Stolz präsentieren die Achtklässler und ihre Betreuer ihre Urkunden, erworben in der 20. Juniorakademie. Foto: Karina Eyrich

In der 20. Juniorakademie waren 21 Achtklässler aus dem gesamten Regierungsbezirk Tübingen vier Tage lang damit beschäftigt, an der Zukunft zu bohren und zu feilen.

„Das Präsentieren wird immer selbstverständlicher“, hat Helmut Posselt beobachtet. Der Leiter des Naturwissenschaftlich-technischen Stützpunktes Albstadt ist seit 2004 an der Juniorakademie beteiligt und beobachtet, wie sich die Generation von Achtklässlern, die sich auf Empfehlung ihrer Schulleitung dafür bewerben, verändert hat.

 

Käpsele sein mussten die jungen Teilnehmer schon immer – nicht notwendigerweise auf MINT-Gebiet, wie Posselt betont. Auch wer sich sozial in der Schule engagiere, könne empfohlen werden. „Bohren, Messen und Löten – das gibt es immer noch“, sagt Posselt. „Das lernen die Jugendlichen in der Lehrwerkstatt von der Pike auf. Aber heute haben wir andere Werkzeuge zur Verfügung als zu Beginn.“ Und vor Publikum vorstellen, was aus der Arbeit damit entsteht – darin würden die Schüler immer besser, weil das Präsentieren eben heutzutage, stärker als früher, eine Rolle in der Schule spiele.

Die praktischen Fähigkeiten hängen vom Elternhaus ab

Wie sieht es mit den praktischen Fähigkeiten aus in Zeiten der Smartphone-Epidemie? „Die hängen sehr vom Elternhaus ab“, hat Posselt beobachtet. Die 21 Schülerinnen und Schüler, die am Donnerstagnachmittag ihre Werkstücke und das Programm ihrer vier Juniorakademie-Tage vor ihren Eltern im Groz-Beckert-Auditorium präsentiert haben, beherrschen den Umgang mit Profi-Werkzeug aber offenbar sehr gut, wie ihre Werkstücke zeigten.

Die Jugendlichen erklärten sie und stellten zudem die Firmen vor, bei denen sie waren.

Bei Krug & Priester in Balingen, die Aktenvernichter, Schneidemaschinen und Luftreinigungsgeräte herstellen, haben Maria Jens, Marie Burk, Maria Deligianni und Noah Lißner eine Binäruhr – seit dem Start der Juniorakademie ein Dauerbrenner – produziert.

Bei Assa Abloy in Albstadt, Weltmarktführer für Sicherheitstechnik, durften Paul Jogsch, Jonathan Wölker und Alea Woehlk ein Joy-Car, einen Roboter auf Rädern, fahrtüchtig machen.

Bei Bizerba in Balingen, dem Experten für Waagen, Schneid-, Verpackungs- und Inspektionssysteme sowie Etikettiermaschinen, ist durch die Kreativität und das Geschick von Annelie Stephan, Arina Mitusova, Johannes Schmitz und Jonathan Grabmaier ein LED-Würfel entstanden, der sogar lächeln kann.

Bei Groz-Beckert in Albstadt, dem weltgrößten Hersteller von Nadeln und Systemtechnologie für die Textilindustrie, haben Celin Businger, Emiliy Staton und Leopold Jauerneck eine elektrisch betriebene Kurbelschwinge ausgetüftelt.

Bei Steinmeyer in Albstadt, dem Spezialisten für Kugelgewindetriebe, ist ein „Vier gewinnt“-Spiel das Ergebnis des Fleißes von Fabian Sontheimer, Leni Buck und Tim Bauer.

Bei Gühring in Albstadt, Produzent von Werkzeugen zur Metallzerspanung, war es eine Tischuhr, die Hannah Kachel, Tinka Rahn, Deniz Er und Zichen Liu geschaffen haben.

Friedrich Glück, seit Beginn der Leiter der Juniorakademie und Betreuer bei „Krug & Priester“, beschenkte alle mit Urkunden – und natürlich durften die Jugendlichen ihre Werkstücke mit nach Hause nehmen.

Die Jugendlichen selbst wiederum überreichten ihren Betreuern Geschenke: Emil Jurich (Steinmeyer), Petra Wund (Gühring), Franziska Brandl (Bizerba), Cindy Boss (Assa Abloy) und Helmut Posselt, der die Groz-Beckert-Gruppe betreute und schon gespannt ist auf die Weiterentwicklung der Juniorakademie. Und der Jugendlichen.