Der Käfer-Club 1986 Ostelsheim hat sich für das 18. Käfertreffen mächtig ins Zeug gelegt: Das Kultauto war in rund 150-facher Ausführung vertreten. Nicht nur bei der Autoschau, auch bei der großen Rundfahrt staunten viele Passanten über die herausgeputzten Modelle.
Eine wahre „Käferinvasion“ erlebte der Sportplatz des VfL Ostelsheim am vergangenen Wochenende. Allerdings kamen die nicht aus der Tierwelt, sondern vom Fließbändern in Wolfsburg bis Emden. Beim 18. Ostelsheimer „Käfertreffen“ war das bis 1978 (zuletzt im Werk Emden) gefertigte Kultauto in rund 150-facher Ausführung vertreten.
Baureihen, Modelle, Typ, mal (fast) original oder getunt, und auch als Cabrio vor Ort – wer sich für die Marke VW und hier speziell den in Deutschland über 16 Millionen-fach produzierten VW Käfer begeistern kann, lag in Ostelsheim richtig.
Hilfe anderer Vereine
Eingeladen hatte der Käfer-Club 1986 Ostelsheim, eine Gemeinschaft, die mit Riesenschritten auf ihr 40-jähriges Jubiläum zustrebt. Aktuell gehören ihm rund dreißig Mitglieder an, aus der Gründerzeit sind noch Frank Pfeiffer, Olli Schöffler und Udo Christens dabei. „Um so ein Treffen zu organisieren, brauchen wir die Hilfe von ortsansässigen Vereinen“, machte Pressesprecher Frank Pfeiffer mit einem Hinweis auf die vergleichsweise kleine Schar von Enthusiasten deutlich.
Sein ganz besonderer Dank ging an den VfL Ostelsheim, der die Verköstigung der Gäste übernommen hatte und die Ostelsheimer Narrenfreunde für die Bewirtung.
Höhepunkt der mit Accessoires und Ersatzteilen unterlegten Autoschau, bei der viele VW Käfer Besitzer ihre Lieblinge als herausgeputzte Oldies präsentierten, war eine große Rundfahrt über Dätzingen, Weil der Stadt, Dachtel und Calw mit einem mit Sekt und Brezeln „getunten“ Zwischenstopp. Ein echter Hingucker, der bei jeder Ortsdurchfahrt die Herzen der erstaunten Passanten höherschlagen ließ.
Historischer Hintergrund
Der „Ursprung“ des VW Käfer geht auf das Jahr 1934 zurück, als Ferdinand Porsche erste Pläne für einen „Volkswagen“ von leichter Bauweise mit Platz für vier Personen und einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer entwickelte.
Als Antrieb war ein luftgekühlter Boxer Motor, wahlweise als Zwei- und Viertakter mit rund 22 PS vorgesehen. 1936 wurde der erste Prototyp vorgestellt, die Erfolgsstory begann jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg im Dezember 1945, als die britische Militärregierung 20 000 Limousinen bestellte.
Produktionsrekord von 21 Millionen Käfer
Ein Jahr später wurde schon der 10 000 Käfer gefertigt, 1947 begann der Export, 1949 kam der erste Käfer in den USA an. Die Produktionszahlen explodierten regelrecht, 1955 ging der einmillionste Käfer vom Band, bis 1978 bekam der noch über 15 Millionen „Kollegen“, dann wurde die Produktion nach Mexiko verlegt, wo das Fahrzeug 1992 einen Produktionsrekord von 21 Millionen Käfer feiern konnte.
„Herbie“ wird zum Weltstar
Parallel hatte ein Kino-Hit den Käfer unter dem Namen „Herbie“ zum Weltstar gemacht. Darüber hinaus hat sich sein Chassis als Unterbau für eine zweite Erfolgsstory, den VW Bus (Bulli), entwickelt. Herzstück der Geschichte ist der im Heck eingebaute luftgekühlt Boxer Motor. Sparsamkeit und Zuverlässigkeit zeichnen ihn aus – „unverwüstlich“ wird zu seinem Markenzeichen. In den ehemals schneereichen Wintern bescherte sein „Heckgewicht“ dem VW Käfer den Ruf, überall durchzukommen.
International vernetzt
In Ostelsheim präsentierten die Käfer-Freunde ihre Lieblinge gleich reihenweise mit aufgeklappter Heckklappe. In der Geschichte des „Käfers“ war der „Boxer“ ein Paradies für „Schrauber“.
Geschichte aufleben lassen
Die Fan-Familie lebt, man trifft sich deutschlandweit und international, tauscht Erfahrungen aus und lässt Geschichte aufleben.
In Ostelsheim am Samstagabend mit musikalischer Unterstützung durch die Band „Stockweggle“, der Sonntag wurde mit einer Fahrzeug-Prämierung abgerundet.