Budo: Vor 20 Jahren weiht das Budo Zentrum Rottweil seine zweite Trainingsstätte im Neckartal ein.

Wer heute an Budo, die japanischen Kampfkünste denkt, dem fallen zu aller erst Judo, Karate, Aikido oder JuJutsu ein. Diese Sportarten sind bekannt. Ob sie nun olympisch sind oder durch Hollywood Bekanntheit erlangten, irgendwie hat jeder seine eigenen Vorstellungen davon.

Das Budo Zentrum Rottweil bietet diese Kampfsportarten bereits seit den 1960er Jahren an. Aber auch die wenig bekannten "Exoten" wie Kendo, den Schwertkampf und Kyudo, das japanische Bogenschießen werden bereits viele Jahrzehnte in Rottweil gelehrt. Der Verein stand vor 30 Jahren vor der Frage, wie können diese beiden Budo-Disziplinen Kendo und speziell das Kyudo bessere Bedingungen für das Training erhalten?

Das bestehende Dojo (Übungshalle) beim Rottweiler Freibad erweitern, war nicht möglich. Es reifte der Plan ein eigenes Kyu-Dojo, also eine Trainingsstätte, die die Bedürfnisse von Kendo und Kyudo berücksichtigt, zu bauen. Ein langer Prozess der Suche nach einem geeigneten Gelände begann.

Unter der Federführung von Fritz Gabler

Im Laufe der Jahre waren die verschiedensten Grundstücke im Gespräch und wurden auf ihre Tauglichkeit hin geprüft, aber erst Mitte der 1990 Jahre war durch die Auflassung der Industriebrache Rhodia im Rottweiler Neckartal die Chance auf einen Grundstückserwerb gegeben.

Unter der Federführung von Fritz Gabler, dem damaligen Vorstand, erwarb der Verein ein Gelände, das ehemals als Bahnanschluss diente. 1997 ließen die Mitglieder des Vereins die Muskeln spielen und die schweißtreibenden Abbrucharbeiten des kleinen Verladebahnhofes und der Bau des Dojos begann.

Ein Jahr dauerte es nach Planungsabschluss, bis die japanischen Bogenschützen ihr erstes Training im Rohbau des neuen Dojo abhielten. Noch heute sind einige der damals auf der Baustelle arbeitenden Mitglieder im Verein tätig.

Und wenn die Kendoka Tsuneo Suzuki und Ralf Ramsch und die Kyudoka Irene Neumaier und Marion Moritz zusammensitzen, können sie einiges aus dieser Zeit erzählen. Freizeit war in diesem Jahr des Dojo-Baus ein Fremdwort. Gemeinsam arbeitete man an dem einen Ziel: Einen Trainingsort, der den Anforderungen des japanischen Schwertkampfes und des Bogenschießens gerecht wurde, zu bauen.

Im Jahr darauf, 1999, nachdem auch der Innenausbau fertiggestellt war, wurde die neue Trainingsstätte feierlich eingeweiht. Die beiden Bogenmeister Joshio Sekine und Akira Sato zelebrierten diesen Anlass des "Dojo Biraki" in traditionell japanisch-shintoistischem Stil. Seither trägt das Dojo den japanischen Namen "Shu Gi Kan" – Kyu Dojo, was übersetzt "Technik erlernen, Geist reifen" – Bogenhalle heißt.

Es ist schon etwas sehr besonderes ein solches Dojo in einer Kleinstadt, wie Rottweil sie ist, anzutreffen. Selbst heute, in dem Jahr, in dem Kyudo sein 50-jähriges Jubiläum in Deutschland feiert, kann man die Zahl, der im traditionell japanischen Stil errichteten Trainingsstätten, an einer Hand abzählen.

Es sind eher die Kyudogruppen in den Großstädten, die aufgrund großer Mitgliederzahlen solche Projekte stemmen können. Um so mehr kann das Budo Zentrum stolz sein, neben dem Dojo am Freibad, mit dem Kendo- und Kyu-Dojo im Neckartal optimale Bedingungen für das Üben des Schwertkampf und des Bogenschießen anbieten zu können. International erfahrene Trainer/innen leiten die Übenden an.

Informationen zu Kendo und Kyudo gibt es auf www.budo.zentrum.de und www.kyudo-rottweil.de.

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