Im Sommer wechselte Igor Matanovic (links) aus Frankfurt zum SC Freiburg. Bislang jedoch durfte der Mittelstürmer in der Bundesliga nicht von Beginn ran. Foto: Soeren Stache/dpa

Nach seinem Debüt wurden Vergleiche mit Nils Petersen gezogen – doch danach kam Igor Matanovic beim SC Freiburg selten zum Zug. Woran das liegt, erklärte Trainer Julian Schuster.

Sein Pflichtspieldebüt für den SC Freiburg im September gegen den VfB Stuttgart war spektakulär. Nachdem der neue Stürmer die ersten Spiele der Saison verletzungsbedingt verpasst hatte, sorgte Igor Matanovic mit seinem Doppelpack für den ersten Freiburger Bundesliga-Sieg (3:1) der Saison – und weckte Erinnerungen.

 

Denn einen ähnlichen Einstand hatte damals auch ein gewisser Nils Petersen gefeiert. Bei seinem SC-Debüt 2015 kam er zur Pause rein und schoss die Breisgauer mit einem Hattrick zum Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Der Rest ist Geschichte, Petersen genießt beim Sport-Club und dessen Fans Legendenstatus und ist – noch – bester Torschütze des Vereins.

„Es ist natürlich ein guter Start, den ich mir so nicht hätte vorstellen können“, sagte Matanovic nach seinem Traum-Debüt. Das war Mitte September. Drei Monate später, vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg zum Jahresabschluss (Samstag, 15.30 Uhr/Sky), wartet der kroatische Nationalstürmer noch immer auf einen ersten Startelf-Einsatz in der Bundesliga. Einzig in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Fortuna Düsseldorf durfte der 22-Jährige, der im Sommer für eine kolportierte Basisablöse in Höhe von 6,7 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zum Sport-Club wechselte, von Beginn ran. Mit einem Tor und einer Vorlage hatte er großen Anteil am Weiterkommen am Rhein.

Lucas Höler und Junior Adamu erhalten bislang den Vorzug

Danach musste sich der groß gewachsene Mittelstürmer wieder hinten anstellen. Lucas Höler und Junior Adamu bekamen in Liga, Europa League und im DFB-Pokal-Achtefinale den Vorzug. „Zum einen ist es einfach so, dass die Jungs es eben dann auch gut gemacht haben auf ihren Positionen“, sagte Trainer Julian Schuster auf der Pressekonferenz vor dem letzten Spiel des Jahres.

Zufrieden mit der Entwicklung seines Stürmers: SC Freiburg-Trainer Julian Schuster. Foto: Tom Weller/dpa

Gleichzeitig betonte der Coach auch, dass nicht immer nur eine Entweder-oder-Entscheidung im Sturmzentrum sei. „Sondern es geht immer dann auch um einen gewissen Verbund und welche Stabilität benötigen wir eben auch in den unterschiedlichen Spielphasen. Wie sind wir defensiv stabil?“, erklärte Schuster. Denn wie schon unter seinem Vorgänger Christian Streich, wird auch unter dem 40-Jährigen der Wert der Stürmer nicht nur an Toren gemessen – auch die Defensivarbeit ist wichtig.

Julian Schuster bittet um Geld: „Ein sehr junger Spieler“

Zudem bat er am Donnerstag beim Thema Matanovic um etwas Geduld. „Was man bei ihm manchmal ein Stück weit verdrängt: Klar, er kommt von einem großen Verein, das hat man im Hinterkopf – aber er ist eben auch ein sehr, sehr junger Spieler“, so Schuster über den 22-jährigen Stürmer, der in der Vorsaison bei Eintracht Frankfurt ebenfalls häufig Joker war.

Verletzung zur Unzeit am Saisonanfang

Dass Matanovic sich dann wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal, wo viele ihn in der Startelf erwartet hatten, verletzte, dürfte ebenfalls ein Grund sein. „Natürlich weiß ich auch, dass er auch mit seinem Ehrgeiz, mit seinem Willen einen anderen Anspruch hat“, sagte Schuster am Donnerstag. Und weiter: „Aber ich bin trotzdem mit der Entwicklung, wie sie über das halbe Jahr war, zufrieden. Er ist ein Element, das unsere Qualitäten definitiv ergänzt. Die Fantasie, wie diese Entwicklung mit ihm weitergehen kann, ist bei mir mit ihm persönlich sehr, sehr groß“, so der Coach über seinen Schützling.

Wie es als Joker geht, hat Nils Petersen mehrfach vorgemacht

Am Samstag in Wolfsburg wird Matanovic aber wohl zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen und im Verlauf der Partie als Joker eingewechselt werden. Gegen Borussia Dortmund am vergangenen Sonntag wäre er so fast zum Matchwinner geworden, als er in der 86. Minute den Ball über die Linie drückte. Da jedoch Maximilian Eggestein im Vorfeld knapp im Abseits stand, zählte Matanovics Treffer nicht und es blieb beim 1:1.

Und so muss der Stürmer weiter auf seinen dritten Bundesliga-Treffer im SC-Dress warten. Wie das als Joker geht, hat Nils Petersen ja mehr als nur einmal vorgemacht.