Der Feuerwehrhock der Abteilung Heiligenzell war trotz teils heftiger Regenschauer so gut besucht, dass unter den Zelten kaum mehr Platz war. Das lag nicht zuletzt an dem Nachwuchs, der die Besucher rund um gut versorgte.
Trotz Regens ist der Feuerwehrhock in Heiligenzell am Samstag nicht ins Wasser gefallen. Abteilungskommandant Andreas Reichenbach hatte mit seinem Team und vielen ehrenamtlichen Helfern ganz einfach ein Zeltdach vor das Feuerwehrhaus gebaut. Zum Einsatz gekommen ist das Zelt der „Feuerhexen“ mit ihrem Vorsitzenden Tobias Schmitt, außerdem hat ein Nachbar so gut wie all seine Pavillons zur Verfügung gestellt, damit jedem Gast ein trockenes Plätzchen beschert war. Etienne Kerstin hat von den „Krabbe-Schenkel“ in Oberweier Stehtische organisiert und die Feuerwehr in Ohlsbach ihr Bierkarussell ausgeliehen. „Wenn viele Menschen zusammenhalten, kann es nur gelingen“, weiß Reichenbach.
Den Gästen hat die Feuerwehr einen vergnüglichen Abend bereitet. An den Tischen wurde näher zusammengerückt und über Gott und die Welt diskutiert. Das Bierkarussell bedienten Mitglieder des Musikvereins, während Mitglieder aus anderen Vereinen oder Freunde der Feuerwehr am Grill standen, bewirteten, Gläser abräumten oder Kuchen verkauften. In Heiligenzell stimmt der Zusammenhalt der Vereine und es herrscht eine lebendige Gemeinschaft. Jeder Gast scheint sich zu denken: „Es regnet – na und?“
Zwar zeigten sich die Gäste von dem Niederschlag unbeeindruckt, Abstriche mussten aber dennoch gemacht werden. Denn die große Schauübung der Jugendfeuerwehr musste wortwörtlich ins Wasser fallen. Natürlich sind die Jugendfeuerwehrkinder nicht aus Zucker, aber es hatte so geschüttet, dass niemand die Kinder den Wasserströmen aussetzen wollte. „Außerdem befürchteten wir zu wenig Zuschauer“, erklärt Jugendfeuerwehrwart Moritz Busam. Eine Entschädigung gab es für die Kinder dennoch. Viele Eltern sind mit ihnen zum Feuerwehrfest in Heiligenzell gekommen.
Die Jugendfeuerwehr unterhielt sogar einen eigenen Stand. Für die Gäste backten sie frische Waffeln. Die Einnahmen kommen der Kasse der Jugendfeuerwehr zugute. Matteo Salhab, Milena Merker, Billie Rees und Sophia Saal hatten hinter der Verkaufstheke viel Spaß und freuten sich über jeden Abnehmer einer Waffel. Kurzum spendierte Karlheinz Haas seinem Nachbarn Matteo ein zuckersüßes Gebäck.
Die Schauübung lasse sich leider nicht mehr zu einem späteren Zeitpunkt zeigen, erklärte Busam. Der Kalender der Jugendfeuerwehr ist ebenso eng getaktet, wie bei den Abteilungswehren. Außerdem erwartet die Jugendfeuerwehr der Altersgruppe der Zehn- bis 18-Jährigen ein Großspektakel mit einer Berufsfeuerwehrnacht im November diesen Jahres. Die jüngere Gruppe der Acht- bis Zehnjährigen darf sich auf einen Ausflug freuen. Außerdem beteiligt sich die Jugendfeuerwehr auch in diesem Jahr am 10. August am Kinderferienprogramm der Gemeinde Friesenheim.
Info – Aufnahmestopp in der Friesenheimer Jugendfeuerwehr
Mittlerweile zählt die Jugendfeuerwehr Friesenheim insgesamt 75 Kinder. „Das ist absolute Spitze“, sagt Moritz Busam, der Mann am Grill beim Feuerwehrfest. Leider gibt es aktuell in den Altersgruppen acht bis 14 Jahre einen Aufnahmestopp. Nicht aus Mangel an Betreuern – auf die drei Gruppen verteilen sich 17 Betreuer – , sondern weil aktuell die Fahrzeuge nicht ausreichen, um die Kinder von den Feuerwehrhäusern in den Ortsteilen nach Friesenheim zu bringen. Allein in Oberschopfheim sind zwölf Kinder in der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen. In ein Fahrzeug passen nur neun Insassen, was die Verantwortlichen zwei Mal fahren lässt. Zu viel Zeit gehe für das Bringen drauf, was hinterher für die Probe fehle. Aber in den Gruppen der 14- bis 18-Jährigen sind noch etliche Plätze frei. Dort sind auch immer wieder Quereinsteiger gewünscht, betont Busam. Im Grunde habe die Jugendfeuerwehr nach Corona eher mit einem Einbruch gerechnet. Das Gegenteil war der Fall. „Die Kinder haben uns überrannt“, erklärt Busam. Umso mehr bedauert er den aktuellen Aufnahmestopp bei den Acht- bis 14-Jährigen.