Constanze Lindner sorgt im Subiaco für Lachsalven. Foto: Baumgartner

Bei der Kleinkunstreihe des Theaterrings in Schramberg blieb im Subiaco-Theater kaum Zeit zum Luftholen.

Im Rahmen des Schramberger Theaterring-Programms „Kleinkunst“ blieb dem Publikum im Subiaco-Theater in der Majolika vor lauter lachen kaum Zeit zum Luftholen. Dafür sorgte die große Bühnenpräsenz sowie das schnelle und humorvoll freche Mundwerk der talentierten Comedy-„Maschine“ Constanze „Stanzerl“ Lindner. So würde sie nämlich von Kollegen bezeichnet, ließ sie die rund 100 Zuschauer der ausverkauften Vorstellung wissen.

 

Lindner gab auch gerne eine Gebrauchsanweisung zu ihrer Person: Organspende komme für sie nämlich nicht infrage, verriet sie: „Jeder, der von mir ein Organ bekommt, hat automatisch ADHS. Aber das muss ja jeder selbst wissen.“

Den Finger in kleine Wunden

Die kleinen Alltagssituationen, die jedem im Publikum auch aus dem eigenen Leben bekannt waren, verwandelte Lindner nämlich mit großer Lust an selbstironischer Betrachtung zu großen, skurrilen, aberwitzigen und verrückten Geschichten aus dem Leben zumeist von Frauen. Die Anekdoten hatte sie gesammelt und in einem Buch mit dem Titel „Miss Verständnis“ veröffentlicht. Daraus las sie immer mal wieder daraus vor, was das Programm zu einer verrückten Lesung werden ließ.

Das Publikum genoss es, Lindner dabei zuzusehen, wie sie selbstironisch den Finger in die kleinen Wunden der Empfindlichkeiten legte und mit der ihr eigenen Mischung aus Charme, Witz und Spott davon zu berichten wusste. Zu Recht hieß das Programm „Lindners Lebenslust“, welches die Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin mit bayerischem Schmäh wie ein Feuerwerk abfeuerte.

Kohlsuppendiät

Da waren sie beispielsweise wieder, die Problemchen mit der Figur und Kohlsuppendiät: „Schaust an dir runter, siehst du eine zerbombte Blumenwiese“, betrachtete sie ihren geblümten Rock und machte Explosionsgeräusche dazu. Auch habe sie die Künstliche Intelligenz mit einem Stanzerl-Foto gefüttert und nach Optimierungsvorschlägen gefragt. Das Ergebnis: Großer Busen, schmale Taille, nicht zu übersehender Po – und kleiner Kopf: „Wenn du so schön bist, brauchst du halt auch keinen Kopf mehr“, schlussfolgerte Lindner.

„Genießt jeden Bissen“

Sie wollte im Angesicht von Fitness-Barbie und schweißtreibendem Training lieber eine Lanze für weiche Formen brechen: „Wenn ein Bauch hart sein sollte, dann hieße er doch Pauch“, spuckte sie das harte „P“ mit aufeinandergepressten Lippen hervor. „Denkt an meine Worte und genießt jeden Bissen, wenn nachts wieder im gleißenden Licht des geöffneten Kühlschrank steht“, ermunterte sie zur Lust am Leben.

Lindner wirbelte energiegeladen mit ihren Humorsalven, die auch körperliche Kondition erforderten, über die Bühne und in den Zuschauerraum hinein, kürte dabei das Gewinnerpaar mit der am längsten währenden Ehe im Publikum und erzählte von ihrer eigenen eingebildeten Liebe auf den ersten Blick mit Martin. Die schöngeredete Enttäuschung um einen sehnlichst erwarteten Anruf war so lang wie kurzweilig und Linder eroberte damit einmal mehr die Herzen des amüsierten Publikums.