Die Imker in Geislingen kämpfen seit dem Sommer gegen die ansteckende Tierkrankheit Amerikanische Faulbrut (AFB). Unterstützung erhalten sie dafür jetzt von der Raiffeisenbank Geislingen-Rosenfeld.
Das neue Projekt hat der Vorstandssprecher Thomas Merz jüngst der Generalversammlung vorgestellt: Um einen Beitrag zum Naturschutz in der Region zu leisten, wolle die Bank die frühzeitige Testung der Bienenvölker übernehmen.
Dafür wurde eine Kooperation mit einem regionalen Labor für Tiermedizin eingegangen: Die Balinger ZAKLAB GmbH wird die Analyse der Proben auf AFB zu einem vergünstigten Preis übernehmen.
Bereits im Sommer haben Merz und die ZAKLAB-Geschäftsführerin Nicole Ettischer-Schmid darüber mit Ludwig Englert gesprochen. Der kommissarische Vorsitzende des Imkervereins Balingen-Geislingen-Rosenfeld erläutert auf Frage unserer Redaktion, was konkret geplant ist: Im Frühjahr soll präventiv eine großflächige Beprobung erfolgen. „Um die Faulbrut unten zu halten, müsste eigentlich eine ständige Überwachung erfolgen. Manche Imker machen das auf eigene Kosten auch, aber der Verein kann das flächendeckend nicht leisten.“
Der Raiba-Vorstandssprecher Merz beantwortet weitere Fragen zu der Spende im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms:
Wie sind Sie auf das Problem der Geislinger Imker aufmerksam geworden?
Aus der Naturverbundenheit heraus berührt mich das Schicksal der Bienen besonders. Als ich vom errichteten Sperrbezirk gelesen habe, war für mich klar: hier gibt es regionalen Handlungsbedarf.
Warum unterstützt Ihre Bank die Betroffenen?
Wir haben uns über die Situation grundlegend informiert. Im Gespräch haben wir unsere Hilfe angeboten und überlegt, auf welche Weise wir helfen können. Ludwig Englert hat vorgeschlagen, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dies könne man mit der frühzeitigen Testung der Bienenvölker erreichen und somit den Schaden für die Imker begrenzen.
Wie sieht diese Hilfe aus?
Schnell war für uns klar, dass wir die ZAKLAB GmbH einbinden wollen. Der Vorteil einer schnellen Testung im Labor in Endingen liegt auf der Hand. Die Geschäftsführerin Nicole Ettischer-Schmid war von der Idee sofort sehr angetan und hat zugesagt, die Tests zu den Eigenkosten durchzuführen. Das Testverfahren konnte sie mit den Anforderungen des Verterinäramts abstimmen. Das lief alles reibungslos.
Um welche Art Tests handelt es sich dabei?
Bei den Tests handelt es sich um die sogenannte Futterkranzprobe. Dabei wird Honig aus dem Futterkranz einer Brutwabe entnommen und an das Labor geschickt. Die Imker selbst können die Proben entnehmen.
Wieviele Tests sind nötig?
Die Testungen sollen im Sperrgebiet und bei Bienenvölker im angrenzenden Gebiet gleich im Frühjahr vorgenommen werden. Danach idealerweise alle drei Monate.
Was kostet einer dieser Tests?
Ein Test kostet regulär circa 30 Euro. In Rechnung gestellt wird uns circa die Hälfte. Wir wollen die Tests bis 2500 Euro jährlich übernehmen. Das Projekt haben wir auf zwei Jahre angelegt. Wir hoffen, dass nach zwei Jahren eine Verbesserung festgestellt werden kann.