Welche Motive haben dieses Mal Einzug gefunden? Günther Meinhold und Ingrid Helber präsentieren die druckfrischen Exemplare des Balinger Heimatkalenders 2026.
So viel sei bereits im Vorfeld verraten: Auch 2026 kann man in den Kalendern für Balingen und Frommern/Dürrwangen/Stockenhausen jeden Monat wie durch ein Fenster in die Geschichte der Heimat blicken. Zahlreiche Postkartenmotive und Aufnahmen zeichnen ein lebendiges Bild von ihr.
Bei der Motivauswahl können die Kalendermacher aus einem reichen Fundus schöpfen: Denn als Günther Meinholds Großvater Konrad einst zum Kriegsdienst eingezogen wurde, waren es keine Liebesbriefe, die er aus dem Schützengraben in Frankreich nahezu täglich an seine Liebste schickte, sondern Ansichtskarten.
Ein eingespieltes Team
„Die Erinnerungsstücke wurden alle in Alben aufbewahrt“, erzählt Meinhold, der diese später erbte und nicht nur sorgfältig hütete. Mehr noch ist daraus seine Leidenschaft für historische Postkarten aus Balingen und Umgebung erwachsen.
Auch die Historikerin und Kunsthistorikerin Ingrid Helber besitzt viele Fotos, Zeichnungen und Zeugnisse aus der Vergangenheit, die Einzug in die Kalender finden.
Die beiden sind ein eingespieltes Team. Während sich Günther Meinhold insbesondere dem Kalender mit Motiven aus seinem Heimatort Frommern widmet, lässt Ingrid Helber ihr historisches Wissen in den Balinger Kalender einfließen.
Wertvolle Zeugnisse der Stadtgeschichte
Das Titelbild von letzterem schmückt 2026 eine Lithographie aus dem Jahre 1897, die einen „Gruss aus der Stadt Balingen“ entbietet. Darauf ist neben der Hauptstraße, dem damaligen Krankenhaus, Kirchturm und Wasserturm auch die Burg Hohenzollern zu sehen.
Als Verleger wird Friedrich Speidel genannt, der bereits 1860 ein Fotogeschäft in Balingen eröffnete und dessen fotografische Dokumentation des Hochwassers von 1895 bis heute zu den wertvollen Zeugnissen der Stadtgeschichte zählt.
Einige Seiten weiter fällt der Blick auf das Postamt mit Telegrafen-Türmchen, das – ebenso wie die Sichelschule, die 1923 eingeweiht wurde und deren Baukosten in Zeiten der Hyperinflation bei 1,9 Billiarden Mark lagen – eindrucksvoll ins Bild gesetzt ist.
Weniger bekannt sein dürfte hingegen, dass in Richtung Engelestäle einst das Portland-Zementwerk, der damals größte Industriebetrieb Balingens, stand. Auf der Ansichtskarte von 1909 sind auch die Seilbahnen zu sehen, die Gestein und Schiefer zum einen vom Heuberg, zum anderen vom Plettenberg in die Eyachstadt transportierten.
Tankstelle in Dürrwangen
Zu einer interessanten Reise in die Vergangenheit lädt auch der Kalender mit Motiven aus Frommern/Dürrwangen/Stockenhausen ein. Unter anderem ist darin eine Ansicht von Frommern aus dem Jahre 1936 zu sehen – mit der Möbelfabrik Friedrich Erhard, der Galluskirche und dem Haus Vollmer, zu dem bereits damals eine Tankstelle gehörte.
Wer aufmerksam durch den Kalender blättert, erfährt außerdem, dass der häufigste Handwerksberuf in Frommern und Dürrwangen einst der des Schreiners war. Und dass um 1910 in Frommern sieben, in Dürrwangen fünf und in Stockenhausen zwei Gastwirtschaften existierten.
Infokasten
Zu erwerben
sind die Historischen Kalender in Dürrwangen im Café Catrina, in Frommern in der Poststelle Jahnstraße und auf der Ortschaftsverwaltung und in Balingen im Rathaus sowie in den Buchhandlungen Osiander und Rieger.