Kai Brünker (rechts) im aktuellen sportstudio im Gespräch mit Moderator Sven Voss. Der Elektro-Werkzeugkoffer besitzt Symbolcharakter für die Karriere des Villinger Stürmers. Foto: ZDF

Villinger Stürmer erzählt seine Geschichte und schießt auch auf die legendäre Torwand. Eine Premiere: Erstmals ist ein früherer Spieler des Oberligisten FC 08 zu Gast in der legendären Sportsendung.

Die Berichterstattung des Samstagabend-Bundesligaspiels zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart ist abgelaufen, als im aktuellen sportstudio kurz der Strom ausfällt. Die Panne ist sofort behoben. Schließlich ist ein Fachmann da.

 

ZDF-Gast Kai Brünker (29) kommt ins Bild – mit einem Elektro-Werkzeugkoffer. Es ist ein Gag, ein kleiner Schwenk in die berufliche Vergangenheit des Villingers vor seiner Profikarriere. Aktuell schreibt Kai Brünker mit dem Drittligisten 1. FC Saarbrücken große Pokalgeschichte.

Nach Brünkers Siegtreffer beim 2:1 im Viertelfinale am Dienstag gegen Borussia Mönchengladbach war für Alexander Antoniadis, dem Redaktionsleiter der legendären Sportsendung, klar: „Wer in der Nachspielzeit sein Team aus der Dritten Liga ins DFB-Pokal-Halbfinale schießt, hat sich eine Einladung ins „aktuelle sportstudio“ absolut verdient.“

Verletzungspech im Drittliga-Spiel

Aber Kai Brünker hatte am Samstag erst einmal Pech. Kurz vor der Pause verletzte sich der „Panzer“ im Drittliga-Spiel der Saarbrückener auswärts beim MSV Duisburg (0:2) muskulär an der Hüfte so schwer, dass er nicht mehr weiterspielen konnte.

Auf seinen Besuch im aktuellen sportstudio konnte er sich dennoch weiter freuen. Aber auch Torwandschießen? Mal sehen.

Rückblick mit vielen Emotionen

Sportstudio-Moderator Sven Voss interviewte den Schwarzwälder, der bewegte Tage hinter sich hat. Kai Brünker gestand erst einmal beim Thema „Siegtreffer gegen Gladbach“: „Ich weiß, wie der Ball rüberkam, aber sonst kann mich in der Szene wirklich an nicht mehr so viel erinnern. Das waren Emotionen pur.“

Erinnerungslücken an den weiteren Abend mit seinem Saarbrückener Team hatte der „Panzer“ aber dann keine mehr: „Wir sind gemeinsam in die Altstadt. Die eine oder andere Bar hatte noch extra für uns geöffnet“, sagte und lachte Kai Brünker.

Dann wurde es emotional im Gespräch: „Wenn ich könnte, würde ich jedem Fußballer diesen Moment bei unserem Sieg schenken. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

Nächstes Stichwort von Sven Voss: Die Ausbildung zum Elektriker. Kai Brünker ging fußballerisch nicht den Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum, spielte zunächst beim FC 08 Villingen.

Kai Brünker schießt auf die legendäre ZDF-Torwand. Foto: ZDF

Der Ratschlag seines verstorbenen Vaters

Der Schwarzwälder blickt zurück: „Ja, ich bin ein Quereinsteiger. Eines Tages klingelte das Telefon und der SC Freiburg war dran.“ Sein verstorbener Vater Dirk riet seinem Sohn sofort zum Wechsel: „Er hat mir gesagt, dass es eine große Chance für mich ist und dass ich Elektriker auch noch später spielen kann“, so Kai Brünker bei seinen Erzählungen.

Moderator Sven Voss blickt mit dem Villinger zusammen auf das DFB-Pokalhalbfinale am 2. April zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Kaiserslautern: „Es ist definitiv ein Jahrhundertspiel für beide Lager. Die Favoritenrolle wird ja gerade hin- und hergeschoben. Wir sind bodenständig und bescheiden, wissen, was wir gegen Lautern wieder abreissen müssen“, würde für Kai Brünker mit dem Pokalfinale in Berlin ein großer Traum in Erfüllung gehen.

An der Torwand

Es ist bereits Sonntag früh um 0.25 Uhr, als Kai Brünker trotz der Verletzung doch noch auf die Torwand schießt. Dabei im kleinen Wettbewerb sind auch Snowboard-Weltcupsiegerin Ramona Hofmeister und als Gast der Verbandsliga-Spieler Tobias Fiebig aus Frankfurt/Oder. Der „Panzer“ trifft einmal unten – einmal oben. Fiebig auch, während Ramona Hofmeister leer ausgeht.

Der Pokalheld aus Saarbrücken wird auch diesen Abend so schnell nicht vergessen.