Zwei Vollblut-Komödianten zeigen sich von der besten Seite: Die „Kächeles“ sorgen beim Seniorennachmittag in der Wellendinger Neuwieshalle für entspannte Unterhaltung und blicken tief in die schwäbische Seele. Foto: Riedlinger

Viel Spaß und tolle Unterhaltung hatten die älteren Bürger beim Seniorennachmittag in der Wellendinger Neuwieshalle. Das Ende der Corona-Zeit und vor allem das Comedian-Duo „Kächeles“ aus Balingen sorgten für viele Lacher und ein unterhaltsames Programm

Beim ersten Seniorennachmittag seit Dezember 2019 begrüßte Bürgermeister Thomas Albrecht rund 160 Senioren plus ihr Begleitungen in der proppevollen Wellendinger Halle: „Die unsägliche Corona-Pandemie hat Ihnen sehr viel abverlangt. Sie waren unglaublich eingeschränkt beim öffentlichen Leben. Genießen wir zusammen dieses gesellschaftliche Ereignis!“

Und dies taten die Senioren gerne. Da gab es zwischen den beiden Programmteilen von Kächeles gegenseitig viel zu erzählen. Außerdem war die Erwähnung der jeweils ältesten Teilnehmer am Seniorennachmittag aus den Ortsteilen Wellendingen und Wilflingen ungewöhnlich aktuell.

104: die älteste Bürgerin

Thomas Albrecht begrüßte im Publikum unter anderen Maria Maurer und erfreute sie mit einem Blumenstrauß. Sie hatte zwei Tage zuvor im Pflegeheim ihren 104. Geburtstag gefeiert. Albrecht mit einem Augenzwinkern: „Schon bei ihrem 100. Geburtstag vor vier Jahren habe ich ihr das Versprechen abgenommen, dass ich sie ein Jahr später zu ihrem 105. wiedersehen werde. Da hat sie nur gesagt: ’An mir liegt’s nicht’.“ Das gleiche Versprechen nahm ihr Thomas Albrecht an diesem Tag lachend wieder ab.

Mit Käthe und Karl-Eugen

Höhepunkte des Nachmittags waren mit Sicherheit Ute Landenberger und Michael Willkommen, die als Käthe und Karl-Eugen Kächele durch die Höhen und Tiefen des schwäbischen Verheiratseins führten.

Während sie ständig quasselt, möchte er am liebsten nur seine Ruhe. Die Ansichten sind meist so gegensätzlich, wie sie nur sein können. Und immer wieder ertappt sich der Zuschauer, dass das alles aus dem tatsächlichen Leben kommt und jeden Tag so passiert – mehr oder weniger jedenfalls.

Sparsamkeit akzeptiert

Sie weiß, dass die schwäbischen Männer sehr sparsam sind, sparsam sogar mit Komplimenten. „Ich freue mich, wenn ich einen hübschen jungen Mann treffe – einen alten hab ich ja zu Hause!“ Und selbst beim Exhibitionisten bleibt ihr keinesfalls die Spucke weg: „Bua, du hasch recht. Laß ihn nur raus an die frische Luft, vielleicht wächst er noch ein bisschen!“

Er dagegen kann schweigen wie ein Grab – sogar wie ein Familiengrab. Schließlich kommt er auch kaum zu Wort.

Ab zum Leergut!

Köstlich allerdings seine Erfahrungen beim Einkaufen. Einen Freund getroffen, Durst bekommen und während des weiteren Einkaufens einen kompletten Kasten Bier geleert und sich auch noch am Schnaps- und Schinkenstand verköstigt. An der Kasse wurde ihm gesagt, den leeren Bierkasten müsse er doch drüben beim Leergut abgeben. Fazit: „Den Ranza voll g’habt, an halba Rausch und dann no da Pfandbon rauskriegt – was will man mehr?“

Mit Yoga gibt es einschlägige Erfahrungen: „Da gab es nur grünen Tee – ungesüßt. Nicht mal ein Notfall-Schorle hat’s gegeben.“ Dafür den Bezug zum Hier und Jetzt: „Jetzt hat sie sich Walking-Stöcke gekauft. Solche Hupfdohlen laufen hier in Wellendingen bestimmt auch genügend rum.“

Duftkerze beim Yoga

Eine weitere Erkenntnis: „Wenn man beim Yoga eine Kerze macht und es entfleucht einem einer, dann ist das eine Duftkerze!“

Sie kontert zu Freundin Martha: „Am liebsten ist es mir, er ist im Geschäft. Und am zweitliebsten, wenn er Überstunden machen muss!“ „Was? Du denkst nach. Deswegen kommt mit dein Gesichtsausdruck so unbekannt vor!“

Und was die beiden zum von ihr geplanten Mallorca-Urlaub austauschten, trieb dem Publikum die Freudentränen in die Augen. Manch einer erkannte sich oder seine Situation da wieder. Wie hieß es doch so schön in einer am Eingang verteilten Info-Broschüre: „Sind wir nicht alle ein bisschen Kächeles?“