Die Ortschaftsratsmitglieder unterstützen die Jugendlichen bei ihrem Wunsch nach einem eigenen Raum. Foto: Dennis Breisinger

Für Erlaheimer Jugendliche könnte im Obergeschoss des Kindergartens ein zweites Zuhause entstehen. Voraussichtlich nach der Fasnet wird der neue Jugendraum bezugsfertig gemacht.

Seitens einiger Erlaheimer Jugendlichen kam der Wunsch eines Jugendraums auf. Diesen Wunsch möchte der Erlaheimer Ortschaftsrat sehr gerne erfüllen.

 

Eine geeignete „Location“ wurde mit dem momentan leerstehenden Obergeschoss des Kindergartens sehr schnell gefunden. Dort sind unter anderem auch eine kleine Küche und daneben eine Toilette zu finden. Im Untergeschoss ist zudem der „Hexenkeller“.

Acht Jugendliche haben sich nun mit dem Ortschaftsrat getroffen,   um die Räumlichkeiten anzuschauen und sich über deren Benutzung Gedanken zu machen. Für schätzungsweise zehn bis 15 Erlaheimer Jugendliche könnte dieser Raum zukünftig das zweite Zuhause werden.

Baulich soll sich in der bisherigen Flüchtlingswohnung vorerst nicht viel ändern. Dennis Breisinger

„Ursprünglich hat sich hier der Mannschafts- und Kameradschaftsraum der Freiwilligen Feuerwehr befunden“, blickte Erlaheims Ortsvorsteher Steffen Welte zurück. „Zuletzt war hier eine ukrainische Flüchtlingsfamilie untergebracht, die sich aber mittlerweile woanders befindet.“ Momentan sehe es nicht so aus, als werde in Erlaheim Bedarf für eine Unterkunft bestehen.

Baulich soll sich laut Welte vorerst nicht viel ändern: „Wir möchten den Raum in erster Linie für die Erlaheimer Jugendlichen anbieten und vorerst keine größeren baulichen Veränderungen durchführen. Lasst es uns ein halbes Jahr ausprobieren und schauen, wie der Raum angenommen wird und danach können wir immer noch sprechen, ob wir den Raum anders streichen oder ähnliches“, meinte er im Gespräch mit den Jugendlichen.

Geld für spätere Anschaffungen wäre da

Geld für spätere Anschaffungen wie eine Tischtennisplatte oder ein Tischkicker wäre vorhanden. „Aber es wäre gut, wenn zu Anfang auf eigene Mittel wie zum Beispiel ausrangierte Sofas von zuhause zurückgegriffen wird“, sagte die stellvertretende Erlaheimer Ortsvorsteherin Sabine Zirkel.

„Es soll euer eigener Raum werden, ihr könnt euch voll ausleben und wir wollen euch keine Grenzen setzen. Aber es soll auch kein Chaos vorherrschen“, führte sie weiter aus. „Ein oder zwei von euch werden wir Schlüssel aushändigen, so dass ihr auch eine gewisse Verantwortung habt. Vertrauen und gegenseitiger Respekt sind wichtige Werte in unserer Gesellschaft, die auch ihr dann zeigen solltet.“

„Vieles wird sich auch aus der Gruppendynamik heraus ergeben“

Die Jugendlichen begrüßten diesen Vorschlag. Schnell kam der Wunsch nach Lichterketten auf, und es wurde entscheiden, dass es eine gemeinsame Kasse für Essen und Getränke geben soll.

Feste Öffnungszeiten sind hingegen nicht geplant. Wann der Jugendraum aufmacht, soll flexibel mittels Absprache in einer WhatsApp-Gruppe entschieden werden. Weiteres haben die Jugendlichen im Anschluss gemeinsam ohne den Ortschaftsrat besprochen.

„Vieles wird sich auch aus der Gruppendynamik heraus ergeben“, erwartet Ortsvorsteher Welte. „Über die Fasnet wird es sicherlich noch nichts werden, weil der Bauhof erst den Raum noch ausräumen muss und unter anderem im Flur noch das Licht gemacht werden muss.“