Die Gefühlswelt von Ex-Nullachter Kai Brünker und seiner Familie zu Weihnachten. Der Villinger hofft weiter auf Akteneinsicht. Warum er lange zuletzt mit Freddy Bruno sprach.
Drei Jahre ist es nun schon wieder her: In der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember 2022 verschwindet Dirk Brünker in Villingen spurlos. Drei Monate später wird er tot in Donaueschingen aufgefunden. Für Sohn Kai und seine Familie ist der Fall weiterhin nicht abgeschlossen. Der frühere Nullacht-Torjäger spricht über seine wiederkehrenden Gefühle an diesem Weihnachtsfest, berichtet über sein vergangenes Halbjahr beim 1. FC Saarbrücken und verrät auch seine Zukunftspläne.
Kai, Sie sind mit Ihrer Frau Marina und Ihren beiden Töchtern Alica und Alea nach dem letzten Drittliga-Spiel dieses Jahres – mit dem 1. FC Saarbrücken in Rostock – zum Weihnachtsfest in ihre Heimat gekommen. Wie werden Sie die Feiertage verbringen?
Wir feiern bei meiner Familie und bei der Familie meiner Frau. An Heilig Abend wird es ein Raclette-Essen geben. Ich freue mich auf ein paar ruhige Tage daheim.
Vor drei Jahren ist Ihr Vater damals spurlos verschwunden. Die Weihnachtsfeiertage 2022 waren für Sie, Ihre Familie und viele andere Menschen geprägt von einer großen Suchaktion. Drei Monate später wurde Ihr Vater in Donaueschingen tot aufgefunden. Kommen gerade an Weihnachten diese Erinnerungen bei Ihnen und Ihrer Familie wieder besonders sehr hoch?
Ja. Gerade in Zeiten, in denen man nun etwas zur Ruhe kommt, an solchen Tagen, sind diese sehr schmerzvollen Erinnerungen wieder voll da. Es ist eine Wunde, die nie verheilt. Aber dennoch wollen meine Familie und ich den Kindern ein unbeschwertes und schönes Weihnachtsfest schenken.
Sie und Ihre Familie kämpfen weiterhin um Akteneinsicht. Aus Ihrer Sicht gibt es beim Todesfall Ihres Vaters weiterhin sehr viele offene Fragen. Wie ist der Stand der Dinge?
Wir haben weiterhin noch keine Akteneinsicht. Wir kritisieren auch nicht die damalige Polizeiarbeit. Aber wir wollen mehr Klarheit. Wenn du in so einem Fall rechtlich gegen Staat und Justiz kämpfst, ist das wie das Duell David gegen Goliath. Man braucht sehr gute Nerven.
Kommen wir zum Fußball. Sie haben mit dem 1.FC Saarbrücken in der Dritten Liga sportlich ein sehr unruhiges erstes Halbjahr erlebt. Sie stehen mit der Mannschaft aktuell nur auf dem 15. Platz. Dies, nachdem Ihr Team im Sommer den Aufstieg in die 2. Bundesliga knapp verpasst hatte.
Natürlich hatten wir uns in der Hinrunde viel mehr versprochen. Andererseits waren wir vor zwei Jahren im DFB-Pokal sehr erfolgreich, dann spielten wir in der vergangenen Saison in der Dritten Liga vorne mit. Vielleicht kann es dann auch einmal so eine bisher durchwachsene Runde für eine Mannschaft geben. In den vergangenen Spielen war der Trend – nach dem Trainerwechsel – unter Jürgen Luginger wieder positiv. Daran wollen wir ab Mitte Januar anknüpfen.
Wie lief diese Drittliga-Saison bislang für Sie persönlich? Sie kamen bisher auf 18 Einsätze und sieben Tore.
Ganz ordentlich. Aber ich hatte zwischendurch auch Pech mit Verletzungen und einer Gehirnerschütterung. Die Zusammenarbeit mit Jürgen Luginger ist sehr gut.
Sie haben über diese Saison noch ein weiteres Jahr Vertrag beim 1. FC Saarbrücken. Gibt es schon Gedanken, was anschließend passiert? In Villingen wünscht man sich mittelfristig eine Rückkehr von Ihnen.
Wir fühlen uns in Saarbrücken sehr wohl. (lacht) Irgendwann möchte ich ein Haus in Villingen bauen. Ich kann mir vorstellen, dass meine Familie und ich eines Tages zurückkehren. Der Plan ist schon, dass ich gegen Ende meiner Karriere noch einmal für den FC 08 spiele – aber auch für den FC Kappel, bei dem ja für mich alles begann. Dann geht es halt sogar in die Kreisliga runter (lacht erneut).
Sie hatten zuletzt ein längeres Gespräch mit Frederick Bruno, der ja nun Vorstandsmitglied beim FC 08 ist.
Ja, ich bin mit Freddy schon lange befreundet. Wir haben ja auch beim FC 08 früher zusammengespielt. Ich schätze ihn als Mensch und Sportler sehr. Für mich ist er die Idealbesetzung beim Nullacht, weil er eine absolute Identifikationsfigur ist. Freddy hat mir sein Konzept, das bis 2032 ausgefüllt ist, erklärt. Sehr interessant ist das. Ich drücke dem FC 08 die Daumen, dass es bald wieder aufwärts geht.