig würden.

Nach Erfahrungswerten in anderen Gemeinden rate das für Eschbronn zuständige Ortsbauamt Dunningen, für unaufschiebbare Maßnahmen 100 000 Euro im Haushalt 2022 vorzusehen und dies auch für die Folgejahre. "Bisher haben wir für Kanalunterhaltungsmaßnahmen jährlich 21 000 Euro eingeplant. Das wird künftig aber nicht reichen", räumte der Bürgermeister ein. Rat Fred Zehnder vermisste bei dem Angebot von BIT den Umfang der Leistungen. "Reden wir da von Teilabschnitten oder dem gesamten Kanalnetz?", wollte Zehnder genau wissen. Außerdem erinnerte er sich, dass immer nur einzelne Bereiche abgehandelt werden. Um den Überblick zu behalten, brauche es da eine Dokumentation, forderte das Ratsmitglied.

Von der Befahrung gibt es ein Video

Laut Moser beinhaltet das BIT-Angebot den kompletten Ortsteil Locherhof. Eine Dokumentation sei vorhanden. Dennoch sei die Gemeinde durch EKVO gesetzlich dazu verpflichtet, das Kanalnetz alle zehn Jahre zu untersuchen. Rainer Scheck störte, dass bei der Befahrung keine Auswertung vorgenommen wird. "Das eine geht doch ohne das andere nicht", urteilte er.

Wie der Bürgermeister erklärte, gebe es von der Befahrung ein Video. Die Schäden auszuwerten, zu beurteilen und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, sei dann die Aufgabe eines Ingenieurbüros. Den Abschluss eines Ingenieurvertrags für 13 800 Euro mit dem Büro BIT billigte der Gemeinderat einstimmig. Ebenso, im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 mehr Mittel für die Unterhaltung des Kanalnetzes einzustellen.