Das geplante Junginger Gewerbegebiet hat im Gemeinderat seine nächste Hürde genommen. Bürgermeister Oliver Simmendinger präsentierte zudem einen Zeitplan für den Beginn der Erschließung. Eine bestimmte Änderung in den Bauplänen soll es aber noch geben.
Schon länger ziehen sich die Planungsarbeiten für das neue Gewerbegebiet zwischen Kläranlage und B 32 hin. Doch nun könnte es schlag auf Schlag gehen, denn die Junginger Räte votierten bei ihrer jüngsten Sitzung im Gemeindesaal mit einer Gegenstimme für die Satzung des Bebauungsplans „Im Griess“.
Bevor diese Entscheidung fiel, präsentierte Bürgermeister Oliver Simmendinger einen Vortrag, den die von der Gemeinde beauftragte Planungsgruppe SSW aus Ludwigsburg vorbereitet hatte.
Bevölkerung hat keine Bedenken vorgebracht
Denn sowohl der Öffentlichkeit als auch Behörden und „Trägern öffentlicher Belange“ hatte man die Möglichkeit gegeben, Anregungen oder Bedenken zum aktuellen Planungsstand – dem „B-Plan“ – vorzutragen. Wie der Bürgermeister berichtete, habe es keine Meldungen von Bürgern gegeben – obwohl die Unterlagen öffentlich im Rathaus auslagen. Doch von anderer Seite hatte es einige Zweifel gegeben, für die SSW im Vortrag die weiteren Schritte empfahl.
Simmendinger erklärte, dass es etwa Bedenken gegeben habe, weil sich der nordwestliche Abschnitt des künftigen Gewerbegebiets mit dem dort bestehenden Landschaftsschutzgebiet nahe der Starzel überschneide. Doch man habe einen Antrag auf Befreiung beim Landratsamt gestellt – und diese am vierten Dezember auch erhalten. Ebenfalls müsse man man die Pläne nicht wegen eingebrachter Bedenken zu den Naturschutz-Ausgleichsmaßnahmen ändern.
Erschließung soll so früh wie möglich starten
Denn es stehe zwar im Umweltbericht, dass der Eingriff in die Landschaft nur zu 97 Prozent ausgeglichen sei, aber laut einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster seien hier Defizite von 10 Prozent hinzunehmen und das Baugebiet laut den Planern damit ausreichend kompensiert ist.
Eine Planänderung wird es aber doch noch geben: So hatte der Stromversorger Netze BW angemerkt, dass etwa Bäume einen Mindestabstand von 2,50 Metern zur Umspannstation haben müssen. Deshalb sollen nun laut den Anmerkungen der SSW-Ingenieure die Grünquartiere vergrößert und im Plan eingetragene Bäume verschoben werden.
Simmendinger ging auch auf den weiteren zeitlichen Ablauf ein: So soll bereits in der zweiten Hälfte diesen Jahres die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen erfolgen. Abhängig von den Finanzierungsmöglichkeiten könnte dann noch vor Jahresende die bauliche Erschließung beginnen. Laut Simmendinger soll diese so früh wie möglich kommen, schlimmstenfalls 2026.