Vor fast einem Jahr bekam Svenja Huneck den Bescheid zur Teilnahme an der Triathlon-WM. Am Wochenende geht es nun los. So ist die Stimmung bei der Eschbronnerin kurz vor dem Start.
Es ist soweit: Am Sonntag, 24. Mai, geht es für Svenja Huneck an den Start der Triathlon WM in der Slowakei. Was aus einem Spaß heraus und einer Wette um ein Eis begann, endete für die 22-Jährige mit ihrem ersten Triathlon im Juni vergangenen Jahres und einer Qualifikation zur Triathlon-Weltmeisterschaft. Unsere Redaktion hat mit der Eschbronnerin kurz vor dem Start gesprochen. Wie groß ist die Aufregung?
Bislang halte sich die Nervosität noch in Grenzen, verrät die ambitionierte Sportlerin. Diese werde aber sicherlich vor Ort etwas zunehmen. Begleitet wird die 22-Jährige von ihrem Freund, ihrem jüngeren Bruder und ein paar Freunden aus Rottweil. Das gebe ihr Kraft, da sie Menschen um sich hat, die sich kümmern.
Elf Trainings in der Woche
Derzeit steckt sie in den letzten Trainings. Dabei gehe es hauptsächlich um die Aktivierung der Muskeln. Dies sei viel entspannter als noch die Monate zuvor.
Seit November trainiere sie nämlich elf Mal in der Woche – also mehr Trainings als Wochentage! So stand die erste Trainingseinheit meist schon um sechs Uhr vor dem Gang zur Uni an, die zweite abends nach den Vorlesungen und Seminaren. Hinzu kamen lange Läufe und Ausfahrten am Wochenende sowie Krafttraining am Wochenstart.
Doch das Timing stimmt. Denn: Svenja Huneck studiert im vierten Semester Medizin in Bochum und steht kurz vor ihrer Prüfungsphase. „Dann fange ich eben eine Woche später als die anderen an mit Lernen“, sagt sie und lacht dabei.
Besser vorbereitet als noch vor einem Jahr
Uni, Training und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, sei aber trotzdem herausfordernd, sagt sie. „Manche Tage gehen besser und andere schlechter. Ich hab’s oft verflucht, aber mich genauso gefreut“, fasst sie die Aufs und Abs zusammen.
Besonders im Schwimmen fühle sie sich besser vorbereitet als noch vor ihrem ersten Triathlon im Juni 2025. Dort sei sie sich erst nicht sicher gewesen, ob sie die 1,9 Kilometer in der Mitteldistanz schaffe. Heute sei die Distanz kein Problem mehr. Dennoch ist die 22-Jährige froh, dass das Schwimmen der erste Teil des Wettkampfes ist. Dann habe sie den Kopf frei und könne sich voll auf das Radfahren und Laufen konzentrieren. „Ich merke den Fortschritt, und das motiviert sehr“, sagt Huneck und freut sich sichtlich.
Spendenaktion macht manches möglich
Und auch die bessere Ausrüstung helfe ihr. Dank einer Spendenaktion der Rottweilerin Alessa Bauer auf „GoFundMe“ unterstützten viele Menschen die junge Sportlerin. 3305 Euro wurden gesammelt. Davon kaufte sich Svenja Huneck ein neues Fahrrad, das besser für den Triathlon geeignet ist, neue Laufschuhe, die sie beim Halbmarathon in Bonn eingelaufen hat, sowie Verpflegung und bezahlte einen Teil ihrer Unterkunft und des Flugs. „Ohne GoFundMe wäre das nicht machbar gewesen“, sagt sie und zeigt sich sehr dankbar gegenüber allen Spendern, die sie auf ihrer Reise unterstützen. Das sei für sie nicht selbstverständlich.
Ihr Ziel am Sonntag: Unter fünf Stunden und 30 Minuten kommen. Aber sie sagt auch: „Fünf Stunden wäre mega cool, und ich könnte es auch schaffen.“ Allerdings könnte das Wetter dem Plan einen Strich durch die Rechnung machen. Und scheinbar sei die Strecke sehr windig, zudem erschwere ein sandiger Untergrund das Laufen, berichtet die Athletin. Es sei fürs Mentale sehr wichtig, das zu wissen – dann könne sie sich darauf einstellen und ihre Kraft einteilen.
30 Grad und Sonne
Immerhin soll es nach bisherigen Wettervorhersagen nicht regnen. Ganz im Gegenteil: 30 Grad und Sonne sind angesagt. „Frieren werde ich nicht“, sagt sie und lacht. Die „Après-Sun-Cream“ sei schon eingepackt.
Nun heißt es: „Daumen drücken“. Und wer weiß, vielleicht wird ihr auch dieses Mal nach dem Triathlon ein Spaghettieis spendiert – auch ohne Wette.
Triathlon WM
Distanz
Svenja Huneck tritt bei der Triathlon-Weltmeisterschaft in der Slowakei in der Mitteldistanz an. Das bedeutet: 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21,1 Kilometer laufen.