Im Gebäude Marktplatz 9 soll es schon bald Angebote für Kinder geben. Foto: Hering

Viele Angebote für Kinder und Jugendliche setzt das Alpirsbacher Jugendreferat um. Dies wurde bei der Vorstellung des Jahresberichts in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Doch: Es mangelt an Räumlichkeiten.

Alpirsbach - Wie Jugendreferent Mathias John sagte, besetzen er und seine Kollegin Petra Overdick-Horn jeweils eine halbe Stelle bei der Stadt. Die alte Hausmeisterwohnung in der Sulzbergschule mit drei Räumen, kleiner Küche und WC sowie der Pavillon an der Grundschule, allerdings ohne WC, stehen dem Jugendreferat zur Verfügung.

Vor der Pandemie habe es einen offenen Jugendtreff und einen Mädchentreff gegeben. Durch Corona kamen beide zum Erliegen.

Anmeldungen für 2023

Eine Erfolgsgeschichte sei das Sommerferienprogramm. So gab es im Corona-Sommer 2021 insgesamt 41 Angebote an 35 Ferientagen. Dazu gab es 642 Anmeldungen von 242 Kindern, berichtete John. 2022 gab es 55 Angebote mit 864 Anmeldungen und 262 Kinder, die daran teilnahmen.

Ein weiteres Angebot sei die Ferienbetreuung. Overdick-Horn berichtete, dass während der ersten 14 Tage der Sommerferien eine Kernzeitbetreuung in den Räumen der Sulzbergschule angeboten wird. Im Jahr 2021 gab es dafür 13 Anmeldungen für fünf Tage, und 2022 waren es 15 Anmeldungen für zehn Tage. Es liegen bereits Anmeldungen für 2023 vor, bestätigte Overdick-Horn.

Ausbildung zum Schulwegbegleiter

John berichtete über ein weiteres Projekt, das in Alpirsbach gut laufe: die Schulwegbegleitung als Leuchtturmprojekt. Es gibt sie seit 2006. Zur neuen Ausbildung, die im März 2023 beginne, finden derzeit Gespräche mit den Schulen statt. "Mehr als 20 Schulwegbegleiter haben 2022 eine qualitativ hochwertige Ausbildung und Schulung erhalten", merkte John an. Die Ausbildung laufe in Kooperation mit der Polizei, dem Busunternehmen, Schulen und der Verwaltung. Wie John weiter ausführte, werde diese Aktion sowohl vom Landkreis als auch von der Verkehrswacht durch Fördermittel unterstützt.

Seit 2021 übernehme das Jugendreferat auch die Kernzeitbetreuung an den Grundschulen, erläuterte John. Er selbst sei zuständig für die Stadt, Overdick-Horn für die Schule in Peterzell. Bis September seien in Alpirsbach 41 Kinder mit 16 Wochenstunden und in Peterzell 26 Kinder mit 13 Wochenstunden betreut worden. In Alpirsbach unterstützen vier und in Peterzell zwei Mitarbeiterinnen. Die Betreuung finde vor Schulbeginn und am Nachmittag statt. Die Betreuungszeiten können zwar getrennt gebucht werden, allerdings nicht für einzelne Tage, sondern nur für das ganze Jahr. Seit die Gebühren erhöht wurden, sei ein Rückgang der Anmeldungen festzustellen. Für Alpirsbach auf 28 und für Peterzell auf nun elf Schüler, so John. Er schilderte den organisatorischen Aufwand für Dienstpläne, Besprechungen Schulungen, Auswertung und Elternarbeit.

Strecke durch den Wald

Aktivitäten für Jugendliche finden auch auf dem Bike-Platz in Ehlenbogen statt. Der Parcours sei von acht Jungs im Alter von 16 bis 20 Jahren seit 2019 in Eigenleistung reaktiviert und ausgebaut worden. Die Gruppe, von John betreut, plane eine neue Mountainbike-Strecke durch den Wald mit einer Brücke zum Gelände. Dieses Projekt werde vom Kreisjugendring finanziell gefördert. Im Mai 2023 solle es auf dem Gelände ein Frühlingsfest geben.

Schließlich sprach John das Projekt M9 an. Die Familie Heinzelmann habe sich bereit erklärt, Räume im Haus Marktplatz 9 für die Jugendarbeit zu vermieten. Das Jugendreferat sei schon seit vielen Jahren auf der Suche nach solchen Räumlichkeiten, zumal diese auch auf dem Schulweg für die Grundschüler liege. Es solle aber kein Jugendzentrum werden, sondern nur für Kinder bis 16 Jahre sein. Abendveranstaltungen sollen dort nicht stattfinden, sondern kreative Arbeiten oder Gruppenarbeiten. Deshalb bat er die Räte, diese Räume anzumieten. Zudem, so John, werde dies vom Landkreis mit fast 2000 Euro unterstützt. Auch Kreisjugendvertreterin Magdalena Becht sprach sich dafür aus, zumal der Landkreis die Jugend- und Kinderarbeit mit Fördergeldern unterstütze.

Umbau des Bahnhofsgebäudes dauert zu lang

Hans-Dieter Rahm (UBL) sagte, dass er die Anmietung der Räume nicht unterstützen könne. Man sollte abklären, ob nicht das Bahnhofsgebäude, das der Stadt gehöre, entsprechend umgebaut werden könne. Dazu meinte Bürgermeister Michael Pfaff, dass eine Sanierung und der Umbau des Bahnhofsgebäudes viel zu lange dauern würde. Die Räumlichkeiten im Gebäude Marktplatz 9 könnten ohne Umbaumaßnahmen genutzt werden. Langfristig könnte über eine Nutzung des Bahnhofsgebäudes als Jugendzentrum nachgedacht werden.

Pfaff stellte die Anmietung der Räume im Gebäude Marktplatz 9 für die Jugendarbeit zur Abstimmung. Bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen wurde die Anmietung mehrheitlich beschlossen.