Werke von Rossini, Dvorák und Purcell, dazu Filmmusiken kommen beim Orchesterkonzert der Jugendmusikschule gut an. Zu sehen ist das recht große Ensemble unter Leitung von Elias Zuckschwerdt. Foto: Siegfried Kouba

Das Konzert des Sinfonieorchesters der Jugendmusikschule Furtwangen kommt mit ansprechender Musik gut an.

Ins Frühjahr hatte das Sinfonieorchester der Jugendmusikschule (JMS) St. Georgen/Furtwangen ihr traditionelles Konzert verlegt. Mit seinem Programm in der Festhalle gewann es Ohren und Herzen der ansehnlichen Gästeschar, die nicht mit enthusiastischem Applaus sparte.

 

JMS-Schulleiter Elias Zuckschwerdt hatte ansprechende Werke ausgewählt. Er fungierte als Moderator und gab eine schneidige Figur als Dirigent ab. Man spürte seine musikpädagogisch prägende Heranführung an unterschiedliche Stile, und er bewies den perfekten Umgang mit dem Taktstock.

So gelangen bereits die Thomas-Stapf-Bearbeitungen von Rossinis Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ und Dvoráks Neunte Sinfonie. Die verkürzten Stücke ließen nichts an wesentlichem Inhalt missen. „Il barbiere“ wurde mit italienischem Esprit und Schwung in Szene gesetzt und die vielen Stimmungsschattierungen kamen gekonnt „aus der neuen Welt“ gefühlvoll herüber.

Besonders war die Leistung der kleinen Mitwirkenden sowie der Holzbläser. Da sind namentlich Oboen und Flöten zu würdigen, die führend im zweiten Satz wirkten. Dvorák hatte „nur den Geist dieser Nationalmelodien komponiert“, gemeint war die prägende amerikanische Musik indigener Menschen und Schwarzafrikaner. Die Sehnsucht nach böhmischer Heimat – die Neunte entstand 1893 in New York – der „Song of Hiawatha“ und die fortschrittliche, technikorientierte Haltung des Komponisten wurden eindrucksvoll transportiert.

Zurück in den Barock

Im zweiten Teil wurde zunächst in die Zeit des englischen Hochbarocks mit Henry Purcell (1659 bis 1695) gewechselt. Er hinterließ trotz seines kurzen Lebens ein großes Oeuvre, darunter mehrere Streicher-Suiten, zu denen auch die Musik zum Trauerspiel „Abdelazer“ gehört – eine Geschichte um Liebe, Tod, Zwist und Zerstörung. Hierzu diente die Ouvertüre mit Zwischenmusiken, zu denen allein vier verschiedenfarbige Airs gehören und das „Rondeau“, das durch Benjamin Brittens „Young Person’s Guide“ eigene Geltung gewann. Die elf Nummern wurden durch ein zwölfköpfiges Streicherensemble charaktervoll interpretiert.

Ein Winternachklang

Und wieder ein Sprung – und der in die aktuelle Kinowelt. Voller Hingabe wurde schwärmerisch, kindlich und zauberhaft das Märchenflair bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ erschlossen und ein Winternachklang ertönte mit den „Selections from the Polar Express“, ebenfalls mit viel Engagement im Spektrum von einschmeichelnder Liedhaftigkeit bis zum expressiven Brausen geboten. Da taten sich die Schlagwerker und der Soloposaunist hervor.