Zum 13 Mal feiern die Bittelbronner ihr Krautnudelfest. Foto: Peter Morlok

Wurde im Horber Teilort Talheim am Wochenende das Ehrenamt auf Schusters Rappen – also zu Fuß – gefeiert, konnte man in Bittelbronn ehrenamtliches Engagement sogar essen.

Die Jugendkapelle Bittelbronn lud am vergangenen Wochenende zu ihrem 13. Krautnudelfest in die Mehrzweckhalle ein.

 

Die Vorbereitungen zu der Veranstaltung liefen bereits seit dem vergangenen Donnerstag. In insgesamt mehr als fünfzehn Stunden verarbeiteten die rund 25 Helfer der Jugendkapelle 82,5 Kilo Mehl und 415 Eier zu handgefertigten „Bubaspitzle“ wie man die beliebte schwäbische Spezialität auch wegen ihrer Form gerne nennt. Offiziell heißen die Teile „Schupfnudeln“, da sie gerollt, also „geschupft“ werden, bevor sie in kochendem Salzwasser zur weiteren Verwendung vorgegart werden.

Beim Bittelbronner Krautnudelfest werden die Schupfnudeln zusammen mit vorbereitetem Sauerkraut in großen Pfannen schön braun angeröstet. Erst dadurch entfaltet sich ihr unvergleichliches Aroma und zwei an sich einfache Zutaten verschmelzen so zu einem besonderen Geschmackserlebnis, dass man in seiner vegetarischen Form, aber auch garniert mit einem gekochten Ripple, genießen kann.

Essenswünsche schnell über den Tresen gebracht

Am Sonntag um die Mittagszeit war das Team um Obernudler Sebastian Kocheise in ihrem extra fürs Fest vor der Halle aufgestellten Küchen-Häusle ordentlich am rotieren um alle Essenswünsche schnellstmöglich über den Tresen zu bringen.

Hochbetrieb herrscht um die Mittagszeit in der Krautnudelküche. Foto: Peter Morlok

Trotz all der Hektik fand er noch Zeit darauf hinzuweisen, dass man zur Anfangszeit die ersten zwei Jahre das Krautnudelfest noch unten auf dem Areal hinterm Rathaus feierte und dann vor elf Jahren hoch in die Halle zog. Hier ist man seither auch vor den Kapriolen des April-Wetters sicher und die befreundeten Gastkapellen, die das zweitägige Fest immer musikalisch umrahmen, finden hier ebenfalls gute Bedingungen vor.

„Wir nudeln hier schon in der vierten Generation“ machte er auf eine weitere Besonderheit dieser dörflichen Tradition aufmerksam, die ihren Ursprung bereits beim Horber Stadtfest im Jahr 1978 hatte, als man zum ersten Mal Schupfnudeln mit Kraut den Festbesuchern anbot. Eine Premiere, an die sich die damaligen Verantwortlichen der Jugendkapelle 2013 erinnerten, als sie dieses Fest wieder voll in ihre Jahresplanung integrierten. Und seither wird unter dem Motto „Feschde fäschda mit da Gizle“ und „Kraut ka mer emmer essa“ einfache schwäbische Traditionsküche mit top gespielter Blas- und Unterhaltungsmusik zu einem zünftigen Fest kombiniert.

Die Storcha aus Grünmettstetten spielten bei den Geize in Bittelbronn. Foto: Peter Morlok

Es ist eine Mischung, die bei Jung und Alt gut ankommt. Am Sonntag war es zur Mittagszeit fast nicht möglich, einen freien Platz in der großen Halle zu ergattern.

Die Oberstufenkapelle aus dem Nachbarort Grünmettstetten verwöhnte unter der Leitung von Dirigent Oliver Martini die Besucher musikalisch und das Küchen- und Serviceteam sorgten dafür, dass kein Wunsch unerfüllt blieb.

Zum 13. Mal feiern die Bittelbronner ihr Krautnudelfest. Foto: Peter Morlok

Festbeginn war am Samstag um 17.30 Uhr. Ab 19 Uhr spielte der Musikverein Bittelbronn-Haigerloch zur Unterhaltung auf und später wurde in der Musikerbar gefeiert und getanzt. Am Sonntag dann der Ansturm zur Mittagszeit und am Nachmittag hatten die Bläserklasse und die Flötengruppe ihren großen Auftritt bei Kaffee und Kuchen. Das Fest klang dann gegen 16 Uhr aus, doch die Verantwortlich durften bereits um die Mittagszeit ein mehr als positive Bilanz ihres diesjährigen Krautnudelfestes ziehen.

Ein funktionierendes Dorfleben durch das Ehrenamt

Auch hier hat sich wieder einmal gezeigt, dass ein funktionierendes Dorfleben stark vom Ehrenamt und dem Engagement der Vereine abhängt. In Bittelbronn ist dies offensichtlich der Fall. Insbesondere wenn man sich Ortsvorsteher Hans Schmid anschaute, der hochzufrieden am Tisch saß und mit einem „Passt scho“ knapp und prägnant sein eigenes Fazit zog.