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Kämpfelbach/Neuenbürg 17 Autos fallen Feuer zum Opfer: Bürger verunsichert

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In der Neuenbürger Schauinslandstraße wurde dieser Mercedes völlig zerstört. Foto: Weissbrod

Kämpfelbach/Neuenbürg - Das perfide Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei im Enzkreis nimmt kein Ende. In der Nacht auf Dienstag sind in Kämpfelbach-Ersingen und Neuenbürg erneut fünf Fahrzeuge in Brand gesteckt worden. Die Polizei verschärft ihre Ermittlungen.

In der Nacht auf Dienstag sind im Enzkreis erneut mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt worden. Wie die Polizei mitteilte, seien kurz vor Mitternacht zunächst zwei Fahrzeuge im Kämpfelbacher Ortsteil Ersingen in Flammen aufgegangen. Weil eines der brennenden Fahrzeuge unter einem Carport gestanden habe, sei auch das Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Polizei geht von einem Schaden in Höhe von rund 55.000 Euro aus. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen habe die Polizei keine Täter ausfindig machen können.

Sofort eingeleitete Fahndung bleibt ohne Erfolg

Gut drei Stunden später und zwölf Kilometer weiter wählen Anwohner in Neuenbürg den Notruf. Dort stehen gegen 3 Uhr nachts ebenfalls drei Fahrzeuge in Flammen, die mehrere Meter voneinander entfernt am Straßenrand und in einer Grundstückseinfahrt abgestellt waren. Durch die starke Hitzeentwicklung wurde zudem ein viertes Fahrzeug beschädigt. Auch hier bleibt die sofort eingeleitete Fahndung der Polizei mit mehreren Streifenwagen und Polizeihubschrauber erfolglos. Den Gesamtschaden in Neuenbürg schätzt die Polizei auf 100.000 Euro.

Damit geht die Serie der Brandstiftungen im Raum Pforzheim und im Enzkreis weiter. Erst in der Nacht auf Montag wurden im Remchinger Ortsteil Singen sechs Fahrzeuge in Brand gesteckt.

Polizei kann keine Zusammenhänge bestätigen

Wenige Tage zuvor brannten in Pforzheim-Maihälden fünf Autos vollständig aus. Ende November blieb von einem Kia Sorento in Neuenbürg nach einem Brandanschlag nichts als ein Wrack übrig.

In nicht einmal zwei Wochen fielen damit 17 Autos einem Feuer zum Opfer. "Vom Vorgehen der Täter kann man schon sagen, dass da Parallelen erkannt werden", erklärt Polizeisprecher Markus Beckert. Trotzdem könne die Polizei bislang keine Zusammenhänge bestätigen, sagt der Sprecher weiter.

Laut Beckert hat das Kriminalkommissariat Pforzheim nach den Bränden in der vergangenen Woche die ­15-köpfige Ermittlungsgruppe "Lenkrad" ins Leben gerufen. Nach den jüngsten Vorkommnissen sei diese Gruppe um weitere fünf Polizeikräfte verstärkt worden. Diese kümmern sich, laut Polizeisprecher, "explizit" um die Brandanschläge in Remchingen, Kämpfelbacher, Pforzheim und Neuenbürg.

Anschläge in mehreren Orten

Weil durch die extreme Hitzeentwicklung der brennenden Fahrzeuge und durch den Löschvorgang die Suche nach verwertbaren Spuren erheblich erschwert wurde, habe die Polizei zudem ihre Präsenz erhöht. "Wir bekommen Unterstützungskräfte, die zu dem normalen Regeldienst dazustoßen und in gewissen Bereichen Kontrollen durchführen", berichtet Beckert. Das Problem aber zeigt eine Betrachtung der Tatorte auf einer Karte: "Das war ja schon alles in einem näheren Umfeld von 15 bis 20 Kilometer Radius." Trotzdem gleiche es der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen, weil die Anschläge nicht auf einen Ort festgelegt sind.

Generell werden in Deutschland nur ein starkes Drittel der Brandstiftungen aufgeklärt. "Das liegt vor allem daran, dass die Feuerteufel einen sehr spurenarmen Tatort hinterlassen", erklärte Kriminalhauptkommissar Udo Hassmann beim Landeskriminalamt (LKA) unserer Zeitung vor einiger Zeit. Feuer und Löschwasser zerstören demnach so gut wie alle DNA-Spuren, die den Täter möglicherweise überführen könnten.

Neusatz-Brandstifter in Ermittlungen einbezogen

Nach einem Brandanschlag auf eine Scheune in Bad Herrenalb-Neusatz (Kreis Calw) Ende September konnte die Polizei kurz darauf einen ­41-jährigen Tatverdächtigen festnehmen, der aufgrund seines psychischen Zustandes in eine Spezialklinik eingewiesen wurde. Ob sich der 41-Jährige noch immer dort befindet, gibt die Polizei jedoch nicht preis. Polizeisprecher Florian Herr erklärte dazu, dass der Tatverdächtige in die Ermittlungen einbezogen werde. "Aber sollte er noch in Behandlung sein, fällt er aus dem Raster. Und wenn er das nicht mehr ist, wird überprüft, ob er für weitere Taten in Frage kommen kann oder nicht."

"Sicherlich ist die Bevölkerung verunsichert – das kann man voll und ganz verstehen", unterstreicht Polizeisprecher Beckert und verspricht: "Unsere Ermittlungskräfte im Einsatz geben ihr Bestes, um an die Identität des oder der Täter heranzukommen. Da muss man auf die Arbeit der Polizei vertrauen."

Bürgermeister Horst Martin erkennt noch keine Unruhe

Horst Martin, Bürgermeister von der besonders heimgesuchten Stadt Neuenbürg im Enzkreis, hat nicht das Gefühl, dass seine Bürger unruhig werden. Er selbst trage zwar ein "sehr ungutes" Gefühl der Ohnmacht mit sich herum, "aber dass jetzt hier irgendjemand in Panik ausbricht", könne er "mitnichten" feststellen. Was ihn vor allen Dingen sprachlos mache, ist, dass jemand in so dicht besiedeltem Gebiet unerkannt unterwegs sein kann – "zumal die Dreistigkeit ja offensichtlich Mal um Mal zunimmt."

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