Jahrelang stand die ehemalige Gärtnerei in Landelins Garten leer, bis die Pächter-Familie Treiber sie zu einem Café umbaute. Nun wurden die Räume eingeweiht.
Rund 40 sogenannte Sofa-Konzerte hat Matt Woosey im vergangenen Jahr als „Welttournee in der Ortenau“ im kleinen Kreise gegeben. Jetzt folgte ein weiteres im Ettenheimmünsterer Landelin-Garten. Dort hat nämlich die Familie Treiber als Pächter des ehemaligen, längst der Stadt gehörenden historischen Klostergeländes am Dorfrand das lange leerstehende Gebäude einer ehemaligen Gärtnerei mit viel Eigenarbeit zum Café renoviert und umgebaut.
Entstanden sind im neuen Innenraum, der etwas mehr als ein Dutzend Gäste fasst, eine kleine Küche, Lagerraum und natürlich dazugehörige sanitären Anlagen. Dies alles ist nun auch im Winter bei molliger Wärme nutzbar, wo früher mal Pflanzen angezogen worden waren.
So konnte am Montagabend gleich zu ihrem programmatischem Jahreseinstieg das Trio Linda, Antje und Dortje Treiber den regulären Café-Betrieb des „Landelin-Gartens“ in jetzt in neuem Ambiente wieder aufnehmen. Dies koppelten sie gewohnt mit einem kulturellen Kleinereignis. Nämlich einem weiteren der bisherigen Wohnzimmerkonzerte des Engländers Matt Woosey. Der hatte mehr als sechs Jahre hinweg noch bis vorigen März mit Ehefrau Lisa das beliebte Münchweierer „Gallaghers Nest“ als privatem Musikclub betrieben, bis dies dann wegen baulicher Änderungen aufhören musste (wir berichteten).
Doch geborene Engländer behalten trotz aller schwierigen Situationen stets eine „stiff upper lip“ als steife Oberlippe. So hatte Woosey dann Wohnzimmerkonzerte als musikalischer Tournee-Reisender neu erfunden, ob tatsächlich in privaten Stuben stattfindend, aber auch etwa in Garagen, Werkstätten, Flugzeughangars, Friseursalons, Weinhandlungen oder Wintergärten – sogar Höhlen: Nun also auf Einladung der Treibers auch auf einst katholisch-klösterlichem Boden, mit vorangemeldeten Zuhörern wegen des reserviert begrenzten Platzes. Nur in Atomkraftwerken und U-Booten habe er noch nicht gespielt, gibt Woosey augenzwinkernd zu.
Woosey begeistert mit emotionalen Klängen
Gleich drei seiner Gitarren – diese allesamt bluesgerecht hölzern und stromfrei – hatte der Vollblutmusiker ins neue Landelins-Café mitgebracht, um sich hier als schon seit seiner Jugend tätiger Blues-Komponist und Sänger sein Können zu präsentieren. Gleich zum Einstieg mit „Dirt (Dreck) in your Eye“ empfahl sich Woosey als musikalisch-dynamischer Liebhaber, dann per „Irene“ mit hingegen wehmütig-leidenschaftlicher Erinnerung an eine frühere Liebe. Sein ebenfalls selbst geschriebenes Lied „A Song“ kam hingegen frisch und voller Hoffnungen daher. Anders beim von Woosey nun wieder aus früheren Zeiten ausgegrabenen eigenem „Cruel Disposition“ als spezielle Geschichte über Rücksichtslosigkeiten mit besonders markanter Emotionalität.Nicht minder begeisterte der gebürtige Liverpooler mit eifersüchtigem „Jealous Man“-Blues: Manches tut einfach weh, ist die Botschaft dabei. Mit einem Cover-Song von Willie Dixon („Little red Rooster“) verabschiedete sich Woosey und erhielt lauten Applaus.