Wegen zweier Fahrten ohne Führerschein musste sich ein junger Mann aus Triberg vor dem Landgericht Konstanz verantworten. Foto: Pixabay

Wie die Verhandlung vor dem Landgericht Konstanz kürzlich ergab, ist ein junger Mann aus Triberg mehrfach Auto gefahren ohne Führerschein. Er wurde trotzdem frei­gesprochen, weil er sich laut Gericht in einem "schuldunfähigen Zustand" befand.

Triberg - Wie vom Landgerichts-Präsident Christoph Reichert auf Anfrage unserer Redaktion zu erfahren ist, ereignete sich die erste Tat, die dem Mann aus Triberg angelastet wird, am 17. Februar 2019. Obwohl er keinen Führerschein besitze, sei er mit dem Fahrzeug einer anderen Person einige Stunden unterwegs gewesen und habe dabei rund 300 Kilometer zurückgelegt. Das Fahrzeug habe er später wieder zurückgebracht, weshalb es sich hier auch nicht um einen Diebstahl sondern vielmehr um eine "unbefugte Ingebrauchnahme" handle.

Die Tat ereignete sich in Verbindung mit einem Hausfriedensbruch. Der junge Mann sei nämlich auf ein Anwesen in Triberg gegangen, die Bewohnerin des Anwesens habe ihn jedoch des Geländes verwiesen. Der Mann habe aber, nicht wie gewünscht, zu Fuß das Anwesen wieder verlassen, sondern habe vielmehr das Auto der Frau genommen und die eingangs erwähnte mehrstündige Fahrt unternommen.

Psychische Erkrankung

Ein kürzerer Ausflug mit einem Fahrzeug – ebenfalls ohne Führerschein – folgte schließlich am 2. März 2019. Wie Reichert erklärt, sei der Mann in Triberg losgefahren, aber bereits im Bereich des Triberger Industriegebiets Adelheid von der Polizei festgenommen worden.

In der Verhandlung ließ sich das Gericht von einem Sachverständigen in Bezug auf die psychische Erkrankung des Mannes beraten. Demnach bestehe keine Gefahr für weitere solche Taten. Schließlich sei der Angeklagte sozial gut eingebunden in der Familie und medikamentös gut eingestellt. Deshalb wurde auch seitens des Gerichts von einer Einweisung des Mannes in eine psychiatrische Klinik abgesehen.

Der Freispruch wegen Schuldunfähigkeit in allen drei Anklagepunkten, den zwei Fahrten ohne Fahrerlaubnis und dem Hausfriedensbruch, habe im Wesentlichen auch dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidigung entsprochen, entnimmt Reichert den Verhandlungsunterlagen. Aufgrund der Rechtswidrigkeit des Fahrens ohne Fahrerlaubnis sei dem Mann jedoch eine zeitlich befristete Führerscheinsperre verhängt worden. Das heißt, er dürfe in den 18 Monaten nach dem Gerichtsbeschluss keinen Führerschein erhalten. Das Urteil sei von Staatsanwaltschaft und Verteidigung akzeptiert und deshalb rechtskräftig geworden.