Florian Diekmann und Sarah Hakenbeck-Rottner begleiten die neuen Referendare beim Empfang durch OB Christian Ruf im Alten Rathaus. Foto: Landgericht Rottweil

Oberbürgermeister Christian Ruf hat die neuen Referendare des Landgerichts Rottweil empfangen.

„Das Referendariat stellt eine einzigartige Chance dar, die unterschiedlichen juristischen Berufe und die Region aus nächster Nähe kennenzulernen“, freut sich Florian Diekmann, Präsident des Landgerichts, dass sich in diesem Durchgang zwölf junge Kollegen für das Landgericht Rottweil entschieden haben. Das zeige, „dass unsere Ausbildung einen exzellenten Ruf genießt“.

 

Der Oberbürgermeister der Stadt Rottweil, Christian Ruf, empfing im historischen Ratssaal die neuen Rechtsreferendare, die zum 1. Oktober beim Landgericht eingestellt wurden. Begleitet wurden sie von Diekmann und der Ausbildungsleiterin, Vorsitzender Richterin am Landgericht Sarah Hakenbeck-Rottner.

Vielfältige Aufgaben

Ruf, selbst Volljurist, hieß die Referendare, die überwiegend nicht aus Rottweil stammen, in der Stadt herzlich willkommen. Er wünschte ihnen alles Gute für ihr zweijähriges Referendariat und eine spannende Zeit in Rottweil und in der Region. In dem einstündigen Gespräch berichtete er von den vielfältigen Aufgaben der Stadtverwaltung und dabei auftretenden juristischen Fragestellungen, etwa im Zusammenhang mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz.

Auf eine für den juristischen Nachwuchs besonders examensrelevante anstehende Änderung in der Landesbauordnung, die Abschaffung des Widerspruchsverfahrens, machte er die Referendare zudem aufmerksam. Thema war aber auch der Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil mit mehr als 500 Haftplätzen.

OB Ruf gab zugleich spannende Einblicke in den persönlichen Arbeitsalltag und die zahlreichen unterschiedlichen Tätigkeiten, die bei ihm als Repräsentant der Stadt und Leiter einer Verwaltung mit rund 550 Mitarbeitern täglich anfallen. Er wies die jungen Juristen auf die Möglichkeit hin, bei der Stadt Rottweil die Verwaltungsstation des Referendariats zu absolvieren.

Für Rottweil entschieden

Diekmann dankte Ruf für den freundlichen Empfang und die interessanten Einblicke. Auch er wünschte den Rechtsreferendaren viel Erfolg für die nächsten zwei Jahre: „Wir freuen uns, dass sich für den Standort Rottweil entschieden haben. Alle Kolleginnen und Kollegen am Landgericht und den Amtsgerichten arbeiten gerne mit Ihnen zusammen. Wir hoffen, Ihnen nicht nur die juristische Praxis näher zu bringen, sondern auch den Justizstandort Rottweil, um Sie dann in zwei Jahren nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen als neue Kollegin und neuen Kollegen in der Justiz, der Anwaltschaft oder Verwaltung im hiesigen Bezirk willkommen heißen zu können.“

Das Rechtsreferendariat, das sich an das Studium und das Erste Juristische Staatsexamen anschließt, führt die Nachwuchsjuristen mit verschiedenen Stationen durch das breite Spektrum des Rechts und der juristischen Berufe. Es vermittelt zum einen die Rechtspraxis, zum anderen bereitet es auf das Zweite Juristische Staatsexamen vor, mit dem die Befähigung zum Richteramt erreicht wird und das zugleich Voraussetzung für die Zulassung zum Rechtsanwalt ist.

Die Stationen

Zu Beginn verbringen die Rechtsreferendare fünf Monate in der Zivilabteilung des Landgerichts Rottweil oder eines der sechs Amtsgerichte des Bezirks. Dem schließt sich die Strafstation an, die von den meisten Referendaren bei der Staatsanwaltschaft Rottweil absolviert wird und in der sie für die Staatsanwaltschaft selbstständig eigene Sitzungsdienste in Strafverfahren bei den Amtsgerichten wahrnehmen. Es folgen die erste Station bei einem Rechtsanwalt und die Verwaltungsstation bei einer Verwaltungsbehörde oder einem Verwaltungsgericht.

Vor dem schriftlichen Teil des Zweiten Juristischen Staatsexamens verbringen die Referendare eine zweite Station bei einem Rechtsanwalt. In den drei Monaten zwischen dem schriftlichen und mündlichen Teil des Zweiten Juristischen Staatsexamen kann die Ausbildungsstation frei gewählt werden, wobei etwa juristische Tätigkeiten bei einem Unternehmen oder im Ausland möglich sind.