Große Freude bei der Auszeichnung in Trossingen Foto: JMS

Die Jugendmusikschule Burladingen hat mit der Einführung der studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) einen Meilenstein erreicht. Leiter Christoph Kolb erklärt wieso.

An der Jugendmusikschule (JMS) Burladingen werden künftig die Musikstudenten in spe geformt. Die JMS ist seit Kurzem eine von 48 Musikschulen in Baden-Württemberg, die das Qualitätssiegel der studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) trägt – und die erste im Zollernalbkreis.

 

Musikschulleiter Christoph Kolb ist stolz, dass seine JMS diesen Meilenstein nun erreicht hat. Als erste Schule im Zollernalbkreis biete man „ein umfassendes Förderprogramm, das Schüler nicht nur in ihrer musikalischen Entwicklung unterstützt, sondern sie auch auf eine mögliche Karriere im Musikbereich vorbereitet“, schreibt er.

Kolb erklärt Notwendigkeit des Programms

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt er uns die Notwendigkeit dieses Programms: „Musikschulen bilden in der Regel in der Fläche aus. Schüler mit überdurchschnittlichem Engagement oder Talent können da auf der Strecke bleiben.“

Dies soll mit dem SVA-Programm verhindert werden. Es richte sich an Schüler ab zwölf Jahren, unabhängig davon, ob sie ein Musikstudium anstreben oder ihre Fähigkeiten vertiefen möchten. Es umfasst laut Kolb wöchentlich 45 Minuten Unterricht für das Hauptinstrument, weitere 30 Minuten am Hauptinstrument, 30 Minuten für ein Nebeninstrument – meist Klavier – und 30 Minuten Musiktheorie.

Programm läuft über ein volles Jahr

Dazu müssen die Teilnehmer im Ensemble musizieren, was Teamarbeit und das Zusammenspiel mit anderen Musikern stärken soll. Mit diversen Orchestern aus dem Umland befindet sich Kolb im Austausch für etwaige Kooperationen.

Allerdings können die Teilnehmer des Programms alle Kurse und Ensembles an der JMS belegen. „Das war eine der Voraussetzungen, um das Zertifikat zu erhalten“, erklärt Kolb.

Das Programm läuft über ein volles Jahr. Um beim Programm mitzumachen, müssen die Interessierten an einem Vorspiel teilnehmen, das ihre Fähigkeiten und ihr Potenzial bewertet.

Kolb möchte im Februar damit beginnen. Und gibt es schon vielversprechende Kandidaten? „Eine Schülerin hat bereits ihr Interesse bekundet“, berichtet Kolb. Zwei Lehrkräfte der JMS haben ebenfalls mögliche Teilnehmer im Visier.

Musikwettbewerbe sind Pflicht

„Allerdings müssen wir hier noch in Gespräche gehen, auch mit den Eltern. Das Programm ist sehr zeitintensiv. Da werden wir zuvor in den Dialog gehen und die Details besprechen“, sagt Kolb.

Am Ende des Jahres sollen die Teilnehmer auch an Musikwettbewerben teilgenommen haben. Kolb kann sich hier den Wettbewerb Jugend musiziert vorstellen, der regelmäßig im Winter stattfindet und sich prima als Abschluss des Programms eignen würde.

Nach Abschluss des Jahres können die Schüler weitermachen, müssen sich aber aufs Neue bewähren. „Allerdings sehe ich hier keine Probleme. Wer einmal im Programm drin ist, der sollte keine Schwierigkeiten haben, sich für ein weiteres zu bewähren“, ist sich der Musikschulleiter sicher.

Land finanziert Programm mit

„Finanziert wird das Programm vom Land Baden-Württemberg, was die Teilnahme für viele Familien erleichtert“, schreibt Kolb. „Mit einem Personalkostenzuschuss in Höhe von bis zu 60 Prozent werden die zertifizierten Musikschulen bei der Findung und Förderung musikalischer Hochbegabungen unterstützt“, heißt es zudem vom Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs.

Musikschulleiter Kolb freut sich über das Zertifikat und hofft auf möglichst viel Interesse: „Die Vergabe der Auszeichnung ist die Antwort des Landes auf den Fachkräftemangel. Die Orchesterlandschaft wird immer kleiner, viele wissen gar nicht, um die verschiedenen Berufszweige in der Musikwelt.“

In dieser Welt braucht es Nachwuchskräfte in allen Bereichen, sei es bei den Lehrkräften oder rein im künstlerischen Bereich. Das SVA-Programm soll hier Abhilfe schaffen.