Die Stadt Bad Liebenzell bekommt eine neue Attraktion. In Maisenbach-Zainen entsteht ein Erlebnispark. Dieser dürfte ziemlich einzigartig werden.
In Maisenbach-Zainen hat der Verein Zedakah seinen Sitz. Das hebräische Wort bedeutet wörtlich übersetzt „Wohltätigkeit“. Friedrich und Luise Nothacker gründeten 1960 das Werk.
Der Verein kümmert sich unter anderem um Holocaustüberlebende. Dazu betreibt er in Israel ein Gästehaus und ein Pflegeheim. Der Verein vermittelt Christen aus dem deutschsprachigen Raum, damit sich diese um die Bewohner der beiden Häuser kümmern.
Geschichte des Holocaust
Ein weiteres Anliegen von Zedakah ist der Kampf gegen den Antisemitismus. Dazu entstand in Maisenbach-Zainen das iP-Zentrum. iP steht für IsraelPerspektive. Es ist ein multimediales Bildungs- und Begegnungszentrum. Besucher aller Altersgruppen sollen in Fachvorträgen, Ausstellungen und Programmen mehr über das Land Israel, das Judentum und die Geschichte des Holocaust erfahren.
Inzwischen nimmt der Verein Zedakah das nächste Projekt in Angriff. Er will einen Israel-Erlebnispark bauen. Dort sollen die Besucher das Land Israel auf spielerische Weise kennenlernen. Zedakah möchte dadurch das Angebot des iP-Zentrums ergänzen. Der Verein erkennt in dem Park eine Möglichkeit, den Antisemitismus zu bekämpfen. Das Projekt dürfte ziemliche einzigartig sein.
Der Technische Ausschuss der Stadt Bad Liebenzell hat das Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung gebilligt. Für diesen Israel-Erlebnispark sind auch Schuppen und Lagerräume notwendig. Diese darf der Verein Zedakah ausnahmsweise auch außerhalb der überbaubaren Flächen errichten.
Darüber hinaus überschneiden sich die Abstandsflächen der geplanten Hütten. Das überprüft aber nicht die Stadt, sondern das Landratsamt Calw als Baurechtsbehörde.
Sehr kritisch sieht die Stadtverwaltung den Standort des mobilen Toilettenwagens direkt an der nördlichen Grenze der Baugrundstücke. Nach Aussage von Zedakah soll dieser Toilettenwagen jedoch nur vorübergehend dort stehen. Der Verein mietet ihn für entsprechende Gruppen, zum Beispiel Pfadfinder, an. Das ist zulässig und muss nicht genehmigt werden, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.
Stirnrunzeln löste bei der Stadtverwaltung der geplante etwa vier Meter hohe Zaun zwischen den Übernachtungshütten und den Stellplätzen aus. Wenn auch weit innerhalb des zu bebauenden Grundstücks sieht das Rathaus den Zaun als „sehr unästhetisches und sehr abgrenzendes Bauwerk“, heißt es in der Vorlage zur Ausschusssitzung.
Die Stadtverwaltung regte an, keinen vier Meter hohen Zaun zu bauen, sondern ein mobiles Netz zu installieren, das sich bei Bedarf punktuell auf vier Meter erhöhen lässt. Zedakah sagte zu, diese Anregung zu prüfen.
Kritik an Zaunanlage
Als Abgrenzung des Israel-Parks zur benachbarten Alpakaweide plant Zedakah auf der westlichen Grenze eine geschlossene Zaunanlage, die 2,50 beziehungsweise 1,60 Meter hoch sein soll.
Auch diesen Zaun sieht die Stadtverwaltung in Bezug auf Mäuse, Eichhörnchen und Kriechtiere sehr kritisch. „Ebenso ist das Aussehen mit Blick aus Richtung Natur in Richtung des Erlebnisparks eine sehr harte Trennung beziehungsweise ein sehr harter Übergang“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Rathaus regte an, die unteren zehn bis 20 Zentimeter frei zu lassen und/oder im Wechsel offene und geschlossene Elemente zu verwenden. Zedakah sagte zu, diesen Hinwies zu berücksichtigen und die Verwaltung darüber zu informieren.