Unterricht in Präsenzform ist bei der Jugendmusikschule derzeit möglich. Wenn jedoch die Inzidenzzahl im Schwarzwald-Baar-Kreis die 100 überschreiten sollte, muss wieder auf Online-Unterricht zurückgekehrt werden. Foto: bob_sato_1973 – stock.adobe.com

Präsenzunterricht ist an der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen wieder möglich, obwohl der Inzidenzwert der Corona-Infektionen im Kreis über 50 gestiegen ist. "Die meisten Schüler freuen sich sicherlich, dass sie wieder kommen dürfen", weist Sabine Porsch, stellvertretende Leiterin der Jugendmusikschule, auf die Vorzüge des Präsenzunterrichts hin.

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St. Georgen/Furtwangen - Es war ein Hin und Her in den vergangenen Tagen. So kam Mitte März die Nachricht des Landratsamtes, dass an drei Tagen hintereinander der Inzidenzwert über 50 lag, also bei über 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Der bisherige Einzelunterricht an den Musikschulen war dann laut Corona-Verordnung des Landes nicht mehr möglich. Einen Tag später gab die Kreisbehörde wieder Entwarnung und erlaubte doch den Unterricht vor Ort. Möglich werde diese Ausnahme von der Corona-Verordnung deshalb, weil das Land Baden-Württemberg in seinem Stufenplan ausgeführt habe, dass Bandproben mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt seien. "Das Ordnungsamt sieht diese zulässigen Bandproben als weitergehend an", so das Landratsamt. Deshalb sei entschieden worden, Einzelunterricht wieder zuzulassen.

Unterricht in Präsenzform die "ideale Art"

Sehr zur Freude der Jugendmusikschule. Der Unterricht in Präsenzform sei "die ideale Art", um insbesondere Anfängern das Instrumentalspiel beizubringen, so die Schule. Wobei die Einrichtung auch mit dem Online-Unterricht gute Erfahrungen gemacht hat. Der Fernunterrichts erlaubte auch während des Lockdowns einen Online-Kontakt zwischen Schüler und Lehrer und eröffnete die Chance, Fortschritte am Instrument zu erzielen. Sabine Porsch geht davon aus, dass die besondere Situation des Lockdowns den Kontakt zwischen Schüler und Lehrer noch intensiviert hat. So hätten die Jugendlichen sich gefreut, dass der Unterricht weitergegangen und nicht ganz ausgefallen sei. Das habe sich auch in der gegenseitigen Wertschätzung von Lehrer und Schüler widergespiegelt.

Die Jugendmusikschule nutzte verschiedene Möglichkeiten des Fernunterrichts, je nach Ausstattung und technischen Bedingungen bei den Schülern. Bei den Videochats seien verschiedene Kanäle genutzt worden. Wenn der Schüler lediglich auf eine schlechte Internetverbindung zurückgreifen konnte, also Videochats erschwert waren, wurden Audiodateien verschickt. Auch telefonisch wurde Kontakt gehalten.

In den allermeisten Fällen sei Fernunterricht möglich gewesen, nur in ganz wenigen Situationen eben nicht.

Für neue Schüler stellt Fernunterricht keine Lösung dar

Keine Lösung war der Fernunterricht für neue Schüler, die erst kürzlich mit dem Instrument begonnen hatten, erklärt Porsch. Da müsste noch Grundlegendes erklärt werden, wie beispielsweise die richtige Haltung beim Instrumentenspiel. Das lasse sich Kindern über Fernunterricht schlecht vermitteln. Für sie sei der Unterricht deshalb zeitweise ausgesetzt worden, könne aber nun wieder in Form des Präsenzunterrichts fortgesetzt werden.

Die Möglichkeit des Fernunterrichts besteht trotzdem weiterhin, wenn das von Schülern oder deren Eltern gewünscht ist, beispielsweise wenn eine Person mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Verlauf in der Familie ist, erklärt Porsch.

Momentan wird nur Einzelunterricht gegeben

Weiterhin ausgesetzt ist der Gruppenunterricht. "Wir unterrichten in der Tat momentan nur als Einzelunterricht, was aber nicht heißt, dass die Gruppenunterrichte leer ausgehen", betont Porsch. Diese Kleingruppen hätten die Lehrer so aufgeteilt, dass die Schüler zwar nicht gemeinsam unterrichtet würden, aber je einen Einzelunterricht erhalten. Beispielsweise würden zwei Kinder, die bislang eine halbe Stunde zusammen Unterricht hatten, jetzt nacheinander je 15 Minuten Einzelunterricht bekommen. Oder sie würden im wöchentlichen Wechsel unterrichtet. "Die einzigen Gruppen, die derzeit gar nicht gehen, sind die Früherziehungsgruppen sowie Bands, Vororchester und Orchester."

Auf die Einhaltung der Corona-Regeln wird beim Präsenzunterricht Wert gelegt. Händewaschen oder -desinfizieren ist beim Betreten der Jugendmusikschule angesagt. Außerdem geht der Schüler nicht einfach ins Zimmer, in dem er unterrichtet wird, sondern wartet, bis ihn der Lehrer hereinholt. Damit der Schüler die Türklinke nicht anfasst, begründet Porsch die Vorgehensweise. Außerdem wird nach jeder Unterrichtseinheit gelüftet und werden Kontaktstellen desinfiziert, beispielsweise die Klaviertastatur oder der Notenständer an den Stellen, an denen er angefasst wurde. Wer sich durchs Gebäude bewegt, muss Mundschutz tragen. Lediglich beim Musizieren kann die Maske abgenommen werden. Auch aus praktischen Gründen, verweist Porsch exemplarisch auf Bläser und Gesangsschüler.

Jugendmusikschule hofft, dass Inzidenz von 100 nicht erreicht wird

"Die nächste Marke ist die 100." Wenn die Inzidenz im Kreis diesen Wert übersteigt, müsse wieder komplett auf Präsenzunterricht verzichtet und stattdessen der Fernunterricht aufgenommen werden. Wobei Porsch natürlich hofft, dass es nicht soweit kommen wird.

Wenn der Inzidenzwert wieder über 100 gehen sollte, also über 100 Corona-Infektionen auf 100 000 Einwohner, hätte das auch Folgen für die Jugendmusikschule, die dann wieder auf reinen Online-Unterricht zurückkehren müsste. Im März hat sich der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Schwarzwald-Baar-Kreis deutlich nach oben entwickelt und erreichte am Mittwoch die 83,3. Ob die 100 bald erreicht sind, dazu wollte die Pressesprecherin des Landratsamtes, Heike Frank, keine Prognose abgeben. Möglicherweise beruhige sich die Situation durch die Osterferien. Durch einen Infektionsausbruch könne sich die Lage aber auch schnell wieder anders darstellen.

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