Im Winter schneidet die Straßenmeisterei meist viel Gehölz zurück. Foto: Sebastian Bernklau

Im Winter wird großflächig Gehölz gestutzt. Dafür hat nicht jeder Verständnis. Doch das Ganze folgt Regeln – und sorgt bald sogar für die Sperrung einer Bundesstraße im Kreis Calw.

Im Enzkreis haben Anfang Oktober wieder Pflegemaßnahmen an Bäumen und Sträuchern begonnen.

 

Doch diese „erforderlichen Unterhaltungs- oder Pflegemaßnahmen“, wie es in einer Pressemitteilung dazu heißt, führten offenbar zu Unmut unter den Bürgern: Die Arbeiten seien zu radikal, bemängelten diese.

Die verantwortliche Straßenmeisterei Enzkreis äußerte sich dazu folgendermaßen: „Wir schneiden nicht einfach munter drauflos“; stattdessen werde „aus gutem Grund und sehr gezielt“ gestutzt.

Situation im Kreis Calw

Kritik in Sachen Baumpflege im Winter ist indes auch im Kreis Calw nicht unbekannt. Auch hier, so erklärt Mara Müssle, Pressesprecherin des Calwer Landratsamts, auf Anfrage unserer Redaktion, gebe es einzelne Bürger, die Unverständnis äußern. Doch die seien eher die Minderheit.

Zweimal jährlich werden alle 650,7 Kilometer Straßennetz, die unter der Verantwortung der Straßenmeistereien Calw und Nagold stehen, überprüft. Das geschehe einmal im belaubten und einmal im unbelaubten Zustand, berichtet Müssle.

Entscheidung für Pflegemaßnahmen

Und das passiere in Absprache mit dem Forst. Wo wie viel zurückgeschnitten wird, sei genau geregelt – etwa mit Blick darauf, wie viel Abstand zwischen Baumkronen und Verkehrsschildern bestehen muss. Festgehalten sei dies im Grünpflegeplan des Verkehrsministeriums.

Laut Pressemitteilung des Enzkreises werde bei den Grünflächen am Straßenrand „zwischen Intensiv- und Extensivbereich“ unterschieden. Zum Intensivbereich zählen etwa Gräben, Rastplätze oder Mittelstreifen. Hier müsse der Bewuchs niedrig sein.

Zum Extensivbereich gehören beispielsweise Böschungen. In diesen Flächen folge die Pflege „standardisierten Plänen“. Diese beinhalten Kriterien hinsichtlich „ökologischer Mindeststandards“ sowie in Sachen Verkehrssicherheit, meldet die Pressestelle des Enzkreis.

Von der Planung bis zur Umsetzung

Da die Maßnahmen strengen Vorlagen unterliegen, wird eine genaue Planung benötigt. Bei größeren Maßnahmen beginne die Planung drei Monate im Voraus, erklärt die Sprecherin des Calwer Landratsamts.

Als Beispiel nennt sie die Planung für eine größere Aktion, die im Februar 2026 ansteht. Dann nämlich wird die B 295 zwischen dem Kreisverkehrsplatz bei Neuhengstett und Simmozheim voll gesperrt – und zwar während der Faschingsferien, also vom 16. Februar bis zum 20. Februar.

Grund hierfür seien größere Gehölzmaßnahmen im Einschnitt, sprich an den Stellen der Straße, die rechts und links hoch eine Böschung haben. Dies diene zum einen der Hangsicherung und erhöhe gleichzeitig die Verkehrssicherheit.

Umweltschutz während der Arbeiten

Mara Müssle versichert, dass Zeitpunkte für die Maßnahmen gewählt würden, an denen keine lebenden Tiere gestört würden.

In der Pressemitteilung des Enzkreis heißt es dazu, dass diese Maßnahmen nur während „der vegetationsarmen Zeit“, also „vom 1. Oktober bis zum 1. März erlaubt“ seien. Weiter teilen sie mit, dass in jedem Einzelfall „die Verkehrs- und Arbeitssicherheit gegen Umwelt und Naturschutz abgewogen“ werde. Lärm- und Sichtschutz würden auch berücksichtigt.