RCG-Jugendschutzbeauftragte Sibylle Roos, Schutzkonzeptberaterin Barbara Huber-Kramer, Jugendtrainerin Sigrid Behr und Mitglieder der Jugendgruppe bei einer zur Schutzkonzeptberatung gehörenden Hospitation des Jugendtrainings Foto: F. Kaminski

Sport im Verein sollte ein schönes Erlebnis sein – mit dem Gefühl der Sicherheit. Ein Schutzkonzept trägt dazu bei. Der Ruderclub Grenzach will hier zu den Vorreitern gehören.

Alle brauchen eins, aber bislang fehlt es vielerorts: Die Rede ist von einem Schutzkonzept für Vereine und ähnliche Organisationen. Häufiger Ausgangspunkt für die Erstellung ist die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche zu schützen. Aber wie Sigrid Behr sagt: „Ein Schutzkonzept hilft allen Beteiligten, optimal miteinander umzugehen.“

 

Eigene Arbeitsgruppe

Von 2017 bis 2025 stand Behr dem Ruderclub Grenzach (RCG) vor. Jetzt hat sie die Arbeitsgruppe geleitet, die ein Schutzkonzept speziell für den RCG entwickelt hat. Daran mitgewirkt haben rudernde und paddelnde Mitglieder unterschiedlichen Alters. Fachlich begleitet wurde die Gruppe von der Schutzkonzeptberaterin Barbara Huber-Kramer durch das vom Kinderschutzbund geförderte Programm „Präventiv handeln - Schutzkonzepte leben“. Dieser Tage hat der Vorstand das Konzept gutgeheißen. Zu finden ist es auf der RCG-Website.

Auch Cyber-Mobbing ist ein Thema

Die heutige Vorsitzende, Doris Wrobe, erklärt: „Ein solches Konzept soll alle Mitglieder vor jeglicher Form von Gewalt schützen.“ Dabei dachte man in Vereinen lange Zeit primär an körperliche oder verbale Übergriffe. Heutzutage steht aber auch digitale Gewalt im Fokus, beispielsweise das „Cyber-Mobbing“.

Leitplanken für alle Mitglieder

Dem Ruderclub Grenzach war es sehr wichtig, das Schutzkonzept vorbeugend zu erstellen. „Dank klaren Verhaltensregeln wissen alle Mitglieder, wie wir uns das Clubleben vorstellen“, ergänzt Wrobe. Trainerinnen und Trainer unterzeichnen künftig einen Ehrenkodex; für die Jugendbetreuung verlangt der Verein ein Führungszeugnis. Sollte ein Mitglied aber trotzdem eine Beschwerde haben, ist auch dafür der Weg kurz und klar.

Neu beim RCG ist die Rolle einer Jugendschutzbeauftragten. Diese hat Sibylle Roos inne. Die Ruderin ist Ärztin und ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes.

Ständige Aktualisierung

Sigrid Behr und ihre Mitwirkenden haben die Arbeit eng mit Fachpersonen und anderen Vereinen abgestimmt. „Noch sind Schutzkonzepte nicht rechtlich vorgeschrieben“, merkt Behr an. „Aber das wird kommen. Der RCG ist jetzt vielen Organisationen voraus.“ Wie sie aber weiter ausführt: „Ein solches Dokument verabschiedet man nicht für alle Zeiten. Der RCG wird sein Konzept regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren.“ Sie fügt noch hinzu, dass sie sich jetzt erst einmal auf den aktuell geplanten Jugendruderkurs freut.