Bürgermeister Dieter Bischoff hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Pfalzgrafenweiler den langjährigen Kämmerer Reinhold Möhrle (rechts) verabschiedet. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Abschied: Langjähriger Kämmerer der Gemeinde Pfalzgrafenweiler Reinhold Möhrle reicht die Kasse weiter

Zehn Jahre nachdem Reinhold Möhrle die Leitung der Finanzverwaltung in Pfalzgrafenweiler übernommen hatte, wurde er auf seinen Wunsch hin verabschiedet. Der 60-Jährige tritt erst am 1. Mai 2025 in Ruhestand, gleitet jedoch jetzt schon über in die Freistellungsphase.

Zehn Jahre nachdem Reinhold Möhrle die Leitung der Finanzverwaltung in Pfalzgrafenweiler übernommen hatte, wurde er auf seinen Wunsch hin verabschiedet. Der 60-Jährige tritt erst am 1. Mai 2025 in Ruhestand, gleitet jedoch jetzt schon über in die Freistellungsphase.

Pfalzgrafenweiler. Bürgermeister Dieter Bischoff würdigte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats exemplarisch die vielen Projekte in Pfalzgrafenweiler, bei denen Kämmerer Reinhold Möhrle "ein großes Rad" gedreht hatte. Genannt wurden unter anderem die Stichworte Sanierung der Festhalle, neue Sporthalle, Erweiterung des Gewerbegebiets Schornzhardt, Radweg Richtung Bösingen, Einrichtung des Horts, Dorfgemeinschaftshaus Neu-Nuifra, Bau der Aussegnungshalle, Schulbausanierung, Neubau des Feuerwehrgebäudes, Jugendraum und Generationenplatz.

Der gebürtige Baiersbronner Möhrle hatte bereits 1981 während seines Studiums zum Diplom-Verwaltungswirt an der Fachhochschule Kehl ein Praktikum in Pfalzgrafenweiler absolviert. Nach dem Staatsexamen 1985 führte ihn sein beruflicher Weg zunächst ins Landratsamt Freudenstadt mit Aufgaben im Grunderwerb und der EDV. Von dort wechselte er 1993 zur Gemeinde Schopfloch. Nach einem Losentscheid bei Stimmengleichheit im Auswahlverfahren übernahm er dort für 17 Jahre als Leiter der Finanzverwaltung und "Mädchen für alles" die Aufgaben des "Töpflesguckers" und Protokollschreibers, so die Interpretation Bischoffs, der parallel das Bewerbungsfoto aus der Personalakte von Möhrle auf der Leinwand zeigte.

2010 verabschiedete sich der damalige Kämmerer Michael Ruf aus Pfalzgrafenweiler nach Baiersbronn, und der Rathauschef suchte einen Nachfolger. Das Bewerberfeld war überschaubar, weshalb Bischoff mehrfach mit Möhrle telefonierte und sich nach einem möglichen jungen Kämmerer erkundigte. "Nimmsch au an äldere, erfahrene Kämmerer?", fragte Möhrle schließlich nach wiederholten Telefonaten. Für einen Wechsel war ihm der Beibehalt seiner Besoldungsgruppe ebenso wichtig wie die Nähe zu seinem Wohnort, um mittags heimfahren zu können.

Der Vater von drei Söhnen lebt seit 1987 mit seiner Frau Magda, die er während seiner Praktikumszeit im Rathaus Pfalzgrafenweiler kennenlernte, in Bösingen. Nach seinem Wechsel zur Gemeinde Pfalzgrafenweiler wurde er nicht nur Kämmerer, sondern auch Geschäftsführer der Zweckverbände Sozialstation und Abwasserbeseitigung Oberes Waldachtal. Beide Tätigkeiten enden für Möhrle mit Beginn seiner Freistellungsphase der Altersteilzeit am 1. November.

Weiterhin Bürgermeister in Wörnersberg

Als "Hüter des heiligen Grals" bezeichnete der Rathauschef den Leiter der Finanzverwaltung, der stets ein wachsames Auge auf die Gemeindefinanzen gehabt, für einen gelungenen und ausgeglichenen Haushalt gesorgt, Rücklagen gebildet und Zuschüsse beantragt habe, wo immer dies möglich gewesen sei. Bischoff erwähnte ebenso Möhrles Leidenschaft für die EDV, auch bei der Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht, und seine Zusammenarbeit mit der Weiler Wärme als Vertreter im Aufsichtsrat der Genossenschaft.

Beibehalten wird Möhrle verschiedene Ehrenämter wie das des Bürgermeisters in Wörnersberg, aber auch den Donnerstags-Bierabend mit den Kollegen im Rathaus. Bischoff dankte ihm für das stets gute Miteinander und gute Lösungen, auch bei unterschiedlichen Meinungen, mit einem Fotobuch, das seinen Dienst in Pfalzgrafenweiler Revue passieren lässt, und einem Wellness-Gutschein. Möhrle war 40 Jahre nach seinem Ausbildungsbeginn im gehobenen Dienst dankbar, dass Bischoff ein Bewerbungsfoto und nicht sein Diplomzeugnis bei der Verabschiedung zeigte. Aus dem wäre nämlich hervorgegangen, dass Gemeindewirtschaftsrecht im Studium nicht sein bestes Fach war.

Möhrle sprach über vergangene Zeiten, als an Weihnachten und Silvester im Büro des damaligen Schultes Zigarren geraucht und dessen Bar geplündert wurde. Den Wechsel nach Pfalzgrafenweiler habe er nie bereut.

Gemeinderat dankt für hohe Schlagkraft

Die Arbeit in einem "tollen Team" habe ihm ebenso viel Freude bereitet wie die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, der die Gemeinde stets weitergebracht habe. Sein Dank galt auch seinem Team in der Finanzverwaltung, wo Heike Rieder seine Nachfolge angetreten hat, den Kollegen in den Zweckverbänden, den Schwestern der Sozialstation und Bürgermeister Bischoff, obwohl dieser, so Möhrle scherzend, sich nicht immer an Finanzvorgaben gehalten habe, etwa bei der Aussegnungshalle. Seiner Nachfolgerin wünschte er ein glückliches Händchen für die Gemeindefinanzen, auch wenn diese sich ab kommendem Jahr verschlechtern würden.

Der Gemeinderat dankte dem Champions- League-Fan, Tennisspieler und Skifahrer Reinhold Möhrle, vor allem für die hohe Schlagkraft, mit der er unterwegs gewesen sei, und verabschiedete ihn mit einem kräftigen Applaus.

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