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Jungingen Der Diener einer Königin tritt ab

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Ein letzter Blick hoch zur Empore, zur Orgel und zu seinem Kirchenchor. Alfred Schäfer hat im Sonntagsgottesdienst Abschied genommen. Jürgen Ulrich war voll des Lobes für den so hoch begabten ausscheidenden Kirchenmusiker. Fotos: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Der Königin der Instrumente, der Orgel, hat Alfred Schäfer sein ganzes Musikerleben lang gedient. Zum Schluss gab es für den ausscheidenden Kantor, Kirchenchorleiter und Sänger "standing ovations" seiner Gemeinde.

Burladingen/Jungingen. Sein Junginger Kirchenchor, den er so viele Jahre erfolgreich führte, löste sich mit diesem Tage ebenfalls auf. "Ich weiß, sie wollten keine Lobeshymnen. Es geht aber nicht ohne", betone Jürgen Ulrich vom Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Burladingen/Jungingen während der Abschiedsfeier für Schäfer nach dem Gottesdienst in der Junginger St. Sylvesterkirche.

Er selber sehe das Ausscheiden des so verdienten Kirchenmusikers mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zu einen freue er sich, dass Schäfer bei so guter Gesundheit seinen 80. Geburtstag feiern konnte, zum anderen werde sein Ausscheiden von allen bedauert. "Mir wäre es lieber, sie wären so alt wie sie wirken, ein rüstiger Endsechziger. Dann hätten wir sie noch einmal zehn Jahre da oben an der Orgel"“, räumte Ulrich ohne viel Umschweife unter dem Beifall der Gemeinde ein. "Der Applaus sagt alles", so Ulrich. Den gab es nach Schäfers letztem Spiel auf der Orgel von der ganzen Gemeinde, die ihm minutenlang stehend Beifall klatschte.

Der Kirchengemeinderat hatte für seinen scheidenden Organisten, Kantor und Kirchenchorleiter als Geschenk unter anderem die Osterkerze des vergangenen Jahres personalisiert und mit Datum und Namen versehen lassen. Auch für Schäfers Frau Lydia, die oft habe auf ihren Mann verzichten und viele Sonntage warten müssen, gab es zu den anerkennenden Worten von Pfarrer Konrad Bueb einen Blumenstrauß.

Bueb hat an diesem Sonntag, der im Kirchenkalender dem Großelternpaar Jesu, der heiligen Anna und dem heiligen Joachim gewidmet ist, zu den Eltern Marias einen großen Bogen gespannt. Er berichtete von den Menschen, mit denen Gott laut der apokryphen und nicht-apokryphen Schriften schon vor ihrer Geburt große Pläne hatte, die er letztlich Großes vollbringen ließ: Isaak, Johannes der Täufer und Jesu selber – bis hin zum Kirchenmusiker Alfred Schäfer.

Der habe mit zur Freude und zum Segen der Gemeinde beigetragen und mit seiner Musik Gottes Wort den Menschen näher gebracht. "Sie haben ihr Charisma eingebracht", lobte Bueb. Jeder Gottesdienstbesucher könne sich fragen: "Was hat Gott Großes in meinem Leben vollbracht? Was kann er noch vollbringen, wenn ich mein Leben in seinen Dienst stelle?"

Wilma Evers, Vorsitzende des Kirchenchors, der sich mit Schäfers Eintritt in den Ruhestand nach dem Gottesdienst auflöste, ging sichtlich bewegt auf die vielen Jahre unter Schäfers Stabführung ein. Der Chor habe viele Jahre ein hohes Niveau gehalten und noch durchgehalten, während andere Chöre der Region sich aufgrund des Nachwuchsmangels aufgelöst hätten. Zu Verdanken wäre das Schäfers Können und seinem Einfühlungsvermögen gewesen.

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