Vor Beginn der Corona-Test haben Ursula Köbele und Nicole Rogic an der Junginger Grundschule den Schülern ganz genau erklärt, worum es geht und wie die Testung abläuft. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Corona: Seit Freitag testen Ursula Köbele und Nicole Rogic in den Klassen / Eltern müssen zustimmen

Testen und Präsenzunterricht, das wird auch an der Junginger Grundschule probeweise praktiziert. Die ersten Erfahrungen sind gut.

Jungingen. Schulträger sind verpflichtet, solche Tests bei Präsenzunterricht anzubieten, wirklich getestet werden können die Kinder aber nur, wenn die Eltern schriftlich eingewilligt haben. Jungingen bietet nun bereits seit Freitag Tests für die Grundschulkinder an. Schulleiter Herrn Tobias Lillge und Bürgermeister Oliver Simmendinger war es wichtig, hier noch vor den Osterferien einen Probedurchgang durchzuführen.

Proteste gegen die Testungen gab es nicht, aber insbesondere bei den jüngeren Kindern war die Bereitschaft zum Mitmachen zunächst eher verhalten. Dafür gab es viele Fragen, Anrufe und E-Mails besorgter Eltern. Dass diese sich große Sorgen um ihren Nachwuchs machen, versteht Bürgermeister Simmendinger sehr gut, er weist aber auch darauf hin, dass manche Berichte aus dem Internet über Risiken sehr umstritten und kaum fundiert sind. Überzeugen konnte in Gesprächen dann aber längst nicht alle Skeptiker.

Einen Mundschutz zu tragen, das sei nicht angenehm, so Simmendinger, aber nur mit Tests und gegenseitigem Schutz könne die Schule weiterhin geöffnet bleiben. Kinder erkrankten zwar meist nicht schwer, aber wenn sie infiziert seien, könnten sie leicht andere anstecken. Deshalb sei es wichtig sie zu testen. Eine Quarantäne bei einem positiven Ergebnis sei kein Stigma, denn bei Schnupfen, Masern oder Magen-Darm-Infekten bleibe man ja auch zu Hause.

Testerin Ursula Köbele ist den Kindern vom Hallenbad bekannt

Die Testungen an der Grundschule in Jungingen liegen in bewährten Händen. Ursula Köbele, die eigentlich die Bäder der Gemeinde Jungingen leitet, ist, nach Ihrem drei-monatigen Einsatz in der Corona-Ambulanz in Balingen und vielen weiteren Einsätzen im mobilen Dienst nun in Jungingen im Einsatz. Gemeinsam mit Ihrer Assistentin Nicole Rogic führte sie in der Grundschule den Zauberer "Popel" ein. Vor der Klasse zeigte sie zunächst ihr unbedecktes Gesicht, um sich vorzustellen. Die Kinder kennen sie von Freibadbesuchen oder dem Schwimmunterricht. Dann beantwortete sie die Fragen der Kinder.

Spielerisch und mit viel Humor vermitteln die beiden den Kindern, dass es sich hier um einen harmlosen Vorgang handelt, keinesfalls schlimmer, als sich selber in der Nase zu bohren. Wer positiv getestet werde, müsse dann zwar nach Hause, dürfe aber schon nach wenigen Tagen wieder zurück in die Schule.

Zum Test werden die Kinder, für die eine Einverständniserklärung vorliegt, in Zehnergruppen in ein besonderes Zimmer gebracht, wo der Test vorgenommen wird. Gemeinsames Nasen-Trompeten-Konzert, alle Kinder müssen dann anschließend die Naseputzen, dann kriegen die Kinder Teststäbchen, führen diese in die Nase, und dann erhält Ursula Köbele sie zurück, um eine "Rotz-Suppe" zu kochen. Die Kinder fanden die Aktion, die nur wenige Minuten dauerte, ausgesprochen lustig.

Positives Kind wird aus der Klasse geholt, wenn die Eltern da sind

Würde ein Kind in Jungingen als positiv getestet, würden zunächst dessen Eltern informiert, und sobald diese in der Schule sind, würde das Kind dann aus der Klasse geholt. Die gesamte Familie sollte sich dann eigenverantwortlich in Quarantäne begeben. Der für die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber erforderliche PCR-Test ist jedoch freiwillig. Daten des Kindes oder der Familie werden nicht an das Gesundheitsamt weitergegeben.

Bürgermeister Simmendinger und Schulleiter Lillge waren eim ersten Test-Durchlauf dabei und überzeugten sich, dass alles vernünftig abläuft. Ob es an Grundschulen bald eine Verpflichtung der Schüler zum Test geben wird, wissen sie nicht, da so etwas nur auf Landesebene entschieden werden kann. Simmendinger warb aber für die Tests, da derzeit nur sie die Schule vor einer Infektion schützen könnten. Es sein deshalb ein Zeichen von Verantwortung und Zusammengehörigkeitsgefühl. Er hofft auf viele negative Tests, wenn aber ein positives Ergebnis gefunden werde, sei das sehr wichtig, dass dann eine Ansteckungskette unterbrochen werde könne.

Oliver Simmendinger weist auch darauf hin, dass es aktuell keinen Zwang gibt. Wer die Testung, das Tragen des Mundschutzes oder die Situation an der Schule insgesamt seinem Kind nicht zumuten möchte, dürfe es ohne Begründung zu Hause lassen. Die Schulleitung müsse darüber lediglich informiert werden.

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