Ralf Thoma (links) und Arno Schülke vom Imkerverein Grenzach-Wyhlen setzen sich aktiv im Kampf gegen die Asiatische Hornisse ein. Foto: Rolf Rombach

Der Imkerverein rüstet auf gegen die Asiatische Hornisse. Die ehrenamtlichen Experten rechnen mit einem Anstieg an Nestfunden in den nächsten Jahren.

Grenzach-Wyhlen. Invasive Insekten beschäftigen seit Jahren immer mehr die Behörden. Nach dem Buchsbaumzünsler und der Tigermücke ist mit der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) ein drittes Tier in der Doppelgemeinde zunehmend auffallend.

 

Der Nachteil des Nestbauers: Für den Proteinbedarf werden heimische Insekten gejagt. Ein einziges Volk benötigt im Jahr bis zu elf Kilogramm Biomasse, was über 110 000 leichten Insekten entspricht. Mit ihren gelben Beinen oder komplett schwarzen Oberkörper unterscheidet sich das asiatische Tier deutlich von der heimischen Art mit ihren rotbraunen Extremitäten.

Für den ehemaligen Nebenerwerbslandwirt und Inzlinger Gemeinderat Karl Fisch scheinen die Behörden bereits kapituliert zu haben vor der Asiatischen Hornisse: „Es läuft alles unterm Schirm. Es wird weniger gemacht als beim Thema Bienensterben. Die Hornisse ist eine Bedrohung für alle“, warnt Fisch und vermisst mehr Reaktionen bei den verschiedenen Naturschutzverbänden wie NABU und BUND, die vor einigen Jahren beim Thema Bienensterben sehr aktiv waren.

Verein will helfen

Mangels Fressfeinden ist der Invasor hierzulande nur durch Handarbeit zu bekämpfen. Arno Schülke vom Imkerverein Grenzach-Wyhlen ist nicht nur ausgebildeter Bekämpfer der asiatischen Hornisse, er bildet auch aus, Nester fachgerecht zu entfernen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklären Schülke und sein Vereinskamerad Ralf Thoma, wie der Verein künftig noch effizienter helfen möchte, die fremden Hornissen zurückzudrängen.

Mehr Nester

„Sie ist gekommen, um zu bleiben“, muss Thoma einräumen. Dennoch möchte man im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland noch nicht aufgeben. Im März 2025 wurde die Bekämpfungspflicht ausgesetzt und man wechselte von der sogenannten Bekämpfungsphase in die Managementphase. Das bedeutet aber auch: Wer ein Nest entdeckt, ist nicht mehr zwingend zur Entfernung verpflichtet. „Ein gesunder Bienenstock kann sich gegen die Hornissen meistens wehren“, weiß der Imker aus Erfahrung. Freilebende Insekten haben allerdings weniger gute Chancen sich zu verteidigen. 2023 hatte der Imkerverein ein Nest zu entfernen, 2024 waren es schon drei, ehe im vergangenen Jahr mit 13 Nestern der asiatischen Hornisse die exponentielle Ausbreitung schon fast bestätigt wurde.

Aus einem Volk entstehen im Herbst 500 bis 1000 Jungköniginnen, die sich Fettreserven zulegen und von mehreren Männchen befruchtet werden. Je nach Witterung starten sie im Laufe des März mit dem Bau eines geschützt liegenden Primärnests, das einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimeter erreicht. Wird es darin zu eng, wird ein Sekundärnest angelegt, 80 Prozent der Fälle in großen Bäumen auf 25 bis 30 Meter Höhe mit einem seitlichen Einflugloch, was charakteristisch für den Eindringling ist im vergleich zu den einheimischen Artgenossen.

Eigene Ausrüstung

Bisher muss der Verein sich eine Bekämpfungslanze ausleihen. Um nun flexibler zu sein, soll eine eigene Ausrüstung zugelegt werden. Die Imker rechnen mit 5000 Euro Kosten, denn es werden auch spezielle Schutzanzüge benötigt, da die asiatische Hornisse einen langen gefährlichen Stachel hat. Da derzeit die staatlichen Entschädigungen ausgesetzt sind, kommen rund 85 Euro Personalkosten je Stunde auf die Grundstückseigentümer zu.

Mit der bis zu 30 Meter langen Lanze wird zunächst Aktivkohle in das Nest eingebracht und später mit einem Reißhaken entfernt. Um dieses Engagement zum Schutz der heimischen Tierwelt zu unterstützen, haben die Verantwortlichen des Wyhlener Adventszaubers bereits eine Zusage über 1000 Euro an den Imkerverein gemacht. Dieser hofft auf weitere Spenden und Helfer, die die Bekämpferausbildung machen möchten.Mehr über die Hornisse teilt der Imkerverein auf seiner Homepage mit unter www.imkerverein-grenzach-wyhlen.de.