Das südliche Kanalisationsnetz von Dauchingen wird bis 2029 komplett saniert. Der vordringlichste Sanierungsbedarf im Bereich Reute- und Zimmerstraße erfolgt bereits 2026. Foto: Rainer Bombardi

Mit einem 7,5-Millionen-Euro-Paket saniert Dauchingen bis 2029 das südliche Kanalisationsnetz. Damit will sich die Gemeinde vor Starkregenereignissen schützen.

Die Bevölkerung im Südwesten von Dauchingen kann aufatmen. Ein Ende der oberflächlichen Mischabwasserableitungen über die Schachtdeckel und der Rückstauungen in die Keller ist in Sicht.

 

Der Gemeinderat nahm die vom Ingenieurbüro Gfrörer ausgearbeiteten Maßnahmen zur Kenntnis, die in drei Sanierungsetappen dazu führen, die Einstauungen und Rückstauungen in den Mischwasserkanälen abzubauen beziehungsweise, dass sie der Vergangenheit angehören.

Die Gesamtsanierung des südlichen Kanalisationsnetzes inklusive der Erneuerung der Wasserleitung und Hausanschlüsse, der Verlegung von Leerrohren für das Glasfasernetz und der Komplettsanierungen von Straßen und Gehwegen ist mit rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Komplettsanierung erfolgt entsprechend ihrer Priorität bis ins Jahr 2029 und beginnt im kommenden Jahr mit der Realisierung der dringlichsten Tiefbaumaßnahmen im Kreuzungsbereich der Zimmerstraße/Reutestraße.

90 Prozent Entlastung

Der Bau eines zusätzlichen Kanals leitet bei Starkregenereignissen die hydraulische Mehrbelastung in ein neu erstelltes Regenrückhaltebecken und entlastet das südliche Entwässerungsnetz um rund 90 Prozent. Das Regenrückhaltebecken hat ein Volumen von 550 Kubikmeter, das sich bei maximaler Belastung in rund 13 Stunden in Richtung bestehendem Kanalnetz im Gewerbegebiet Riesenburg entleert. Es wir davon ausgegangen, dass diese Situation maximal an drei Tagen pro Jahr eintritt.

Aufgrund der Vergrößerung weiterer Kanäle inklusive baulichen Maßnahmen in der Villinger Straße wird in den Folgejahren das gesamte südliche Entwässerungsnetz saniert. In der Eigenverantwortung der Gebäudeeigentümer liegt, inwieweit sie einen Rückstau in ihr Anwesen durch den Einbau von Rückstauklappen in den Hausanschluss zusätzlich verhindern.

Keine erhöhte Überschwemmungsgefahr

Bürgermeister Torben Dorn widerlegte zudem die in der August-Sitzung aufgekommene Befürchtung, dass mit der Dorfplatzsanierung die Überschwemmungsgefahr im Süden zunimmt. „Gemäß Berechnungen des Ingenieurbüros stammen 0,68 Prozent der gesamten Wassermenge im südlichen Kanalisationsnetz vom Dorfplatz. Zudem führt eine Vergrößerung der Kanalisation der Butschhof- und der Gartenstraße nicht zur gewünschten Entlastung.“

Für Günter Klotz (UB) ist die Situation klar. „Wir müssen den Fachleuten vertrauen, dass sie das Richtige planen.“ Andreas Lorenz (UB) appellierte, die Maßnahmen nach Plan umzusetzen.

Für Jürgen Laufer stellte die Entwässerung der Villinger Straße über das neue Rückhaltebecken den einzigen finanzierbaren Weg dar.

Nördliches Kanalisationsnetz

Hinsichtlich einer möglichen Geruchsbelästigung aufgrund der Vergrößerung der Kanalisation plädierte auch Dorn dafür den Berechnungen des Ingenieurbüros zu vertrauen. Er erläuterte diese, in denen explizit darauf hingewiesen wird, die Durchmesser der Kanalisationen nur so weit wie nötig zu vergrößern.

Auch für das nördliche Kanalisationsnetz der Gemeinde sind bereits drei Sanierungsetappen definiert. Aufgrund der Dringlichkeit erfolgt deren Sanierung ab 2030.