Sabine Geckeler berichtete von ihrer Tätigkeit in der Schulsozialarbeit und der Offenen Jugendarbeit. Foto: Müller

Kinder und Jugendliche gelten als besonders Leidtragende der Coronapandemie. Sabine Geckeler erklärte den Nusplinger Gemeinderäten, wie das Diasporahaus Bietenhausen die Kinder und Jugendlichen während der Pandemie unterstützt hat.

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Nusplingen - Die Coronapandemie hat das Schul- und Freizeitleben der Kinder und Jugendlichen seit nunmehr eineinhalb Jahren fest im Griff. "Offene Jugendarbeit war in den vergangenen Monaten kaum möglich", resümierte Sabine Geckeler. Sie leitet seit Frühjahr 2020 die Schulsozialarbeit an der Kallenberg­schule und ist zudem Teil der gemeinwesenorientierten offenen Jugendarbeit des Jugendbüros Meßstetten-Nusplingen-Obernheim – alles unter Federführung des Diasporahauses Bietenhausen.

Während des ersten Lockdowns hielt die Schulsozialarbeiterin Kontakt zu den Kindern über die "Mach-mit-Aktion" mit Tüten zum Abholen, die ein coronakonformes Freizeitangebot für die Kinder enthielten.

Im laufenden Jahr wird die offene Jugendarbeit coronabedingt anders als gewohnt fortgesetzt. Stattdessen wird es größere Projekte geben, die man an die aktuell geltenden Corona-Restriktionen anpassen kann, wie eine Stadtrallye oder den Fahrradparcours. Wenn es die Situation weiterhin zulässt, möchte Geckeler künftig mehr orts- und schulübergreifende Angebote auf dem Heuberg anbieten.

Für Sabine Geckeler ist es eine große Bereicherung, dass die Kinder die Schulsozialarbeiterin bei der offenen Jugendarbeit auch in ihrer Freizeit erleben. Geckeler erhält so einen ganzheitlichen Blick auf die Kinder und gleichzeitig werden Hemmschwellen abgebaut.

Eltern suchen Rat und Unterstützung

Als Schulsozialarbeiterin der Kallenbergschule steht Geckeler in ständigen Kontakt mit der Gesamtlehrerkonferenz und den Eltern. Den Grundschülern ist Geckeler wohlbekannt, da sie in den einzelnen Klassen einige Projekte zu verschiedenen Schwerpunktthemen anbietet. In den vergangenen Monaten, die geprägt waren von Schulschließung und Kontaktbeschränkungen, war Sabine Geckeler besonders gefragt. Sie begleitete die Notbetreuung und führte viele Einzelberatungen mit Schülern, aber auch mit Eltern, die bei ihr Rat und Unterstützung suchten.

Bereichsleiter Bernd Kopf begleitete seine Kollegin zur Gemeinderatssitzung in die Turn- und Festhalle und machte deutlich, welche Gräben die Coronapandemie im Leben von Kindern und Jugendlichen aufgerissen hat. "Viele Probleme aus der Familie verlagern sich aktuell in die Schule." Geckeler erzählte, dass viele Probleme resultierend aus der Schulschließung nun nach und nach aufbrechen und sichtbar werden. Während nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 noch die Wiedersehensfreude überwog, merkte sie nach der zweiten längeren Schulschließung Veränderungen bei den Kindern. Viele seien verschlossener, es herrsche ein gesteigertes Konfliktpotenzial innerhalb der Klassen. "Die Kinder müssen wohin mit ihrem Erlebten, es ist eine ständige Ausnahmesituation", erklärte Geckeler. Zudem müsse man bedenken, dass eineinhalb Jahre für Kinder eine immens lange Zeit seien. "Die Schulen müssen fortan offen bleiben, alles andere wäre fatal", sagte Kopf.