Mit einem Präsent verabschiedete Bürgermeister Stefan Feigl (Mitte) den Kreisjugendringleiter Wolfgang Borkenstein (links), er geht Mitte des Jahres in den Ruhestand. Die Jugendreferentin Katrin Walz (rechts) wird ihre erfolgreiche Jugendarbeit in Simmozheim fortsetzen. Foto: Jeanette Tröger

Ausgesprochen Positives hatte die Jugendreferentin Katrin Walz dem Gemeinderat über die Jugendarbeit in der Gäukommune zu berichten. Die Angebote werden sehr gut angenommen.

Gemeinsam mit dem Leiter des Kreisjugendrings Wolfgang Borkenstein stellte Walz den Räten den Jahresbericht ihrer Arbeit seit Mitte 2024 vor. Borkenstein wird zur Jahresmitte in den Ruhestand gehen und war gerne noch mal in Simmozheim. „Es waren immer sehr gute Termine mit den Mitarbeiterinnen in der Gemeinde.“ Er machte zunächst einige generelle Anmerkungen zur Jugendarbeit, „auch weil nicht allen Eltern klar ist, was offene Kinder- und Jugendarbeit bedeutet“.

 

Gewisser Charme

Zu den Öffnungszeiten von „Fun Fabrik“ für Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren und vom „Jugendtreff“ für Schüler der dritten und vierten Klasse könne jeder kommen, so Borkenstein. „Sie müssen nichts mitbringen, auch keine besondere Begabung, es gibt keine zeitliche Verpflichtung und keine Anwesenheitspflicht über die ganze Öffnungszeit, das macht den Charme des Angebots aus.“ Weiter wichtig ist Borkenstein: „Wir haben auch keine Aufsichtspflicht, nur eine Verkehrssicherungspflicht. Es gibt klare Regeln, die auch durchgesetzt werden, in einem letzten Schritt kann es auch mal einen Rauswurf geben.“

Es wird gebacken, gekocht und gebastelt

Katrin Walz ist seit Oktober 2023 als Jugendreferentin mit einer 50-Prozent-Stelle beim Kreisjugendring für Simmozheim eingestellt. Die Kosten trägt die Gemeinde. Für die Angebote werden Räume im Anbau der Grundschule genutzt. Donnerstags ab 16 Uhr ist „Fun Fabrik“-Time, eine Mischung aus Offenem Treff und Gruppenstunde mit freiwilligem Angebot. Bis 18.45 Uhr wird mal gebacken, mal gekocht und gebastelt oder es gibt ein Spielturnier. „Derzeit kommen zwischen 25 und 32 Kinder zwischen acht und zehn Jahren regelmäßig, im Herbst und Winter können es auch mal bis zu 37 sein“, berichtet Walz.

Beeindruckende Zahlen

Der „Jugendtreff“ ist freitags von 16 bis 21 geöffnet, auch da kann Walz beeindruckende Zahlen vermelden. 27 bis 35 der jungen Besucher zwischen zehn und 16 Jahren kommen regelmäßig. „Sie gestalten ihr Programm selbst, hautsächlich spielen sie Billard, Darts oder Tischkicker, auch Fußball und Basketball draußen“, so Walz. Sie übernehmen gern mal kleine Aufgaben wie den Thekendienst. „Am letzten Freitag hatten wir 56 Jugendliche da“, berichtete die Jugendreferentin, „es ist eine große Leistung, wie die Zehnjährigen und die 16-Jährigen miteinander klarkommen, das funktioniert super. Und um 21 Uhr müssen sie quasi aus dem Jugendtreff rausgeschoben werden“. Ein schöneres Bekenntnis, dass sich die Jugend wohl fühlt in ihrem Jugendtreff, gibt es sicher nicht.

Am Ferienspaß beteiligt

Walz engagiert sich auch in der Gemeinde. Am Simmozheimer Ferienspaß in den Sommerferien bot sie 2024 und 2025 jeweils mehrere Programmpunkte an wie einen Ausflug ins Maislabyrinth oder eine Wanderung zum Pferdehof. Sie organisierte eine Sommerparty, einen „Beauty Day“ für die Mädchen und einen „Action Tag“ für die Jungs. Insgesamt 211 Kinder hatten in den beiden Jahren tollen Ferienspaß. Am letztjährigen Valentinstag wurden die Senioren im Betreuten Wohnen mit einer Rose von den Kindern und Jugendlichen überrascht. Walz veranstaltete mit ihnen zudem eine öffentliche Müllsammelaktion.

Mit Herzblut

„Man spürt, dass Sie Ihre Arbeit mit Herzblut machen, meine Enkeltochter kommt immer ganz begeistert wieder nach Hause.“ würdigte Rainer Bauser (afS) Walz‘ Engagement, „das Geld ist sehr gut investiert, wir haben ein gutes Programm, das die Jugendlichen von der Straße holt“. Und beileibe nicht nur die Simmozheimer, sondern auch deren Freunde aus den weiterführenden Schulen und aus den Nachbargemeinden, wie Walz berichtet hat. „Sollten wir da mal bei den Nachbargemeinden wegen Unterstützung nachfragen?“, fragte Bauser eher augenzwinkernd.

Lorenz Auwärter ließ sich von Borkenstein die Finanzierung der Jugendarbeit erläutern. Dieser wiederum bedankte sich für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren, „ich habe noch unter Bürgermeister Winkeler angefangen im Kreisjugendring und wünsche mir, dass es noch lange so gut weitergeht.“ Der Schultes lobte das Team Borkenstein und Walz: „Sie machen eine super, super Arbeit.“ Dem stimmten neben den anerkennend klopfenden Räten auch die zahlreichen Zuhörer zu und applaudierten.