Monika Stein wird – wie bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2018 – im kommenden Jahr erneut um den Posten an der Rathausspitze kandidieren. Foto: Andreas Lörcher

Die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein fordert Martin Horn heraus. Sie will bei der Oberbürgermeisterwahl in Freiburg im kommenden Jahr gegen den Amtsinhaber antreten.

Die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Monika Stein (55, parteilos), tritt im kommenden Frühjahr bei der Oberbürgermeisterwahl in Freiburg für die Grünen gegen Amtsinhaber Martin Horn (40, parteilos) an. Das hat Stein am Mittwoch nach einer entscheidenden Sitzung des Grünen-Kreisparteirats bestätigt.

 

Die Entscheidung der Grünen für Stein fiel in der Sitzung einstimmig. Weitere Gruppen im Gemeinderat, darunter Die Linke Liste, verschaffen der Kandidatin im Stadtrat schon jetzt eine Mehrheit. Sie wollen aber auch mit der SPD, die vor acht Jahren Martin Horns Kandidatur auf den Weg gebracht hatte, und der CDU sprechen und erhoffen sich einen konstruktiven Dialog, so Stein im Gespräch mit unserer Redaktion.

Stein hat große Teile des Gemeinderats hinter sich

In den vergangenen Jahren sei sie von vielen Seiten auf eine neuerliche Kandidatur angesprochen worden. Am Ende habe sie sich bei den Grünen selbst für eine mögliche Kandidatur ins Gespräch gebracht. Es sei aus ihrer Sicht gut, dass die Freiburger Grünen gegenüber früheren Jahren politisch „nach links gerutscht“ seien, so Stein.

Aber es sei ihr auch wichtig, über das parteipolitische Spektrum hinweg als Bewerberin wahrgenommen zu werden, auf deren Wort Verlass sei: „Ich wackle nicht bei Zusagen.“

Fokus liegt auf Klima und Bildung

Trotz der breiten Unterstützung im Stadtrat sei ihre Kandidatur kein Selbstläufer. Als GEW-Landesvorsitzende werde sie sich beurlauben lassen, um im Wahlkampf Präsenz zeigen zu können. Eigentlich habe sie die Kandidatur erst später bekannt machen wollen, die vielen öffentlichen Spekulationen zuletzt hätten aber den Druck diesbezüglich erhöht.

Noch stehe ihr Wahlprogramm nicht im Detail. Klar sei aber, dass Freiburg klimagerechter und für die Folgen des Klimawandels fitter gemacht werden müsse. Das Thema bezahlbare Wohnungen stehe ebenfalls weit oben auf ihrer Agenda. „Wir sind da mit der Stadtbau gut aufgestellt, aber es braucht auch die privaten Initiativen, wie das Mietshäuser Syndikat“, zeigt Stein einen möglichen Weg auf.

Das Rennen um den Posten als Freiburger Rathauschef nimmt fahrt auf. Foto: Alexander Blessing

Bildung und Teilhabe seien ein weiterer Schwerpunkt. „Das Land ist da auf einem guten Weg“, den es auch in Freiburg umzusetzen gelte, beispielsweise bei den frühkindlichen Bildungsangeboten. Das sei auch ein Teil der Stadtentwicklung und Standortpolitik, der ihr wichtig sei, so Stein weiter. Zu einer Politik der „pragmatischen Mitte“ gehöre es auch, die Frage zu stellen, was die Stadt brauche, um den Wirtschaftsstandort zu sichern.

Freiburg ist ihre Heimatstadt

Die Freiburger Lehrerin und ehemalige Stadträtin hatte sich bereits 2018 als Kandidatin des linken Spektrums um das Amt beworben und in beiden Wahlgängen über 20 Prozent der Stimmen geholt. Vor wenigen Tagen hatte sie die Debatte um ihre mögliche Kandidatur noch als verfrüht bezeichnet.

Stein ist verheiratet, Freiburgerin und war mehrere Jahre Mitglied bei den Grünen, bevor sie aus der Partei austrat und im Stadtrat politisch links von den Grünen zeitweise die „Grüne Alternative Freiburg“ vertrat, die auch jetzt wieder zu ihrem Unterstützerkreis gehört. „Ich bin Freiburgerin durch und durch“, so Stein am Mittwoch. Ihre Kandidatur sei getragen von der „tiefen Verbundenheit“ mit ihrer Heimatstadt.