Der schwächster Jahrgang seit Jahren: Die weiterführenden Schulen in Triberg werben intensiv um Anmeldungen.
Die Anzahl derjenigen, um die es geht, ist endlich – die Schülerinnen und Schüler, die im Sommer die Grundschule verlassen. Und dies trifft wohl in diesem Jahr ganz besonders stark zu – laut der Schulleiter sei das in der Region der schwächste Jahrgang seit Langem.
Daher kämpfen die weiterführenden Schulen einmal mehr um die derzeitigen Viertklässler. Bei einem Info-Tag zeigten sich die Realschule und das Schwarzwald-Gymnasium von ihrer besten Seite und warben um die Schülerinnen und Schüler. Denn - um eine Schule und vor allem die Zweizügigkeit dauerhaft erhalten zu können, sind gewisse Anmeldezahlen nötig. Gemeinsam führen Schwarzwald-Gymnasium und Realschule den Schnupper-Samstag durch – die einen bereits um neun Uhr, der zweite Part beginnt dann ab Mittag. In diesem Jahr begann das Schwarzwald-Gymnasium den Reigen. Vorausgeschickt – beim Übergang zum Gymnasium zählt wieder die Grundschulempfehlung, dennoch herrschte dort erheblich mehr Gedränge.
Erlebnis Schnuppertag
Dass am Gymnasium sehr intensiv gearbeitet wird, konnten Eltern und potenzielle Schüler beim Schnuppertag erleben – schon bevor es „ans Eingemachte“ ging. Denn die Schülerinnen und Schüler erlebten in der Aula des Schwarzwald-Gymnasiums Triberg zunächst moderne deutsche Musik von Schülerinnen der Abi-Klasse Musik. Mit einem kleinen Anspiel bewiesen die Mitglieder der Theater-AG ihr Können.
Kurz und schmerzlos machte Rektor Oliver Kiefer die Begrüßung. Er zeigte auf, dass eine der kleinsten Schulen im Land auf dennoch sieben Stockwerken Unterricht anbiete. Deutlich fundierter als andere Schularten, so Kiefer, vermittle das Gymnasium eine breite Allgemeinbildung.
Mehr als 60 interessierte Jungs und Mädels waren mit ihren Eltern gekommen, um das Gymnasium näher zu betrachten. Rektor Kiefer hofft auf um die 40 Anmeldungen – damit wären kleine Klassen und der Erhalt der Zweizügigkeit gesichert. Auch die Digitalisierung wurde angesprochen – ab der achten Klasse erhalte jeder Schüler ein Ipad. Wichtig seien engagierte Lehrer, eine Schule sei nur so gut wie ihre Lehrkräfte. Beim „Schnuppern“ legte die Schule nicht so sehr Wert darauf, alle Fächer zu präsentieren, vielmehr auf „Spezialitäten“ wie den Pausensport oder Erlebnispädagogik. Infos zu naturwissenschaftlichen Fächer gab’s im Theatersaal, man konnte sich ebenso über Geschichtsunterricht oder Sprachen erkundigen. In der Eingangshalle stellten sich Zusatzangebote vor – Schülermitverantwortung, Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung und individuelle Förderung ebenso wie das Sozialcurriculum.
Mit dem Mittagsschlag begann dann der Besuch an der Realschule. Zunächst begrüßte die derzeitige Orchester-AG unter der Leitung von Josef Spath Eltern und knapp 60 Kinder musikalisch. Danach zogen dann unter der Führung einiger Schüler die interessierten Viertklässler durchs Haus, die Eltern schlossen sich dem stellvertretenden Schulleiter Michael Engst an, vereinbarten auch schon mit Schulsekretärin Ute Krompholz einen Gesprächstermin, später zogen auch sie durch die Stationen.
Mit den Händen arbeiten
Den Kindern wurde zunächst gezeigt, was in den einzelnen Zimmern so vor sich geht, die Elterngruppen folgten ihren Spuren. Die einen zog es danach in den Technikraum zu Christof Duffner, wo man einen kleinen Papierhalter selbst anfertigen konnte, es wurde genäht und gehämmert, das Fach AES (Alltagskultur, Ernährung und Soziales) präsentierte sich mit einem selbst genähten Kräutersäckchen oder Smoothies, in den naturwissenschaftlichen Fächern konnte man mikroskopieren oder Brausepulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen herstellen.
Viel Wert legte Engst auf die Präsentation des bilingualen Zuges, in dem „normale“ Unterrichtsfächer in englischer Sprache unterrichtet werden. Tatsächlich schien dies bei Eltern wie auch Kindern auf großes Interesse zu stoßen.
Wer sich für welche Schule entscheiden wird, ist noch offen, denn die verbindliche Anmeldung, am Gymnasium verbunden mit einem persönlichen Gespräch, ist von Montag, 9., bis Donnerstag, 12. März.